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Römerbriefe: Nacht des Sieges

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Von: Sandra Busch, Georg Leppert

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Zugegeben: Wir wissen nicht wo jede unserer Kommunalpolitiker:innen war. Aber ein großer Teil der Menschen war am und im Waldstadion.
Zugegeben: Wir wissen nicht wo jede unserer Kommunalpolitiker:innen war. Aber ein großer Teil der Menschen war am und im Waldstadion. © Peter Jülich

Die Eintracht gewinnt den Europapokal – und wir wissen, was unsere Politikerinnen und Politiker während des Spiels gemacht haben. Die FR-Kolumne aus dem Frankfurter Römer.

Busch: Europapokaaal.

Leppert: ...

Busch: Europapokaaaal. In diesem Jahr. Hast du keine Stimme mehr?

Leppert: ...

Wir müssen uns entschuldigen, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik. Wir sind einen Tag zu spät mit den Römerbriefen. Aber wir mussten sie verschieben. Es ging nicht anders. Nach 42 Jahren hatte die Eintracht die Chance, wieder einen internationalen Titel zu gewinnen – die Aufregung vor dem Spiel war zu groß. Nun ist es geschafft, der Europapokal ist in Frankfurt, und natürlich haben auch viele unserer Kommunalpolitikerinnen und -politiker mitgefiebert. Zum Beispiel Kämmerer Bastian Bergerhoff (Grüne). Der twitterte in der Nacht was von einem „geilen Sieg“ und von „verdient“ und hatte noch die Bitte an die Fans: „Lasst die Kämmerei heil und feiert schön“.

Bisher wissen wir nichts von Schäden an der Kämmerei, aber was wir wissen: Der 18. Mai, diese Nacht des Sieges, werden viele niemals vergessen. Alle, die das Spiel gesehen haben, werden immer ganz genau wissen, was sie in dieser Nacht gemacht haben. Wo sie dieses Spiel geschaut haben.

Und von manchen unserer Kommunalpolitikerinnen und -politiker wissen wir auch, wie sie diese magische Nacht verbracht haben. Oder zumindest: wie sie sie verbracht haben könnten. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) schreibt während der gesamten ersten Halbzeit an seiner Rede für den Empfang der Mannschaft im Römer. Als Glasgow in Führung geht, zerknüllt er den Zettel und wirft ihn in die Ecke.

Nach dem Ausgleich entfaltet er ihn wieder. Aber Obacht, der Zettel hat Schaden genommen. Im Original stand da: „Ich trete nun mit euch auf den Römer-Balkon. Ich bin froh, dass ihr heil zurück seid.“ In der zerknüllten Version, an der sich Feldmann orientieren wollte, heißt es nur: „Ich trete (...) zurück“.

Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) rechnet aus, wie viel CO2 die 50 000 Eintracht-Fans mit ihren Flügen nach Spanien verschleudert haben. Die Rechnung für die finanzielle Kompensation schickt sie an die Eintracht. Die spielt jetzt Champions League, die ist jetzt reich.

Planungs- und Sportdezernent Mike Josef (SPD) schaut gemeinsam mit Grünen-Chef und Frankfurter Bub Omid Nouripour das Spiel im Stadion. Details dürfen nicht verraten werden. Wir kennen sie auch nicht. Nur so viel: Dass es nach der Hessen-Wahl noch einmal zu Schwarz-Grün kommt, ist seit dem Elfmeterschießen von Sevilla extrem unwahrscheinlich.

Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne) fragt an, ob sie das neue Eintracht-Maskottchen werden könne. Zum einen haben die Grünen ohnehin ihre Probleme damit, dass ein Adler in Gefangenschaft lebt und ständig in ein Fußballstadion gekarrt wird. Vor allem aber: Seit Eskandari-Grünberg Mitglied bei der Eintracht ist, hat der Verein noch kein Spiel im Europapokal verloren. So eine Statistik kann Attila nicht vorweisen.

Sandra Busch und Georg Leppert gehören zum Römerteam der FR, das

aus dem Frankfurter Rathaus berichtet. Frühere Römerbriefe gibt es unter www.fr.de/roemerbriefe.

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