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Römerbriefe: Bilder für die Ewigkeit

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Von: Sandra Busch, Georg Leppert

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Ein Bild für Peter Feldmann.
Ein Bild für Peter Feldmann. © Sandra Busch

Vom abgewählten OB Feldmann soll kein Gemälde im Römer hängen. Das finden wir ungerecht und zeichnen einen ganzen Comic. Die FR-Kolumne aus dem Frankfurter Rathaus.

Busch: Ich habe das Fotobuch für das Jahr 2022 fertiggestellt. Bilder von allen Ereignissen, die für meine Familie und mich wichtig waren.

Leppert: Ist ein Bild von mir dabei?

Busch: Ja, bei einer Betriebsfeier. Du siehst hungrig aus.

Leppert: Aber lass mich raten, von Peter Feldmann ist kein Bild in deinem Fotobuch.

Manchmal kommt es knüppeldick, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik. Erst wird Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) aus dem Amt gewählt. Und nun muss er in der „Bild“-Zeitung lesen, dass kein Gemälde von ihm in den Fluren des Römers hängen wird. Vor dem Magistratssitzungssaal finden sich Bilder der großen Frankfurter Stadtoberhäupter. Für ein Werk von Feldmann sei kein Geld da, heißt es in der „Bild“.

Das finden wir gemein. Und weil wir gerade in der Weihnachtszeit mit Ungerechtigkeiten ganz schlecht umgehen können, haben wir ein Bild von Peter Feldmann gemalt. Das stellen wir dem Frankfurter Magistrat gerne zur Verfügung, damit es im Römer aufgehängt wird.

Und noch mehr: Wir bieten an, einen ganzen Comic über Peter Feldmanns Amtszeit zu zeichnen. Also in 20 Jahren, wenn wir dafür Zeit haben. Aber unsere Ideen können wir ja schon mal vorstellen.

Römerbriefe: Gelächter über Feldmann am Stammtisch

Der Anfang: Peter Feldmann, frisch gewählt, natürlich mit Amtskette. Sprechblase: „Ich werde die Politik in Frankfurt verändern.“ Daneben der schwarz-grüne Stammtisch in der „Salzkammer“. Auf dem Tisch der Wimpel mit dem Wahlspruch „Schwarz-Grün tut Frankfurt gut!“ Die vier Männer am Tisch lachen sich über Feldmanns Aussage kaputt. Nächstes Bild: Peter Feldmann hält ein Dokument in der Hand. Titel: „Neue Zuständigkeiten im Magistrat“. Bildungsdezernentin Sarah Sorge (Grüne) steht neben ihm und ist stinkwütend. Am schwarz-grünen Tisch lacht niemand mehr.

Der Höhepunkt: Peter Feldmann als Sonnenkönig Ludwig XIV. Unter ihm tut sich eine glückliche Stadt auf. Eltern kaufen schicke Autos, weil sie dank Feldmann keine Kita-Gebühren mehr bezahlen müssen. Kinder stürmen ins Ikonen-Museum und schauen sich die Ausstellung an – denn dank Peter Feldmann zahlen sie keinen Eintritt mehr.

Römerbriefe: Feldmann fehlt im Gerichtssaal

Die Abwahl: Auf vielen kleinen Bildern ist immer wieder eine Frau zu sehen. Sie hat immer ein Schild dabei mit Botschaften, die Feldmann nicht gefallen. Aber Feldmann lächelt überlegen. Die Frau mit dem Schild kann ihm gar nichts. Glaubt er. Dann ein größeres Bild: Die Frau und andere Bürger:innen jubeln, Feldmann steht kreidebleich im Römer.

Das Ende: ein Gerichtssaal in Frankfurt. Der Richter hält ein Gesetzbuch in der Hand. Aufgeschlagen ist Paragraf 331 Strafgesetzbuch – Vorteilsannahme. Nicht im Bild ist Peter Feldmann. Er kommt zu spät zu seinem eigenen Verfahren.

Sandra Busch und Georg Leppert gehören zum Römer-Team der FR, das aus dem Frankfurter Rathaus berichtet. Frühere Römerbriefe gibt es unter www.fr.de/roemerbriefe.

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