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Römerbriefe: Liebes Tagebuch...

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Von: Sandra Busch, Georg Leppert

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Hatte Corona und ist wohlauf: Oberbürgermeister Feldmann.
Hatte Corona und ist wohlauf: Oberbürgermeister Feldmann. © ROLF OESER

OB Peter Feldmann hatte Corona, es geht ihm gut, aber er musste tagelang zu Hause bleiben – wir haben sein Corona-Tagebuch. Die FR-Kolumne aus dem Frankfurter Römer.

Busch: Vielleicht hat er Bücher nach Farben im Regal sortiert.

Leppert: Das hast du doch in irgendeinem Lockdown gemacht.

Busch: Ja gut, ist doch auch eine Option in der Isolation. Oder das Pokalfinale mal wieder schauen.

Leppert: Dafür sollte man nicht erst in Isolation kommen müssen. Das ist ein Standardwerk.

Der Oberbürgermeister hatte Corona, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik. Leichte Symptome, sehr milder Verlauf, und inzwischen hat Peter Feldmann (SPD) es überstanden und ist auch schon wieder freigetestet. Darüber freuen wir uns natürlich. Aber klar: Er musste tagelang in Isolation. Alle Präsenztermine waren vergangene Woche abgesagt worden, und der OB blieb zu Hause. Und was macht ein Oberbürgermeister in tagelanger Isolation? Wenn keine Rede zu halten ist, nirgendwo Fotograf:innen das Wirken festhalten? Das hätten wir ihn gerne gefragt, aber er lehnte ein Interview ab. Nicht so schlimm, wir wissen trotzdem, was er in der Zeit gemacht hat. Wir haben sein Corona-Tagebuch gefunden. Nun ja, vielleicht eher er-funden, aber so oder so ähnlich könnte der Oberbürgermeister seine Zeit in der Isolation verbracht haben:

Tag 1: Ich probiere mal diese Sache mit dem Binge Watching aus. Hab bisher immer nur Leute von solchen Serienmarathons reden hören, jetzt hab ich auch mal Zeit dafür. Was schaue ich nur? The Crown? Nee, dann vermisse ich nur meine Amtskette. House of Cards? Politthriller, Weißes Haus, Macht, aha, hört sich gut an.

Tag 3: Bin durch. Habe viel gelernt. Yanki Pürsün von den Liberalen kann sich warm anziehen.

Feldmann poliert die Amtskette

Tag 4: Habe den ganzen Tag Radio gehört. Es wurde berichtet, dass Loben sehr motivierend sein soll. Gleich mal in die Tat umgesetzt und den Magistratsmitgliedern geschrieben. Alle mal so richtig gelobt, die freuen sich bestimmt. Genossin Sylvia Weber, unsere Bildungs- und Baudezernentin, wird sich etwas wundern. Wollte den neuen SEP-Entwurf loben, den Schulentwicklungsplan. Die ganzen neuen Schulen, die entstehen sollen. Hab geschrieben, dass wir das Geld abzwacken werden. Bin aber bei SEP auf der Tastatur verrutscht. Eine Taste nach links wird doch aus SEP tatsächlich AWO. Was es alles gibt.

Tag 5: Ich denke an Menschen, von denen ich lange nichts mehr gehört habe. Gerade eben an Martin Wimmer. Keine Ahnung, warum gerade jetzt. Vielleicht weil im Hof Kinder schreien? Martin war ein toller Hauptstadtbeauftragter. Und ein toller Schriftsteller. Hat er vielleicht ein neues Buch geschrieben? Titel: „Ich bin die neue Ina und lustiger als Nico Wehnemann“?

Tag 6: Mir ist langweilig. Ich hab sogar schon alte Unterlagen sortiert. Dabei hab ich die Rede gefunden, die ich damals auf der IAA nicht halten durfte. Sehr gute Rede. Gleich mal Markus Frank angerufen und nach der Rede zu Stadtpolizei und Sauberkeit gefragt, die er als Dezernent nicht gehalten hat, weil ich ihn nicht gelassen habe. Soll er mal schicken. Mal sehen, ob die auch so gut ist wie meine nicht gehaltene Rede.

Tag 7: Wird Zeit fürs Freitesten. Bin vorbereitet. Hab mir die Amtskette kommen lassen und auf Hochglanz poliert.

Sandra Busch und Georg Leppert gehören zum Römer-Team der FR, das aus dem Frankfurter Rathaus berichtet. Frühere Römerbriefe gibt es in unserer Rubrik Römerbriefe.

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