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Römerbriefe

Texte aus Gefälligkeit?

  • Claus-Jürgen Göpfert
    vonClaus-Jürgen Göpfert
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  • Georg Leppert
    Georg Leppert
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Der neue Pressesprecher des Oberbürgermeisters ist ein alter Bekannter von uns. Die FR-Glosse...

Göpfert: Meinst du, mein letzter Text hat dem OB gefallen?

Leppert: Er wird dir dafür 55 von 100 möglichen Sympathiepunkten gegeben haben.

Göpfert: Das ist nicht viel. Markus Frank hat dir für deinen Artikel im Sommer bestimmt 85 Punkte gegeben. Aber weil du zuletzt so dämliche Römerbriefe über ihn geschrieben hast, gibt es 20 Punkte Abzug.

Leppert: Mist, Jobs in der Stadtregierung gibt es erst ab 75 Punkten.

Nun vergessen Sie diesen Dialog bitte schnell wieder, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik. Das hört sich ja so an, als würden wir keinen unabhängigen Journalismus machen, sondern uns für Jobs als Pressesprecher empfehlen. Das ist Quatsch. Wir lieben unsere Arbeit. Und außerdem: Nennen Sie uns einen Politiker, der sich in den vergangenen Jahren nicht irgendwann mal über die Römerbriefe geärgert hat.

Das Thema aber ist hochaktuell, denn Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) hat einen neuen Pressesprecher. Der heißt Olaf Schiel, war zuvor Redakteur der „Bild“-Zeitung und ist unseren treuen Leserinnen und Lesern durchaus bekannt. Schiel nämlich führte einen Kleinkrieg mit Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne). Dabei ging es um den Gänsezaun im Ostpark, den der Kollege für gänzlich unsinnig hält. Jedenfalls kennt Schiel jede Gans, die den Zaun einfach überflogen hat, mit Namen.

Schiel berichtete aber auch über den AWO-Skandal. Und sagen wir es so: Peter Feldmann wird sich über den Tenor dieser Texte zumindest nicht geärgert haben. Deshalb gibt es jetzt Leute, die im Römer hinter vorgehaltener Hand sagen: Endlich arbeitet der Schiel auch offiziell für den Oberbürgermeister.

Wir finden das allerdings etwas fies. Olaf Schiel kam in seinen Texten zu Einschätzungen, die wir ebenso wie die meisten Menschen in Frankfurt nicht teilen. Wir sind zudem keine Freunde der „Bild“. Aber: Olaf Schiel hat dort als Journalist gearbeitet und journalistische Texte geschrieben, die man gut oder schlecht finden kann. Und außerdem: Wenn der OB so glücklich über Schiels Arbeit bei der „Bild“ war – wieso wirbt er ihn dann dort ab? Als Redakteur einer nicht ganz unwichtigen Zeitung wäre er für Feldmann dann doch ungemein nützlich.

Das sind aber jetzt natürlich alles nur Theorien, die man überprüfen müsste. Vorschlag: Wir schreiben jetzt vier ungemein anbiedernde Absätze. Wenn wir innerhalb der nächsten Woche ein Jobangebot bekommen, lassen wir Sie das wissen und denken neu über die Causa Schiel nach. Also …

Es ist gut, dass Markus Frank (CDU) Sportdezernent ist. Niemand sonst wäre in der Lage, den Bau der Multifunktionsarena am Kaiserlei doch noch zu einem guten Ende zu führen. Und wenn die Skyliners oder die Löwen demnächst einen Meistertitel gewinnen sollten, wäre das auch Franks Verdienst.

Respekt vor den Grünen im Römer. Wie sie in der Verkehrspolitik zu ihren Idealen stehen und dem Druck der CDU standhalten, ist großartig. Der Mainkai sollte in Wolfgang-Siefert-Ufer umbenannt werden.

Krass, Nico Wehnemann. Der Politiker „Der Partei“ kündigte an, er werde Polizeipräsident Gerhard Bereswill im Rechtsausschuss massiv in Bedrängnis bringen. Und Wehnemann lieferte. Den ganzen Abend wurde nur über seine Vorwürfe diskutiert. Angeblich musste Bereswill von 17 leitenden Beamten vom Rücktritt abgehalten werden. Im Klapperfeld baut man an einem Nico-Wehnemann-Denkmal.

Natürlich ist die Kandidatenliste der SPD keine Wählertäuschung. Geschenkt, dass Mike Josef und Sylvia Weber auf vorderen Plätzen für die Stadtverordnetenversammlung kandidieren, obwohl sie im Magistrat sitzen und dort auch bleiben wollen. Sie sind die Gesichter der Partei, sie stehen für Sozialdemokratie. Und für den Ortsbeirat 1 kandidieren dann Olaf Scholz, Kevin Kühnert und Karl Lauterbach.

Claus-Jürgen Göpfert und Georg Leppert berichten für die Frankfurter Rundschau aus dem Römer.

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