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Römerbriefe: Literatur für den Magistrat

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Von: Sandra Busch, Georg Leppert

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Frisch gewählt und mit Buch unter dem Arm: Die SPD-Dezernent:innen mit Oberbürgermeister und Stadtverordnetenvorsteherin.
Frisch gewählt und mit Buch unter dem Arm: Die SPD-Dezernent:innen mit Oberbürgermeister und Stadtverordnetenvorsteherin. © Michael Schick

Für frisch gewählte Dezernent:innen gibt es Bücher. Wir haben dafür ein paar Anregungen. Die FR-Kolumne aus dem Frankfurter Römer.

Busch: Wer ist dein:e Lieblingsautor:in?

Leppert: Sammy Drechsel.

Busch: Wer ist das denn?

Leppert: Hat „11 Freunde müsst ihr sein“ geschrieben. Hat aber nichts mit Kommunalpolitik zu tun.

Die SPD-Dezernent:innen sind wiedergewählt worden, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik. Planungs- und Sportdezernent Mike Josef, Kulturdezernentin Ina Hartwig, Bau- und Bildungsdezernentin Sylvia Weber – sie sind vergangene Woche mal mehr, mal weniger fulminant im Amt bestätigt worden. Wir haben darüber berichtet. Worüber wir aber nicht berichtet haben: Es gab Geschenke. Von Stadtverordnetenvorsteherin Hilime Arslaner (Grüne). Sie überreichte allen einen Frankfurt-Krimi. Weil es auch im Stadtparlament zugehe wie in einem Krimi, sagte sie. Für die Bau- und Bildungsdezernentin gab es „Das Präsidium“. Der Planungsdezernent bekam „Faule Mieten“ und die Kulturdezernentin „Tod im Bankenviertel“. Großartige Bücher sind das. Und weil uns unsere Dezernent:innen so wichtig sind, schreiben wir für sie ganz eigene Krimis. Ach was, Kurzgeschichten. Na gut, Klappentexte. Hier unsere Auswahl:

Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) bekommt „Der Nilganszaun“: Eine Dezernentin unterschätzt Vögel, ein Boulevardjournalist unterschätzt die Dezernentin. Plötzlich sitzt der Boulevardjournalist im OB-Büro, und alles wird anders.

Gesundheits- und Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne): „The Man“. Eine Pandemie hält die Welt in Atem. Ein Dezernent kämpft für die Gesundheit der Bürger:innen in der fünftgrößten Stadt Deutschlands. Doch dann steht eine Kommunalwahl an. Wirrungen und Irrungen führen dazu, dass er auch noch die Mobilitätswende durchsetzen muss. Wird er nicht nur vor dem Virus schützen, sondern auch das Klima retten können? Obwohl er ein Mann ist? Oder gerade deswegen?

Ordnungsdezernentin Annette Rinn (FDP): „Spuren im Müll“. Eine Stadt vermüllt. Ein stadtbekannter Müll-Sheriff wird aus dem Ruhestand geholt, um für Ordnung zu sorgen. Aber seine Spur verliert sich an einem Freitagabend im Müll auf dem Friedberger Platz. Eine neue Ordnungsdezernentin tritt mit Pfandmarken für Pizzakartons auf den Plan. Hat sie den Müll-Sheriff verschwinden lassen, um freie Bahn zu haben?

Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) bei ihrer Wiederwahl in sechs Jahren: „Die Filter“. Eine Bildungsdezernentin und ein handwerklich begabter Schulsprecher montieren am Wochenende Luftfilter in allen Klassenräumen. Die GEW ist begeistert, Lehrerpräsident Heinz-Peter Meidinger will Distanzunterricht trotzdem nicht ausschließen, der Kultusminister staunt nicht schlecht. Nachts aber entwickeln die Filter ein Eigenleben. Sie pusten Gerüche aus den Sodexo-Kantinen in die Klassenzimmer. Sara Steinhardt, die christdemokratischste Lehrerin der Stadt, recherchiert und stellt fest: Die Geräte wurden ohne Ausschreibung angeschafft. Bekommt die Dezernentin jetzt etwa nicht alle Stimmen der Koalition?

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