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Römerbriefe: Fundstücke in Peter Feldmanns Büro

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Von: Sandra Busch, Georg Leppert

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Der Oberbürgermeister in seinem Büro. Ebenfalls zu sehen: die Hinterköpfe der Schreiber:innen der Römerbriefe.
Der Oberbürgermeister in seinem Büro. Ebenfalls zu sehen: die Hinterköpfer der Schreiber:innen der Römerbriefe. © Michael Schick

Offenbar wurde Peter Feldmanns Büro nicht durchsucht. Wir schreiben, was sich die Staatsanwaltschaft entgehen ließ. Die FR-Kolumne aus dem Frankfurter Römer.

Busch: Was würde die Staatsanwaltschaft finden, wenn sie dein Büro durchsuchen würde?

Leppert: Ein Snickers.

Busch: Daran ist nichts strafbar, glaube ich.

Leppert: Es könnte sein, dass es abgelaufen ist. Und wenn ich das einem Kollegen anbiete und der isst das dann, und ihm wird übel, könnte das Körperverletzung sein.

Der Oberbürgermeister hatte Besuch, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik. Die Staatsanwaltschaft war am Montag in Peter Feldmanns Büro im Römer. Es ist ein großes Büro, und man kann von dort schön auf den Paulsplatz blicken. Und natürlich auf die Paulskirche. Aber damit wird die Staatsanwaltschaft sicher nicht ihre Zeit vergeudet haben, sie hatte immerhin einen Durchsuchungsbeschluss dabei. Denn der Oberbürgermeister steht ja weiterhin unter Korrupionsverdacht. Deswegen klopfte die Staatsanwaltschaft beim OB an. Wir gehen zumindest davon aus, dass sie anklopfte, das machen höfliche Menschen ja nun einmal. Und dann soll es ein Gespräch gegeben haben. Bestimmt an dem riesigen Tisch im Dienstzimmer. Denn der Oberbürgermeister hat nicht nur ein großes Büro, sondern auch einen großen Konferenztisch.

Eine Durchsuchung gab es aber offenbar dann doch nicht. Dabei hätte man im OB-Büro alles Mögliche finden können. Wir haben mal für Sie gesucht und die Highlights unserer frei gefundenen oder viel mehr erfundenen Stücke aus dem OB-Büro zusammengestellt.

Ein Plan für den Pfingstberg

Fundstück 1: Es ist nicht die unterste Schreibtischschublade, in der er liegt: der Plan für den Pfingstberg. Viel Wohnbebauung ist eingezeichnet, die Zahl 20 000 steht fett eingekringelt darauf, und ein Smiley ist daneben gemalt. Ein Landwirtschaftsmuseum ist festgehalten und – ein Marmorpalais, auf den die Lettern PMF gekritzelt sind. Pfingstberg mit Feldmann? Oder doch eher Peter Manuel Feldmann? Aber wozu gibt es schließlich Ermittlungsbehörden.

Fundstück 2: Eine achtseitige Rede findet sich im Ordner FFOB 2024. „Ich bedanke mich bei Ihnen für Ihr Vertrauen, liebe Wählerinnen und Wähler. Die Zustimmung von xx,x Prozent hat mich überwältigt. In meiner dritten Amtszeit werde ich vor allem xxx kostenlos machen. Für Sie, für Ihre Kinder, für alle Menschen dieser Stadt.“

Fundstück 3: Ein ordentlich Kante auf Kante gelegtes Manuskript. Der Beginn einer Autobiografie. Seite 1 fängt an mit: „7. Oktober 1958, ich wurde geboren.“ Auf Seite 812 ist das Jahr 1979 vermerkt: „Bei der Abiturprüfung schmierte der Kugelschreiber fürchterlich.“ Das letzte gefundene Blatt trägt die Seitenzahl 1778 und die Jahreszahl 2012: „Ich bin drin. Und jetzt beginnt alles erst richtig.“

Fundstück 4: eine Voodoopuppe. Schadenzauber wurde im OB-Büro betrieben. Was auf dem Bauch der Puppe steht, ist kaum zu lesen. Aber nach dem Herausziehen von 169 Nadeln steht dort: „Schwarz-Grün tut Frankfurt gut.“

Sandra Busch und Georg Leppert gehören zum Römer-Team der FR, das aus dem Frankfurter Rathaus berichtet. Frühere Römerbriefe gibt es unter www.fr.de/roemerbriefe

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