1. Startseite
  2. Frankfurt

Römerbriefe: Frankfurt auf Rabattkarte

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Sandra Busch, Georg Leppert

Kommentare

Teures Vergnügen.
Teures Vergnügen. © Christoph Boeckheler

Der ÖPNV wird unbezahlbar? Quatsch. Nutzen Sie doch die Smart-Prepaid-Superkarte. Und es gibt noch viel mehr Sparmodelle. Die FR-Kolumne aus dem Frankfurter Rathaus.

Busch: Nächste Station Konstablerwache.

Leppert: Nächste Station Dom/Römer.

Busch: Nächste Station Willy-Brandt-Platz.

Leppert: Nächste Station Hauptbahnhof. Das macht dann 3,40 Euro, bitte.

Jetzt stellen Sie sich mal vor, Sie wohnen im Nordend, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik. Und Sie wollen jemanden in Hamburg besuchen. Dann gehen Sie zur Station Merianplatz und lösen eine Fahrkarte. Auf dem Automaten steht als Preis: 3,40 Euro. Da denken Sie sich: 3,40 Euro für eine Fahrt von Frankfurt nach Hamburg, das ist ja ganz okay, offenbar hat die Politik verstanden, dass die Verkehrswende jetzt wirklich gelingen muss. Nur dann stellen Sie fest, dass das Ticket gar nicht bis Hamburg gilt. Für Ihre 3,40 Euro kommen Sie nur vom Nordend zum Frankfurter Hauptbahnhof.

Sie haben es gelesen: Die Preise für Einzelfahrkarten sind mächtig gestiegen. Das bedauert unter anderem OB-Kandidat Uwe Becker (CDU), was etwas seltsam ist, weil: Als er noch Kämmerer war, konnten ihm die Tickets nicht teuer genug sein. Aber gut, hat er eben dazu gelernt. 3,40 Euro für ein Ticket, das geht gar nicht, da hat Becker recht.

Moment, würde jetzt Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) sagen, das ist doch wieder Römerbriefe-Nörgelei. Es gibt doch Sparmodelle. Etwa den RMV-Sparpass. Da löhnt man erst einen Zehner und fährt danach 25 Prozent günstiger. Oder den Prepaid-Rabatt, da zahlt man 40 Euro ein, danach werden Einzeltickets billiger. Oder den Tarif RMV-Smart, den haben wir nicht verstanden. Irgendwie fährt man da kostenlos, man muss nur vorher 240 Euro zahlen. Super Deal. Egal, das ist eh nur für 30 000 Testpersonen.

Frankfurt spart

Wir finden ja, solche Sparmodelle sind die Lösung für viele Probleme, bei denen die Stadt gerade keine besonders gute Figur macht. Die Bürgerinnen und Bürger werden solche Angebote zu schätzen wissen. Hier unsere Vorschläge.

Sie finden 18 Grad bei Nacht in Ihrer ABG-Wohnung doch etwas kalt? Kein Problem, sagt Wohnungsdezernent Mike Josef (SPD). Buchen Sie einfach den Tarif „Warm Winter“. Damit haben Sie pro Woche 126 Grad zur Verfügung, die Sie nach Lust und Laune auf sieben Nächte verteilen können.

Frühbucher-Rabatt fürs letzte Krippenjahr

Sie haben eine Mail an die Ausländerbehörde geschrieben und keine Antwort bekommen? Wie auch, da liegen noch 15 000 Nachrichten unbeantwortet rum. Aber nutzen Sie doch das Vielschreiber-Modell von Dezernentin Annette Rinn (FDP). Schicken Sie 40 Mails im Monat, dann wird eine garantiert beantwortet.

Sie haben sich darauf verlassen, dass das letzte Krippenjahr wirklich kostenlos ist, wie es die Koalition angekündigt hatte? Sie sind ja lustig. Aber egal, Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) hat einen Frühbucher-Rabatt für Leute wie Sie im Angebote. Sie melden Ihr Kind in den ersten zwölf Stunden nach der Geburt an, dann gibt es im letzten Krippenjahr zehn Prozent Rabatt. Allerdings nur, wenn das Kind dann schon trocken ist und nachmittags länger bleibt, um den Erzieher:innen beim Aufräumen zu helfen.

Sandra Busch und Georg Leppert gehören zum Römer-Team der FR, das aus dem Frankfurter Rathaus berichtet. Frühere Römerbriefe gibt es unter www.fr.de/roemerbriefe.

Auch interessant

Kommentare