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Elke Voitl (Mitte) hätte mehr Präsenz im „Tatort“ verdient gehabt.
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Elke Voitl (Mitte) hätte mehr Präsenz im „Tatort“ verdient gehabt.

Römerbriefe

Römerbriefe: Mord und Totschlag

  • Sandra Busch
    VonSandra Busch
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  • Georg Leppert
    Georg Leppert
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Sonntag, 20.15 Uhr. Zeit für den „Tatort“. In den Hauptrollen: Elke Voitl, Martin-Benedikt Schäfer, Sylvia Weber, Nico Wehnemann... Die FR-Glosse aus dem Frankfurter Römer.

Leppert: Fandest du den „Tatort“ aus Frankfurt auch schlecht?

Busch: Habe den nicht gesehen.

Leppert: Ich fand den nicht so übel. Gut, am Ende, dass die Mörderin…

Busch: Georg, das bringt doch nichts, wenn wir jetzt über einen Film diskutieren, den ich gar nicht gesehen habe.

Wir müssen noch mal auf den Sonntag zurückkommen, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik. Da gab es also diesen „Tatort“ aus Frankfurt, und der hatte mächtig viel Lokalkolorit. Unter anderem spielte Elke Voitl mit. Also, nein, Elke Voitl spielte natürlich nicht selbst mit. Aber: Die Mutter des Opfers war Frankfurter Sozialdezernentin. Und den Job hat in der Realität Elke Voitl von den Grünen.

Nun haben wir es ja schon in unserer lokalen Kritik zum „Tatort“ geschrieben, die am Montag erschienen ist: Es spielte leider überhaupt keine Rolle, ob besagte Frau nun Sozialdezernentin in Frankfurt oder Planungsdezernentin in Kassel oder Trainerin von Eintracht Frankfurt war. Politik kam im „Tatort“ nämlich gar nicht vor.

Das bedauern wir. Deshalb kommen hier unsere Ideen für Drehbuchautorinnen und -autoren, wie die Römer-Politik in einen „Tatort“ einfließen könnte.

Folge 1, „Die Straße“: Am Mainkai liegt ein Toter. Die Linke polemisiert gegen die Grünen: Hättet ihr damals unserem Antrag zugestimmt, wäre der Mainkai gesperrt und der Mann wäre nie überfahren worden. Nach 25 Minuten stellt sich heraus: Der Mann wurde nicht überfahren, er wurde erschlagen. Während sich die Ermittlungen auf das private Umfeld des Toten konzentrieren, gibt es im Römer einen heftigen Streit über die Aussage von Martin-Benedikt Schäfer (CDU): „Der Freiwillige Polizeidienst hätte diesen Mord verhindert.“ Janneke und Brix von der Mordkommission, die selten die FR lesen, stellen für zwei Tage die Arbeit ein, weil sie davon ausgehen, künftig für sieben Euro pro Stunde Aufwandsentschädigung arbeiten zu müssen.

Folge 2, „Gute Luft“: Ein Handwerker liegt tot im Klassenzimmer einer Frankfurter Grundschule – erschlagen von einem 200 Kilo schweren Luftreiniger, den er montieren wollte. Alles sieht nach einem tragischen Unfall aus, bis sich herausstellt: Es war nicht die Stadt, die das Gerät bestellt hatte. Dafür hätte es nämlich eine Ausschreibung gebraucht, die etwa zwei Jahre gedauert hätte. Oder hat Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) den Apparat, bei dem offenbar die Schrauben locker waren, einfach ohne Ausschreibung gekauft? Aus Sorge um die Kinder? Oder wegen der andauernden besserwisserischen Gemeinheiten der Opposition? Janneke und Brix ermitteln, Weber sagt ihnen, sie sollen sich an Jan Schneider (CDU) wenden. Der habe Zeit für derart blöde Fragen.

Folge 3, „Wo ist Nico?“: Nico Wehnemann (Die Partei) ist verschwunden. Janneke und Brix fragen, wer ein Motiv haben könnte, ihn aus dem Weg zu schaffen. Die Antwort: ziemlich viele Menschen. Ein Vertreter einer Kleinpartei hatte einst damit gedroht, ihn im Plenarsaal anzugreifen; die gesamte Linke fühlte sich von ihm provoziert, weil er ihnen vorwarf, einen AfD-Stadtrat nicht verhindert zu haben; und als dann auch noch herauskommt, dass 87 von 93 Stadtverordneten Wehnemann für einen Sexisten halten und kürzlich bei einer Rede von ihm den Saal verließen, gibt die Mordkommission auf. Zum Glück taucht der Politiker just in diesem Moment wieder auf. Er war auf einer mehrtägigen Vergnügungsreise. Volt fragt beim Magistrat nach, wer den Ausflug bezahlt hat.

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