Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Die Jusos beklagen, dass der Fraktionsvorstand zu alt ist.
+
Die Jusos beklagen, dass der Fraktionsvorstand zu alt ist.

RÖMERBRIEFE

Römerbriefe: Hört auf die Alten

  • Sandra Busch
    VonSandra Busch
    schließen
  • Georg Leppert
    Georg Leppert
    schließen

Hast’n Opa, schick ihn nach Europa – oder in den Fraktionsvorstand der SPD. Die FR-Kolumne aus dem Frankfurter Römer.

Leppert (47): Wer hat noch mal den Antrag zu den Seniorenheimen gestellt?

Busch (48): die SPD.

Leppert: Und wer fordert mehr Vergünstigungen für Rentnerinnen und Rentner?

Busch: die SPD.

Na, da haben die Jusos ordentlich einen rausgehauen, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik. Grenzt ja fast an Altersdiskriminierung, die Pressemitteilung. Die jungen Sozis beklagen darin, dass ein 28-Jähriger bei der Wahl zum Fraktionsvorstand durchgefallen ist, und stellen fest: Das Gremium ist zu alt.

Gut, im Vergleich zu anderen Fraktionen ist da schon etwas dran. Bei der CDU etwa übernimmt Yannik Schwander als stellvertretender Fraktionschef Verantwortung. Der hat vor drei Wochen erst seinen Führerschein gemacht (übertrieben). Oder bei den Grünen: Da ist Tina Zapf-Rodriguez Fraktionsvorsitzende. Die durfte im März erstmals wählen (auch übertrieben). Oder bei der FDP: Da haben die Jungen gesagt, dass sie den Laden jetzt schmeißen, und ein älterer, sehr verdienter Stadtverordneter erlebte ein jähes Karriereende (nicht übertrieben).

Die fünf Fraktionsvorstände der SPD im Römer sind im Durchschnitt 52 Jahre alt. 15 Jahre vor dem Renteneintrittsalter. Das kann man natürlich so machen, und wenn die Fraktion so wählt, ist das zu akzeptieren, da hat Ursula Busch (53), die Chefin von der Gruppe, natürlich recht. Dass die Jusos sich nicht wirklich repräsentiert fühlen von diesem Gremium, ist aber auch verständlich.

Wobei dieser ewige Jugendwahn, den die Nachwuchspolitiker:innen immer einfordern, ja auch nicht gut sein muss. Hier kommen die drei Gründe, warum sich der Fraktionsvorstand der SPD keinesfalls verjüngen sollte.

Erstens: Es kommt ja auch auf den politischen Gegner an. Klar, SPD und Grüne sind Koalitionspartner. Aber gerade in der Planungspolitik muss man sich doch abgrenzen. Und wer spielt in diesem Politikfeld bei den Grünen eine wichtige Rolle? Richtig: die Legende. Uli Baier. Der Mann ist 81 Jahre alt. Um ihm etwas zu entgegnen, braucht es Erfahrung. Leute, die Baiers Urenkel sein könnten, helfen da nur bedingt weiter.

Zweitens: Die Frankfurter SPD ist gar nicht alt. Im Gegenteil. Parteichef Mike Josef ist 38 Jahre alt, Armand Zorn und Kaweh Mansoori, die gerade in den Bundestag gewählt wurden, zählen 33 Jahre. Wenn jetzt die jungen Leute auch noch in den Fraktionsvorstand gehen, haben die älteren bald keine Motivation mehr. Und dann tritt bei der nächsten Kommunalwahl so eine Teenieband für die SPD an, aber die meisten Wähler:innen sind über 60. Das kann nicht gutgehen.

Drittens: Je älter Stadtverordnete sind, desto größer stehen ihre Chancen, einmal Alterspräsident:in im Parlament zu werden. Und das ist super. Man darf die erste Plenarsitzung der Wahlperiode eröffnen. Man darf die Wahl zur Vorsteherin oder zum Vorsteher der Stadtverordnetenversammlung leiten. Man darf sich für ein Foto neben Oberbürgermeister Peter Feldmann stellen …

Feldmann hat am heutigen Donnerstag übrigens Geburtstag. Wir gratulieren herzlich. Er wird 63 Jahre alt. Sollte er 2024 nicht mehr als Oberbürgermeister kandidieren, wäre er nach der nächsten Kommunalwahl geeignet für den Fraktionsvorstand der SPD.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare