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Römerbriefe: Gesagt ist gesagt

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Von: Sandra Busch, Georg Leppert

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FDP-Fraktionschef Yanki Pürsün will, dass der OB sein Amt abgibt.
FDP-Fraktionschef Yanki Pürsün will, dass der OB sein Amt abgibt. © Bernd Kammerer

Sollte der OB nicht abgewählt werden, dann besteht FDP-Fraktionschef Pürsün darauf, dass Feldmann im Januar sein Amt abgibt. Hat er ja mal gesagt.

Busch: Wie bekommst du das Kamel eigentlich ins Flugzeug?

Leppert: Welches Kamel?

Busch: Du hast gesagt, du bringst aus dem Ägyptenurlaub ein Kamel mit in die Redaktion. Wir müssen uns alle gemeinsam darum kümmern. Teambuilding und so. Gesagt ist gesagt.

Leppert: Ich muss mal Yanki Pürsün fragen, ob das auch als unwiderruflich gilt.

So langsam tut sich wieder was im Römer, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik. Die Sommerpause ist zwar noch nicht vorbei, aber so ganz allmählich gibt es Lebenszeichen aus dem Rathaus. Zum Beispiel in der Sache Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), die ist auch in der Sommerpause ein Thema. Die Koalition hat sich mit der CDU zusammengesetzt und ruft nun zu einem Neustart für Frankfurt auf. Vereine und Institutionen sollen für eine Teilnahme am Bürgerentscheid im November werben. Die Frankfurter:innen sollen abstimmen gehen, denn ein neuer Oberbürgermeister oder eine neue Oberbürgermeisterin werde gebraucht.

Das sieht natürlich auch FDP-Fraktionschef Yanki Pürsün so, glaubt aber offenbar nicht wirklich daran, dass Feldmann im November beim Bürgerentscheid abgewählt werden wird. Könnte am Quorum scheitern. Zumindest steht das so in einem Interview, das er der „FNP“ gerade gegeben hat. Loswerden will er den OB dann aber weiterhin: Pürsün pocht darauf, dass Feldmann angekündigt habe, im Januar sein Amt abzugeben. Diese Erklärung sei mit dem Hinweis versehen, dass sie nicht widerrufen werde. Nur ist es ja so: Feldmann hatte erklärt, sich im Januar abwählen zu lassen. Das war, bevor ihn die Stadtverordneten im Juli abwählten und ein Bürgerentscheid feststand. Aber sei’s drum, unwiderruflich ist unwiderruflich, gesagt ist gesagt. Das steht für Pürsün fest – und unwiderrufliche Aussagen können einen in so manch heikle Situation bringen. Zum Beispiel in folgende:

Pürsün in der Bäckerei: „Ich zahle drei Euro für sechs Brötchen – unwiderruflich!“ Doch er kommt zu spät in die Bäckerei – er musste noch einige AWO-Anträge schreiben – und es sind nur noch drei Brötchen da. Er zahlt die drei Euro trotzdem. Gesagt ist schließlich gesagt.

Pürsün wettet mit Nico Wehnemann (Die Partei), dass die Eintracht die Champions League gewinnt. Pürsüns Einsatz: ein geleakter Koalitionsantrag. Die Eintracht zieht ins Finale ein und nach einem dramatischen Spiel verliert sie im Elfmeterschießen. Danach bezahlt Pürsün nicht. Denn: „Ich hab’ nicht gesagt, in welchem Jahr die Eintracht Champions-League-Sieger wird.“

Pürsün will mit gutem Beispiel vorangehen und Energie sparen. Er gibt sein Wort, seine Heizung im Winter nicht anzumachen. Die Winter in Frankfurt seien mild, die Temperatur falle kaum unter null Grad. Die ließen sich auch mit warmem Tee und Pulli zu Hause überstehen. Doch der Winter wird ungewöhnlich kalt. Als das Thermometer im Dezember minus 15 Grad anzeigt, backt Pürsün Tag und Nacht Kekse bei geöffneter Backofentür. „Die Heizung habe ich aber nicht einmal angemacht!“

Sandra Busch und Georg Leppert gehören zum Römer-Team der FR, das

aus dem Frankfurter Rathaus berichtet. Frühere Römerbriefe gibt es unter www.fr.de/roemerbriefe.

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