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Römerbriefe: Best-of Jan Schneider

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Von: Sandra Busch, Georg Leppert

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Top in de Römerbriefen: Jan Schneider (CDU).
Top in de Römerbriefen: Jan Schneider (CDU). © Oeser

Der Frankfurter CDU-Chef geht. Eine Dauerfehde und das Gendern machten ihn zu einem Spitzenakteur in den Römerbriefen. Die FR-Kolumne aus dem Frankfurter Römer.

Leppert: Ich hatte ja gedacht, Stefan Majer liege auf Platz eins.

Busch: Nein, ich hab ganz gewissenhaft gezählt.

Leppert: Pandemie, Gesundheitsdezernent – der muss doch 2021 am häufigsten in den Römerbriefen vorgekommen sein.

Busch: Nee, nicht mal Top drei.

Jan Schneider tritt ab, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik. Oder vielmehr: Er tritt nicht mehr an, aber das läuft auf dasselbe hinaus. Fast fünf Jahre war er Frankfurts CDU-Chef, jetzt wird er im März nicht erneut für den Posten kandidieren. Und damit geht – wir können es wirklich nicht anders sagen – einer der Stars der Römerbriefe. Er war ja nicht nur Parteichef, sondern auch acht Jahre Dezernent. Wir haben uns viel mit ihm beschäftigt. Das können wir belegen. Unser Archiv gibt her: Im vergangenen Jahr nahm Schneider eine Spitzenposition unter den Römerbriefe-Akteur:innen ein. 22-mal kommt er vor, damit schlägt er seine Hauptkontrahentin Sylvia Weber (SPD) zumindest in dieser Disziplin um Längen. Eine Person läuft Schneider allerdings den Rang ab. Wir verraten nicht, wer Nummer eins ist, aber warum liegt Schneider auf einem Top-platz? Weil allein schon so gut wie alles, was er mit Weber gemeinsam gemacht hat, für die Römerbriefe geeignet war. Als Dank kommt nun unser Best of Jan Schneider:

Top natürlich die Dauerfehde des Baudezernenten Schneider mit der Bildungsdezernentin Weber. Das Muster war irgendwann klar: „Wir müssen Schulen bauen, möglichst schnell. Das klappt aber nicht, weil: „Jan Schneider ist schuld.“ (Sylvia Weber) „Sylvia Weber ist schuld.“ (Jan Schneider) „Jan Schneider ist schuld.“ (Weber) „Sylvia Weber ist schuld.“ (Schneider). Folgerichtig lautet in den Römerbriefen der Lieblingssong der beiden „Wir sind ein Team“ von Bob, dem Baumeister, trägt Weber ein Beatles-Shirt und Schneider ein Stones-Shirt, will sich Weber im Spiel „Grundstücke-für-Schulen-finden“ messen. Gut da hatten wir damals Recht. Sie hat ja nun die Ämter von Schneider übernommen und kann in echt spielen.

Die Beziehung zu den Grünen: Enttäuschung nach der Kommunalwahl 2021. Für Grün-Schwarz reicht es nicht. Grün-Rot-Rot steht im Raum. Unsere Idee vor den Sondierungsgesprächen: Schneider trägt als Statement demnächst mal ein grünes Hemd zu einer schwarzen Hose und Socken im Gelb der FDP. Dann könnte er die Presse zum Essen einladen: Mit grünem Blattsalat mit Pommes (gelb) und einem etwas verbrannten Kotelett (schwarz). Hat er alles nicht gemacht. Wie es ausging, wissen Sie.

Ein Lieblingsthema auch: Die Idee, geschlechtergerechte Sprache in der Stadtverwaltung einzuführen, fand der CDU-Vorsitzende während der Pandemie völlig verrückt. Keine Zeit für so etwas. Deswegen unser Vorschlag: Jan Schneider will OB werden und verspricht, jeden Bürger und jede Bürgerin einzeln mit Namen anzusprechen. So muss er nie gendern. Apropos OB werden: Auch die Spekulation über eine OB-Kandidatur im Jahr 2024 hat uns immer mal beschäftigt. Aber das kann ja weiterhin etwas werden. Und dann klappt es vielleicht auch mit der Spitzenposition in den Römerbriefen. Ups.

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