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Römerbriefe: Boris Feldmann und Peter Johnson

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Von: Sandra Busch, Georg Leppert

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Auf dem Weg nach Frankfurt?
Auf dem Weg nach Frankfurt? © dpa

Wenn es schon so viele Parallelen gibt zwischen dem britischen Premier und dem Frankfurter OB, könnte die beiden auch Jobs tauschen. Die FR-Glosse aus dem Frankfurter Rathaus.

Leppert: God save our gracious Queen! Long live our noble Queen!

Busch: Im Herzen von Europa liegt mein Frankfurt am Main.

Leppert: God save the Queen!

Busch: Die Bundesliga gibt sich hier gar oft ein Stelldichein.

Jetzt mal bitte Haltung annehmen, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik. Wir singen hier gerade zwei Nationalhymnen. Die von Großbritannien und die von Frankfurt. Warum wir das tun? Weil es zwischen dem Premierminister von GB und dem Oberbürgermeister von Frankfurt gerade einige Parallelen gibt.

Boris Johnson und Peter Feldmann: Beide haben zuletzt ordentlich Mist gebaut. Beide wollten das zunächst nicht einsehen. Beide haben es dann doch eingesehen. Ein bisschen. Beide wurden zum Rücktritt aufgefordert. Beide wollten nicht. Später dann doch. Also im Prinzip schon. Aber doch nicht jetzt … Viele Menschen sind ziemlich verwirrt und verärgert. In Großbritannien und in Frankfurt.

Jetzt wissen wir nicht, ob sich Feldmann und Johnson je getroffen haben. Aber wenn sich ihre Lebenslagen schon so ähneln gerade – vielleicht sollten sie mal für ein paar Tage die Jobs tauschen. Womöglich entdecken sie dann noch weitere Gemeinsamkeiten. Wir haben uns mal vorgestellt, wie das dann abläuft.

Feldmann will den Pokal

Peter Feldmann möchte sich im britischen Parlament unbedingt einen Pokal schnappen. Bilder mit Pokal kommen immer gut und sind ihm wichtig. Aber da ist kein Pokal, zumindest keiner, den eine Fußballmannschaft gewonnen hat. Denn England hat seit 1966 nichts mehr gewonnen, und der Pokal von damals ist verschwunden. Tragisch.

Boris Johnson macht sich auf die Suche nach einer Party. Einer geheimen Party am besten. Im Regierungssitz. Aber bloß keine Party, auf der er eigenen Alkohol mitbringen soll. Mit Bottlepartys hat er schlechte Erfahrungen gemacht. Aber das Bier darf nicht ausgehen, es muss immer Nachschub kommen und ein extrakühlschrank dafür da sein. Johnson bekommt Wind von einer solchen Party im Rathaus. In den Räumen der Fraktion „Die Fraktion“ im Römer soll es illegale Partys geben. Angeblich mit minderjährigen Migrant:innen unter den Gästen. Noch am Tag seiner Ankunft in Frankfurt legt er sich die Haare schön und klopft abends an die Tür der Fraktion.

Feldmann verursacht Blechschaden

Peter Feldmann zieht in 10 Downing Street ein. Stilecht fährt er mit seinem Dienstwagen vor – und rammt das Auto der Nachbarn. Schuldbewusst hängt er einen Zettel unter den Scheibenwischer: „Sorry, your car is a little bit verbeult jetzt. You can call me …“ Es folgt die Telefonnummer von Yanki Pürsün.

Boris Johnson geht die Finanzen in Frankfurt durch. Und da stößt ihm eines auf. Viel zu viel Geld muss Frankfurt an das Land Hessen zahlen, findet er. Sieht er nicht ein. Man müsse sich aus den Ketten der Bevormundung des Landes befreien, teilt er mit. Nicht mal Hauptstadt des Bundeslandes sei sein neues Zuhause. Konsequenz für ihn: Frankfurt kommt völlig alleine klar und soll nicht mehr Hessen gehören. Johnson verkündet den Fraxit.

Sandra Busch und Georg Leppert gehören zum Römer-Team der FR, das aus dem Frankfurter Rathaus berichtet. Frühere Römerbriefe gibt es unter www.fr.de/roemerbriefe.

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