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Römerbriefe: Nachfolge aus dem Volk

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Von: Sandra Busch, Georg Leppert

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Der Frankfurter Modedesigner Achraf Ait Bouzalim ist an seinem Pop-up-Store umringt von Fans.
Der Frankfurter Modedesigner Achraf Ait Bouzalim ist an seinem Pop-up-Store umringt von Fans. © Rolf Oeser

Peter Feldmann wird wohl gehen – wer kommt in Betracht für den obersten Posten in der Stadtregierung? Wir haben Ideen. Die FR-Glosse aus dem Frankfurter Rathaus.

Leppert: Ich wähle Eintracht-Präsident Peter Fischer.

Busch: Das war klar.

Leppert: Oder Eintracht-Vorstand Axel Hellmann.

Busch: Und vom Wahlabend berichtest du dann im Trikot?

Das sind verrückte Tage, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) tritt zurück, wobei das so nicht stimmt, er lässt sich abwählen oder wird in den Ruhestand versetzt. Aber alles nicht sofort, sondern im Januar. Im Januar 2023, nehmen wir an, so genau stand das in Feldmanns Erklärung gar nicht drin. Aber das nur am Rande.

Jedenfalls spricht sehr viel dafür, dass Frankfurt irgendwann in den nächsten zwölf Monaten ein neues Stadtoberhaupt wählt. Keine Sorge, wir schreiben jetzt nicht schon wieder darüber, wer bei den Grünen infrage kommt, obwohl das Gerücht Omid Nouripour mittlerweile häufig zu hören ist. Uns geht es eher um Kandidatinnen und Kandidaten aus dem Volk. Leute wie den Bahnbabo. Oder eben die Eintracht-Führung. Der Name Axel Hellmann fiel bei einer Sitzung der CDU übrigens wirklich mal, haben wir gehört, aber Hellmann bleibt lieber Europapokalsieger. Glauben wir.

Wer folgt auf Peter Feldmann?

Aber wer kommt denn noch in Betracht für den obersten Posten in der Stadtregierung?

Momo: Radost Bokel lebt seit 1980 in der Stadt und repräsentiert Frankfurt besser als Petra Roth und Peter Feldmann zusammen. Oder was glauben Sie: Haben mehr Leute Momo gesehen oder das Interview von Marietta Slomka mit Peter Feldmann? Eben. Außerdem ist sie hart im Nehmen. Sie war beim Dschungelcamp dabei und wurde Siebte.

Bernd Reisig: Er ist irgendwie Sozi, aber auch viele bei CDU und Grünen schätzen ihn. Politische Debatten führt er ständig, meistens auf Facebook oder bei Bembel und Gebabbel, wo auch schon der Bundesgesundheitsminister war. Also der Vorgänger von Lauterbach. Reisig sagt, er fühle sich der Gerechtigkeit verpflichtet. Zur Amtseinführung würde Bodo Bach am Römer auftreten, es gäbe Currywurst von Lars Obendorfer, und wer die schärfste Soße bestellt, bekäme einen Posten im ehrenamtlichen Magistrat.

Achraf: ein würdiger Nachfolger für Peter Feldmann

Achraf Ait Bouzalim: Der Frankfurter Jungdesigner hat es geschafft, dass zu seinem Pop-up-Store am Samstag junge Leute nur so hinströmten. Um Hoodies und Sporthosen zu kaufen, ja. Aber auch um ihn persönlich zu treffen. Und dafür haben die jungen Menschen dort zum Teil 24 Stunden vorher schon campiert. Wer so viele junge Leute anziehen kann, bekommt sie auch als Jungwähler:innen ins Wahllokal. Und Achraf Ait Bouzalim macht gerne Fotos mit den Fans, teure Autos hat er bereits, braucht also auch keine Dienstwagen. Und große Ketten tragen kann er auch schon.

Daniel Hartwich: Der Frankfurter hat das Dschungelcamp moderiert, er kennt sich also mit schwierigen Gruppenkonstellationen aus (siehe Momo). Das kann als Oberbürgermeister sehr helfen. Außerdem ist er großer Eintracht-Frankfurt-Fan und würde vor Ehrfurcht vor dem Pokal wahrscheinlich eher zusammenbrechen als ihn zu klauen.

Sandra Busch und Georg Leppert gehören zum Römer-Team der FR, das aus dem Frankfurter Rathaus berichtet. Frühere Römerbriefe gibt es unter www.fr.de/roemerbriefe.

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