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Römerbriefe: Frohes Fest

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Von: Sandra Busch, Georg Leppert

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Die Weihnachtsfrau.
Die Weihnachtsfrau. © Renate Hoyer

An Weihnachten gibt es Geschenke. Das gilt auch in der Kommunalpolitik. Die FR-Kolumne aus dem Frankfurter Rathaus.

Busch: Wieso hast du mich am Dienstag eigentlich gefragt, ob ich Eishockey mag?

Leppert: Da war ich bei den Löwen in der Eissporthalle und hatte mir überlegt, ob du dich über einen Puck als Weihnachtsgeschenk freuen würdest.

Busch: Einen Puck? Das wäre das allerschönste Weihnachtsgeschenk für mich. Sieht ja toll aus, so eine Scheibe aus Hartgummi. Und sie ist so nützlich ...

Leppert: Klar, spotte du nur. Aber was schenken sich eigentlich unsere Politiker:innen zu Weihnachten?

Die Zeit rast, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik. Gerade war erst die Abwahl von Peter Feldmann, jetzt läuft schon der OB-Wahlkampf und mittendrin ist Weihnachten.

Wir finden ja, unsere Politiker:innen sollten sich gegenseitig was schenken. Oder noch besser: Der Weihnachtsmann besucht sie an Heiligabend und bringt etwas Nettes vorbei. Aber wer aus dem Römer spielt den Weihnachtsmann? Peter Feldmann scheidet ja jetzt aus.

Unser Vorschlag: An Weihnachten soll der- oder diejenige mit den wenigsten Erwähnungen in den Römerbriefen im Mittelpunkt stehen. Und die Wahl fällt auf: Sozialdezernentin Elke Voitl (Grüne). Über niemanden aus dem hauptamtlichen Magistrat haben wir in diesem Jahr so selten geschrieben wie über sie. Dafür schämen wir uns ein bisschen, aber immerhin darf Voitl jetzt Weihnachtsfrau sein. Und wem bringt sie jetzt welches Geschenk?

Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne) bekommt von Voitl eine kommissarische OB-Amtskette. Weil sie nämlich sehr gerne kommissarische (oder gar: amtierende Oberbürgermeisterin) ist.

Wirtschaftsdezernentin Stephanie Wüst (FDP) erhält einen Hopfenkoffer. Den größten und schönsten. 24 verschiedene Biere, durch die sich Wüst durchprobieren kann. Damit sie ein neues Lieblingsbier findet – als Ersatz für das Römer-Pils, wenn Binding nicht mehr in Frankfurt braut.

Voitl will Bastian Bergerhoff (Grüne) einen Glückscent schenken. Abgesehen davon, dass für einen Kämmerer jeder Cent zählt, ist Glück bei der Haushaltsführung nicht zu verachten. Vielleicht finden sich ja so ein paar Millionen. Da aber ein Glückscent nur Glück bringt, wenn er selbst gefunden wird, versteckt Voitl ihn im Magistratssitzungssaal. Doch Bergerhoff findet ihn nicht. Wer ihn gefunden hat? Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD). Sie freut sich. Jetzt fehlen ihr nur noch 29 Cent, damit sie in den neuen städtischen Bühnen als erstes Stück die „Dreigroschenoper“ zeigen kann.

Voitl will Geschenke ganz ohne Parteipolitik machen. Deswegen bedenkt sie Planungsdezernent Mike Josef (SPD) mit der Autobiografie von Ex-OB Peter Feldmann. Der Mann hat immerhin zweimal eine OB-Wahl gewonnen, vielleicht kann sich Josef ja Tipps für seine Kandidatur da holen.

Dezernent Stefan Majer (Grüne), der im nächsten Jahr in Rente geht und Voitl das Gesundheitsdezernat übergibt, bekommt ein Survival Bag für Rentner. Findet der mäßig lustig. Bei Übergabe der Geschäfte trägt er ein T-Shirt „Ich bin in Rente und du nicht. Viel Spaß morgen bei der Arbeit“.

Und Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD)? Die bekommt einen Bauplatz für die Europäische Schule geschenkt. Schöner kann Weihnachten nicht werden.

Sandra Busch und Georg Leppert gehören zum Römer-Team der FR, das

aus dem Frankfurter Rathaus berichtet. Frühere Römerbriefe gibt es unter www.fr.de/roemerbriefe.

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