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Römerbriefe: Fiese Sprüche

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Von: Sandra Busch, Georg Leppert

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Kaweh Mansoori sorgt für Stimmung.
Kaweh Mansoori sorgt für Stimmung. © Peter Jülich

Wird der OB-Wahlkampf zu harmonisch? Keine Sorge: Kaweh Mansoori sorgt von Berlin aus für Stimmung. DieFR-Kolumne aus dem Frankfurter Rathaus.

Busch: Piep, piep, piep…

Leppert: Wir haben uns alle ganz doll lieb.

Busch: Aber irgendwie ist so ein Wahlkampf, in dem alle nett zueinander sind, ja auch ein bisschen langweilig.

Leppert: Stimmt. Wir sollten unsere Hoffnungen auf Kaweh Mansoori setzen.

Es ist Wahlkampf in Frankfurt, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik. Schon wieder. Ja, beschweren Sie sich jetzt nicht, die ganze Stadt wollte, dass Peter Feldmann verschwindet. Und dann wird eben neu gewählt.

Aber mit ganz viel Respekt voreinander, finden zumindest alle bisher bekannten Kandidat:innen. Weil es ja um Frankfurt geht. Und weil man auch im Abwahlbündnis so toll zusammengearbeitet hat. Der Uwe Becker von der CDU meinte vor ein paar Wochen, man könne ja auch an anderer Stelle immer mal wieder kooperieren zwischen Koalition und Opposition. Und die Manuela Rottmann (Grüne) sagte, manchmal komme der beste Vorschlag gar nicht aus der eigenen Partei.

Uns ist das zu viel Harmonie. Aber am Mittwoch meldete sich plötzlich Kaweh Mansoori, Frankfurter Bundestagsabgeordneter der SPD, und twitterte: „Die OB-Wahl in Frankfurt ist eine Richtungswahl zwischen Mike Josef und Uwe Becker. Das verspricht ein spannendes Duell um die Zukunft für unsere Stadt. Für die Frankfurter Grünen tritt eine Abgeordnete aus Unterfranken an.“ Wow, das war mal volle Breitseite, in dem Fall gegen Manuela Rottmann.

Wir finden: Mansoori sollte so weitermachen und sich auch die anderen Kandidatinnen und Kandidaten vornehmen. Hier unsere Ideen für einen aggressiven Wahlkampf.

Mansoori sucht das Bild von Uwe Becker am Hochhaus heraus. Wir erinnern uns: In seiner Zeit als Bürgermeister ist Becker mal die Fassade eines Wolkenkratzers hinuntergelaufen. Doppelt und dreifach vertaut, versteht sich. Mansoori schreibt dazu auf Twitter: „Echte Oberbürgermeister brauchen keine Sicherung.“

Für die FDP tritt Yanki Pürsün an (behaupten wir jetzt, ohne es zu wissen). Nachdem Peter Feldmann im AWO-Prozess freigesprochen wurde, stellt sich Mansoori vor Pürsüns Haus und verliest per Megafon die Urteilsbegründung. In Endlosschleife.

Die Kandidatin der Linken, Daniela Mehler-Würzbach, bekommt von Kaweh Mansoori zu lesen: „Gibt es bei der OB-Wahl eigentlich auch eine Fünf-Prozent-Hürde? Wer drunter bleibt, fliegt aus dem Stadtparlament? Gute Idee, Daniela?“

Und auch an den unabhängigen Kandidat:innen arbeitet sich der SPD-Mann selbstverständlich ab. Der Erfinderin des Grüne-Soße-Festivals, Maja Wolff, rät er, ins Dschungelcamp von RTL zu ziehen: „Wer Grüne Soße isst, der futtert auch Känguru-Hoden.“ Und über den Bahnbabo twittert Mansoori: „Echte Kerle fahren U-Bahn.“

Sandra Busch und Georg Leppert gehören zum Römer-Team der FR, das

aus dem Frankfurter Rathaus berichtet. Frühere Römerbriefe gibt es unter www.fr.de/roemerbriefe

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