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Römerbriefe: Frohes Fest

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Von: Sandra Busch, Georg Leppert

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Peter Feldmann mag Weihnachtsgedichte.
Peter Feldmann mag Weihnachtsgedichte. © Michael Schick

Die Politikerinnen und Politiker treffen sich zur besinnlichen Runde im Netz. Die FR-Kolumne aus dem Frankfurter Römer.

Leppert: Weißt du noch die Weihnachtsfeier, bei der wir danach in die Raucherkneipe gegangen sind?

Busch: Weihnachtsfeier? Muss zehn Jahre her sein.

Leppert: Sind gerade mal zwei.

Busch: Oh.

Wir wollen nicht nostalgisch werden, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik. Aber früher, als man noch richtige Weihnachtsfeiern machen durften, das war schon schön. Heute geht das ja nur noch im Internet. Das ist natürlich kein Ersatz. Obwohl: So eine virtuelle Weihnachtsfeier mit unseren Politikerinnen und Politikern stellen wir uns schon unterhaltsam vor. Und hier kommt es: Unser frei erfundenes Protokoll von der online abgehaltenen Weihnachtsfeier im Frankfurter Römer.

Kirchendezernent Bastian Bergerhoff (Grüne): „Leute, Weihnachten ist ein christliches Fest. Deshalb eröffne ich die Runde.“

Stadtverordnete Ursula Busch (SPD): „Da muss ich protestieren. Du bist für Dotationskirchen zuständig. Mein PC ist keine Dotationskirche. Um Religion kümmert sich sonst der OB.“

Diversitätsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne): „Nee, ich.“

Busch: „Echt?“

Stadtverordnetenvorsteherin Hilime Arslaner (Grüne): „Jetzt ist augenblicklich Ruhe in der Leitung. Natürlich eröffne ich die Sitzung. Hier kommt der Strafenkatalog. Wer während der Weihnachtsfeier nebenbei im Internet surft, muss ein Gedicht vortragen…“

Stadtverordnete Jutta Ditfurth (Ökolinx): „Ich habe deine schwarze Pädagogik so satt.“

Stadtverordnete Tina Zapf-Rodriguez (Grüne): „Jetzt lasst uns mal politisch werden. Ich beantrage: Während der Feier sind das N- und das M-Wort verboten.“

Stadtverordneter Yanki Pürsün (FDP): „Nö.“

Stadtverordneter Nico Wehnemann (Die Partei): „Tina, gib her den Antrag, bevor du wieder Probleme in der Koalition bekommst, stelle ich ihn eben.“

Stadtverordnete Daniela Mehler-Würzbach (Linke): „Leute, wir müssen das abbrechen. Nach einer neuen Studie liegt das Risiko, sich bei einer Online-Weihnachtsfeier mit Corona zu infizieren bei 0,0001 Prozent. Das ist nicht zu verantworten.“

Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne): „Gut, dann machen wir Schluss.“

Wehnemann: „Eine Online-Feier brechen Sie ab, aber der Weihnachtsmarkt durfte bis zum bitteren Ende stattfinden?“

Majer: „Hätte ich den Markt abgebrochen, hätte der Mann mit der Goldkette in der ,Bild‘ wieder rumgeflennt: Mich hat man zu spät informiert, mimimi…“

Alle zusammen: „Wo ist der Oberbürgermeister eigentlich?“

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) betritt die virtuelle Feier – zusammen mit 25 Leserinnen und Lesern der FR, mit denen er gerade auf Demokratiereise ist: „Von drauß vom Römer komme ich her / Ich muss euch sagen, die Koa gefällt mir sehr / Allüberall in den Dezernatsspitzen / Seh’ ich freundliche Leute sitzen…“

Nach zwölf weiteren Gedichten bricht die Leitung zusammen. Feldmann ist stinksauer auf IT-Dezernentin Eileen O’Sullivan (Volt) und lässt ihr über die „Bild“ ausrichten, dass er Gesprächsbedarf hat.

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