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Römerbriefe: Alles kommt wieder

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Von: Sandra Busch, Georg Leppert

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Uwe Becker ist wieder da: als Parteichef der Frankfurter CDU.
Uwe Becker ist wieder da: als Parteichef der Frankfurter CDU. © Michael Schick

Uwe Becker ist wieder Frankfurter CDU-Chef. Das könnte eine Retro-Welle im Römer auslösen. Die FR-Kolumne aus dem Frankfurter Römer.

Busch: Dein Polo-Hemd hast du auch schon bei der ersten Diskussion über den Wiederaufbau der Altstadt getragen, oder?

Leppert: Ist doch ein schönes Stück.

Busch: Und was ist das für ein Ding auf deinem Tisch?

Leppert: Ein Akustik-Koppler. Damit übertragen wir nachher die Texte an die Redaktion. Wir bräuchten aber noch ein älteres Telefon dafür.

Der Neue ist der Alte, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik. Uwe Becker ist wieder da – als Parteichef der Frankfurter CDU. Der 52-Jährige setzte sich am Samstag beim Parteitag gegen die ehemalige Bundestagsabgeordnete Bettina Wiesmann im Duell um die Spitze durch, soll die Partei nun zum zweiten Mal in die Zukunft führen. Schon 2013 bis 2017 stand er an der Spitze der Christdemokraten, dann kam der damals 36-jährige Jan Schneider dran. Nach zwei verheerenden Wahlniederlagen im vergangenen Jahr ist jetzt wieder Becker an der Reihe. Von Verjüngungskur ist die Rede. Von frischem Wind. Oder so ähnlich. Von Aufbruch und Neuanfang jedenfalls. Das alles mit einem altbekannten Gesicht. Wir wollen jetzt gar nicht mit der Diskussion darüber anfangen, ob früher alles besser war. Wir könnten uns nur vorstellen, dass Beckers Rückkehr an die Spitze der CDU eine Retro-Welle im Römer auslöst. Und dann passiert Folgendes…

Grüne und CDU arbeiten wieder zusammen. Zur Koalition braucht es zwar auch noch Volt, eine Partei, die es früher gar nicht gab. Ist aber kein Problem, die Themen, die Volt bearbeitet (Bürgerservice und Digitalisierung), gibt es ja bis heute nicht. Auf einer eilig einberufenen Pressekonferenz teilen Grüne und CDU mit: „Grün-Schwarz tut Frankfurt gut.“ Das sehen die rund 20 000 Menschen, die auf eine Sozialwohnung warten, bestimmt auch so.

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), der Gegenspieler der Koalition, sieht sich als ihr Anwalt und kehrt zurück zum Slogan: „Bauen, bauen, bauen!“ Auch auf dem Pfingstberg, auch in den Günthersburghöfen. Seine Position verteidigt er bei einer Podiumsdiskussion mit Claus-Jürgen Göpfert von der FR. Dafür sagt er seine Teilnahme am Adorno-Preis ab.

Markus Frank (CDU) wird wieder Wirtschaftsdezernent und holt die IAA zurück. Porsche macht ein Rennen durch den Günthersburgpark, Ferrari tourt ums Waldstadion herum. Die Frankfurterinnen und Frankfurter pilgern wie einst 1951 bei der ersten IAA in Frankfurt in Scharen staunend zur Messe. Mit ihren Lastenrädern und Mountainbikes.

Und sonst? Matthias Pfeiffer (BFF) heißt wieder Nase (oder so ähnlich), Nico Wehnemann (Die Partei) arbeitet sich wieder an Nazis und nicht an Kleingärtnern ab, OB-Sprecher Olaf Schiel fragt, ob sein Job bei der „Bild“ noch frei ist, aber dort interessiert man sich nicht mehr für Zäune gegen Nilgänse. Und Uwe Becker bekommt bei der Frage nach der OB-Kandidatur für die CDU plötzlich Konkurrenz. Eine gewisse Petra Roth findet, es sei mal Zeit für eine Frau auf dem Posten.

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