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Römerbriefe: Frau Bürgermeisterin und die Eintracht

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Von: Sandra Busch, Georg Leppert

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Vorstandssprecher von Eintracht Frankfurt, Axel Hellmann, übergibt Frankfurts Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg ein Eintracht-Trikot mit ihrem Namen.
20220303_Mitgliedschaft_Bürgermeisterin_Nargess Eskandari-Grünberg-0563.jpg © EINTRACHT FRANKFURT / MARTIN OHN

Nargess Eskandari-Grünberg wird Adlerträgerin. Jetzt muss sie nur noch die Fanlieder lernen. Aber sie hat ja uns. Die FR-Kolumne aus dem Frankfurter Römer.

Busch: Müssen wir heute wirklich schon wieder über die Eintracht schreiben?

Leppert: Aber wir schreiben doch über unsere Bürgermeisterin.

Busch: Komm, dir geht es doch vor allem um die Eintracht.

Leppert: Willst du jetzt etwa sagen, es sei keine Meldung wert, wenn die Bürgermeisterin Mitglied bei der Eintracht wird?

Keine Sorge, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik, selbstverständlich greifen wir dieses Thema auf. Wir könnten uns natürlich fragen, warum Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne) erst jetzt dem besten Verein der Welt beigetreten ist, aber geschenkt. Das Warten hat sich für sie ja auch ausgezahlt. Immerhin konnte sie so im Proficamp der Eintracht ihren Mitgliedsantrag unterzeichnen. Und nicht wie unsereins schnöde alleine am Küchentisch. Dann hat Eintracht-Vorstand Axel Hellmann auch noch höchstpersönlich den Antrag entgegengenommen, und sie bekam ein Eintracht-Trikot mit der Rückennummer 1 und dem eigenen Namen: Nargess Trapp-Eskandari-Grünberg. Oder so ähnlich. Man passe gut zusammen, war man der Meinung, denn Eintracht und die Bürgermeisterin stünden beide für Toleranz, Weltoffenheit und Internationalität.

Stimmt ja auch. Als Bürgermeisterin und Diversitätsdezernentin will Eskandari-Grünberg sich um gesellschaftlichen Zusammenhalt kümmern. Wie die Eintracht. Sie hat etwa ein Projekt interkulturelle Schulungen bei der Polizei angestoßen. Aber eigentlich wollte sie ja mal Oberbürgermeisterin werden. Das lief nicht sooo gut. Sowohl das mit der Kandidatur als auch das mit ihrer Forderung nach einem 365-Euro-Ticket für Bus und Bahn. Die RMV-Preise sollen jetzt sogar erhöht werden. Aber das mit der Eintracht und der Bürgermeisterin kann natürlich der Beginn einer wunderbaren Freundschaft sein. Wir möchten sie auf das Fandasein ein wenig vorbereiten. Regel Nummer 1: Kenne die Lieder, die in der Kurve gesungen werden. Wir müssen sie nur ein wenig für „NEG“ anpassen...

Gerne gesungen wird: „Frankfurter Jungs, Frankfurter Jungs, wir sind alle Frankfurter Jungs...“ Das Lied dürfte Eskandari-Grünberg grundsätzlich gefallen. Es sagt nämlich aus, dass es egal ist, wo du geboren bist, ob im Klinikum Höchst oder wie die Bürgermeisterin im Iran. In der Kurve sind alle Frankfurter. Dass die rein männliche Form benutzt wird, geht aber nicht. Deshalb singt Eskandari-Grünberg; „Wir sind alle Frankfurter Jungs*, Mädels* und Diverse.“

Das Verhältnis vieler Eintracht-Fans zur Polizei ist schlecht. Zum Ausdruck kommt es im sehr rüden Song: „Hass, Hass, Hass wie noch nie / All Cops are Bastards, ACAB...“ Das ist natürlich nicht in Ordnung. Die Bürgermeisterin stimmt an: „Reformen, Reformen, Reformen wie noch nie / Alle Polizeikräfte sind interkulturell fortbildbar, kikerikiki...“

Und wenn der Schiedsrichter gegen die Eintracht pfeift? In diesem Fall erweitert Eskandari-Grünberg einen ganz alten Gassenhauer: „Schiri, wir wissen, wo dein Auto stand / Fahr Bus und Bahn, Bus und Bahn / Aber nicht für 365 Euro im Jahr / Das ist nicht zu finanzieren, das war mir immer klar...“

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