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Römerbriefe: Einsilbig

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Von: Sandra Busch, Georg Leppert

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Stadträtin Eileen O’Sullivans (Volt) Tweet fanden nicht alle lustig.
Stadträtin Eileen O’Sullivans (Volt) Tweet fanden nicht alle lustig. © Rolf Oeser

Unsere Kommunalpolitikerinnen und -politiker nehmen an einer Ein-Wort-Challenge teil und haben dabei viel zu sagen. Die FR-Kolumne aus dem Frankfurter Rathaus.

Leppert: Eintracht!

Busch: Götze!

Leppert: Frankfurter!

Busch: Rundschau!

Wir sind etwas einsilbig unterwegs, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik. Aber wir wollen – etwas verspätet – noch mitmachen bei dieser Twitter-Challenge. Die haben Sie vielleicht mitbekommen, da durfte man nur ein Wort schreiben, aber das sollte wichtig sein. Etwa: Freiheit, Rechtsstaat, Glaube, Moral, Gesundheit…

Die CDU (Bundespartei) hat das noch übertroffen und hat nur einen Buchstaben gepostet. Nämlich: c. Wie originell das ist, darüber mag man streiten. Jedenfalls hat sich einige Zeit später die Frankfurter Digitaldezernentin Eileen O’Sullivan zu Wort gemeldet. Sie schrieb als Antwort auf den Tweet der CDU: „Korruption schreibt man mit K.“ Peng, das hat gesessen.

Christoph Schmitt fand den Spruch der Dezernentin jedenfalls gar nicht witzig. Sie erinnern sich an Christoph Schmitt? Der war bis zur Kommunalwahl im vergangenen Jahr Stadtverordneter der CDU, und er tat seiner Partei ziemlich gut, weil er klassische christdemokratische Position vertrat und etwa Hausbesetzungen rundum ablehnte. Die Frankfurter CDU dachte sich dann offenbar: Oh, der ist ein guter Politiker und sagt knackige Sachen, dem geben wir mal einen besonders schlechten Listenplatz. Jedenfalls reichte es für Schmitt nicht mehr für einen erneuten Einzug in die Stadtverordnetenversammlung. Exkurs beendet.

Jener Christoph Schmitt jedenfalls nennt O’Sullivans Tweet „unglaublich“. Die Dezernentin werfe der CDU „offensichtlich pauschal ,Korruption‘ vor“. Zumindest eine Entschuldigung sei fällig.

Das kann man übertrieben finden, denn ein bisschen Polemik (und mehr ist es ja nicht) gehört doch zum politischen Geschäft. Aber klar, die CDU darf sich auch darüber aufregen. Wir finden aber: O’Sullivan verdient Respekt dafür, dass sie bei der Twitter-Challenge zwar nicht selbst mitgemacht hat, aber doch darauf eingegangen ist. Was hätten unsere Politiker:innen mit einem Wort (na gut, sagen wir: ein oder zwei Wörter) nicht alles sagen können. Hier unsere frei erfundene Auswahl von entsprechenden Tweets aus dem Römer:

Stadtverordnetenvorsteherin Hilime Arslaner (Grüne): „Ruhe!!!“

Kämmerer Bastian Bergerhoff (Grüne): „Defizitvermeidungshaushalt 2023.“

Klimadezernentin Rosemarie Heilig (Grüne): „Himmel hilf.“

Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne): „Esistunmöglichineinemwortauszudrückenwiesehrichoberbürgermeisterinwerdenwilldeshalbmussichjetztschummelnaberichwillwillwill.“

CDU-Parteichef Uwe Becker: „Oberbürgermeistertauglich. (So geht das!)“

Ordnungsdezernentin Annette Rinn (FDP): Freiluftpartyverbotszone.“

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD): „Freispruch.“

FDP-Fraktionsvorsitzender Yanki Pürsün: „Schuldig!“

Sandra Busch und Georg Leppert gehören zum Römer-Team der FR, das

aus dem Frankfurter Rathaus berichtet. Frühere Römerbriefe gibt es unter www.fr.de/roemerbriefe.

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