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Römerbriefe: Frankfurt am Meer

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Von: Sandra Busch, Georg Leppert

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So könnte sie sein, die Aussicht aus Frankfurt am Meer.
So könnte sie sein, die Aussicht aus Frankfurt am Meer. © dpa

Der OB will, dass die Stadt bei Binding einsteigt – und wir haben noch viel mehr Ideen, wo sich Frankfurt beteiligen könnte. Die FR-Kolumne aus dem Frankfurter Rathaus.

Busch: Lass uns ins Weltraumgeschäft einsteigen.

Leppert: Dann können wir Leute zum Mond schießen.

Busch: Und dann schießt du mich zum Mond?

Leppert: Würde ich nie machen. Du hast Flugangst.

Der Oberbürgermeister sorgte dieser Tage für Verwunderung bei den Koalitionsparteien, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik. Man könnte auch sagen: für Ärger. Nicht, dass es so ungewöhnlich wäre, dass sich die Koalitionsparteien über Peter Feldmann (SPD) ärgern oder wundern. Das passiert ständig. Und nun sind es auch nur noch eineinhalb Wochen bis zum Bürgerentscheid über Feldmann, natürlich wird sich da erst recht öffentlich geärgert und gewundert. Aber dieses Mal ging es um unser Frankfurter Binding-Bier, das nach der Entscheidung der Radeberger-Gruppe nicht mehr in Frankfurt gebraut werden soll.

Nun kam der Oberbürgermeister kürzlich zu einer Binding-Demo der Mitarbeitenden und sagte, Binding müsse bleiben und man diskutiere darüber, ob die Stadt mit einsteige. Eine städtische Brauerei? Ja nun, es gibt auch ein städtisches Weingut. Aber: Offenbar weiß niemand im Römer von einer Diskussion, ins Brauereigeschäft einzusteigen. Die Grünen zeigten sich zumindest „verwundert“ über Feldmanns Aussage. Was so viel heißt wie: Sie waren ziemlich sauer. „Weder der Fraktion der Grünen im Römer noch den grünen Magistratsmitgliedern sind solche Diskussionen bekannt.“ Das ist eigentlich schade. Wir sind dafür, dass viel mehr über Beteiligungen der Stadt diskutiert werden sollte. Wir haben da auch schon ein paar Ideen, wo Frankfurt einsteigen könnte.

Die Stadt steigt bei Eintracht Frankfurt ein. Allerdings knüpft der Oberbürgermeister Feldmann den Einstieg an ein paar Bedingungen. Oben auf der Liste steht: Bei Titelgewinnen darf er im ersten Wagen im Corso mitfahren.

Die Uni Bielefeld steckt gerade in einem Sexismusskandal, weil den Erstsemestern Kennenlernspiele vorgeschlagen wurden, die etwa die Aufforderung an Männer enthielten, fünf Frauen einen Klaps auf den Hintern zu geben. Die Stadt Frankfurt beteiligt sich an der Uni Bielefeld und verspricht Hilfe bei der Aufarbeitung. Man kenne sich aus mit Sexismusskandalen.

Viele Diskussionen gibt es um den Einstieg eines chinesischen Staatskonzerns in den Hamburger Hafen. Frankfurt löst das Problem und beteiligt sich statt der Chinesen. Feldmann benennt Frankfurt am Main anschließend in Frankfurt am Meer um.

Die Stadt Frankfurt steigt beim führenden Hersteller von Wahlurnen ein – und verspricht, die Abwahl von Feldmann alle sechs Monate aufs Neue zu versuchen.

Der Zirkus Roncalli ist gerade in der Stadt. Gute Gelegenheit, über eine Beteiligung der Stadt am Zirkus zu sprechen. Gespräche laufen super, Beteiligung geht klar. Es herrscht nur Uneinigkeit, welche Partei nun das nächste Programm aufstellen darf. Zirkus machen können schließlich alle.

Sandra Busch und Georg Leppert gehören zum Römer-Team der FR, das

aus dem Frankfurter Rathaus berichtet. Frühere Römerbriefe gibt es unter www.fr.de/roemerbriefe.

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