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Römerbriefe: Live aus der Isolation

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Von: Sandra Busch, Georg Leppert

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Und irgendwann sind sie plötzlich das erste Mal da, die zwei Striche auf dem Schnelltest.
Und irgendwann sind sie plötzlich das erste Mal da, die zwei Striche auf dem Schnelltest. © dpa

Das Coronavirus kriegt alle früher oder später. Oberbürgermeister, Dezernentinnen und Dezernenten – und auch uns. Die FR-Kolumne aus dem Frankfurter Römer.

Leppert: Also, die Sache mit der… hatschnatä!

Busch: Gesundheit! Der Nieser hat ganz schön im Telefon gedröhnt. Aber wir müssen jetzt trotzdem… hatsntsi.

Leppert: Schönheit!

Busch: Hör auf mit den blöden Witzen, lass uns anfangen.

Es hat uns erwischt, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik. Wir haben Corona. Beide. Aber wir befinden uns ja in bester Gesellschaft. Oberbürgermeister, Dezernent:innen – das Virus bahnt sich langsam seinen Weg durch den Magistrat, kaum jemand bleibt verschont. Und Tausende Frankfurter:innen befinden sich ebenfalls gerade in Isolation. Wir wünschen allen einen milden Verlauf, bei uns sieht es ganz danach aus, und der Streamingdienst ist in dieser Zeit ein ziemlich guter Freund. Aber zwischen niesen und schniefen denken wir selbstverständlich auch an die Römerbriefe. Davon hält uns das Virus nicht ab. Auch wenn die Tastatur unter dem Berg an Taschentüchern kaum zu finden ist. Wir möchten aber um Verständnis bitten, dass die folgenden Absätze ein wenig ohne Zusammenhang sind. Denn wir schreiben einfach auf, was uns nach dem nächsten Nieser eben so einfällt, das sich für die Römerbriefe eignet.

Absatz 1: Die Europäische Schule kann sich vorstellen, Frankfurt zu verlassen. Bildungs- und Baudezernentin Sylvia Weber (SPD) kann das nicht gut finden, weil die christdemokratischste Lehrerin Frankfurts, Sara Steinhardt, sie sonst ausschimpft. Deshalb: Bewerbungen von anderen Städten bitte direkt an uns. Wir leiten sie weiter … obwohl, nee, wir schreiben einfach drüber.

Absatz 2: Bayern setzt die Impfpflicht für Pflegekräfte aus. Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) kann das nicht gut finden, weil impfen total wichtig ist (wie wir beide bestätigen können). Deshalb: Die Bewerbungen der Tausenden bayerischen Krankenschwestern, die lieber mit geimpften Kolleg:innen arbeiten wollen, bitte direkt an uns. Wir leiten sie dann an Majer weiter … obwohl, nee, wir schreiben einfach drüber.

Absatz 3: Die Messe sagt eine Veranstaltung nach der anderen ab. Das ist für die Stadt ein riesiges finanzielles Problem. Kämmerer Bastian Bergerhoff (Grüne) kann das so nicht sagen, er will ja seinen Haushalt genehmigt bekommen. Deshalb: Ideen für Messen, die auch unter Corona-Bedingungen funktionieren, an uns. Wir leiten sie dann weiter … obwohl, nee, wenn etwas Lustiges dabei ist (Maskenmesse in Kleingärten), schreiben wir einfach drüber.

Absatz 4: Die Oper zieht an die Neue Mainzer Straße. Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) kann das aber nicht sagen, weil sonst die Grünen sauer sind. Deshalb: Die vielen Kartenwünsche für die Premiere bitte an uns. Wie leiten die Liste dann weiter. Echt jetzt… nachdem wir uns selbst ganz oben dazugeschrieben haben.

Absatz 5: Die Digitalisierung der Behörden schreitet nur schleppend voran. Wirtschaftsdezernentin und Neu-Hundebesitzerin Stephanie Wüst (FDP) ärgert sich, dass Hunde immer noch nicht online angemeldet werden können. Das kann sie natürlich nicht sagen, ist doch das zuständige Dezernat in der Hand von Koalitionspartner Volt. Und Digitalisierungs- und Bürgerservicedezernentin Eileen O’Sullivan findet nicht genügend Personal. Also alle Bewerbungen für IT- und Bürgerservice bitte an uns. Wir leiten sie weiter. Wirklich. Unsere Personalausweise laufen demnächst ab.

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