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Streng. aber nicht verbohrt: Gesundheitsdezernent Stefan Majer. Rolf Oeser
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Streng. aber nicht verbohrt: Gesundheitsdezernent Stefan Majer. Rolf Oeser

Römerbriefe

Römerbriefe: Der strenge Herr Majer

  • Sandra Busch
    VonSandra Busch
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  • Georg Leppert
    Georg Leppert
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Der Gesundheitsdezernent eifert Heinz Rühmann („Der Pauker“) nach. Die FR-Kolumne aus dem Frankfurter Rathaus.

Busch: Wie läuft dein Intervallfasten?

Leppert: Ich habe Hunger.

Busch: Oh nee. Dann wirst du immer so grantig. Wer kriegt deine schlechte Laune ab?

Leppert: Stefan Majer.

Wir sind immer noch in Urlaub, besuchen Museen oder essen nur noch acht Stunden am Tag. Aber natürlich verfolgen wir, was im Römer los ist, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik. Dazu gehört auch, die Konkurrenz zu lesen. Und in der „Bild“ stießen wir auf ein merkwürdiges Zitat von Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne).

Vorab: Das Gesundheitsamt – und damit Majer – hatte der Eintracht erlaubt, beim Bundesliga-Heimspiel gegen Hertha BSC Berlin am vorigen Samstag auch die Stehkurve zu öffnen. Allerdings sollten die Fans dort Masken tragen. Das ist in der Bundesliga völlig unüblich, und deshalb haben sich in Frankfurt wohl die Wenigsten daran gehalten. Dazu sagt Majer: „Die Vorgaben wurden vonseiten der Veranstalter nicht eingehalten. Das wird es nicht noch einmal geben und wird für die nächste Genehmigung Konsequenzen haben.“

Jetzt muss man mal sagen: Wir arbeiten gut und gerne mit Stefan Majer zusammen, er ist kompetent und ein sympathischer Mensch, aber diese Sätze erinnern einen Teil des Römerbrief-Teams an eine Klassenfahrt nach Berlin Ende der 80er Jahre. Da hatte der Lehrer gesagt: Ihr könnt bis 23 Uhr draußen bleiben, aber kein Alkohol – noch mal: kein Alkohol. Und wie haben wir es Herrn Majer … äh …, Herrn Studienrat V. gedankt? Gesoffen bis um Mitternacht haben wir. Da hat der Lehrer gesagt: „Meine Vorgaben wurden vonseiten der Klasse nicht eingehalten. Das wird es nicht noch einmal geben und wird für die nächsten Abende Konsequenzen haben.“

Das Problem damals war vor allem, dass es auf der Klassenfahrt keine Konsequenzen gab. Damit war die Autorität des Studienrats dahin. Das darf Stefan Majer nicht passieren. Daher kommen hier unsere Vorschläge, wie der Dezernent für Gesundheit und Verkehr die Eintracht bestrafen soll.

Option 1: Zum Europacupspiel gegen Piräus darf die Eintracht zwar wie vereinbart 35 000 Zuschauer:innen ins Stadion lassen. Die aber müssen erstens geimpft oder genesen sein, zweitens am Eingang einen PCR-Test machen, drittens beim Bierholen einen PCR-Test machen, viertens vor dem Fanshop einen PCR-Test machen, fünftens vor der Toilette … Und da die Eintracht ja gesagt hat, dass sie die PCR-Tests (zum Teil) bezahlt, ist sie danach arm und muss Torwart Kevin Trapp verkaufen. Tja, selbst schuld, der Studienrat … äh …, Gesundheitsdezernent sitzt eben am längeren Hebel.

Option 2: Stefan Majer meldet sich für die nächste Plenarsitzung krank. Die Vertretung in der Fragestunde muss Eintracht-Vorstand Axel Hellmann übernehmen. Hellmann muss auf Fragen aus Majers Verkehrsressort antworten wie: Wann räumt die Stadt den Teufelsbruch? Warum müssen die Radstreifen auf dem Oeder Weg so breit sein? Warum ist der Mainkai wieder offen, obwohl Majers Partei die Chance gehabt hätte, die Sperrung fortzusetzen?

Option 3: Majer entmachtet Eintracht-Trainer Oliver Glasner und stellt die Mannschaft für das nächste Heimspiel auf. Da Majer aber viel von Verkehrsprojekten, Gesundheitspolitik und Theologie versteht, aber nur ein bisschen was von Fußball, stellt er einfach die Mannschaft vom Spiel gegen Berlin auf … Die FR hatte diese Aufstellung als „Schnapsidee“ bezeichnet, die Partie war eines der furchtbarsten Heimspiele der vergangenen Jahre.

Kurz vor Drucklegung dieser Seite erreicht uns die Meldung, dass beim nächsten Bundesliga-Heimspiel der Eintracht auf den Stehplätzen keine Masken getragen werden müssen. Dafür gilt dort 2G. Das haben wir auch an unseren Lehrer:innen geschätzt. Sie waren streng. Aber nicht verbohrt.

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