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Uwe Becker lässt seinen Gefühlen freien Lauf.
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Uwe Becker lässt seinen Gefühlen freien Lauf.

RÖMERBRIEFE

Römerbriefe: Abschiedsworte

  • Sandra Busch
    VonSandra Busch
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  • Georg Leppert
    Georg Leppert
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Uwe Becker schreibt vor seiner Abwahl einen Brief an die Stadtverordneten. Wir finden das vorbildlich. Die FR-Glosse aus dem Frankfurter Rathaus.

Leppert: „Time.“

Busch: „To.“

Leppert: „Say.“

Busch: „Goodbye.“

Abschiede sind immer schwer, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik. Denn weggehen bedeutet zurücklassen. Loslassen müssen. Man muss Abschied nehmen von Zielen, Menschen und Orten, von liebgewonnenen Gewohnheiten, von einer Stadt. Aber auch ein Abschied vom Arbeitsplatz ist nicht immer freiwillig. So geht das nun auch einigen unserer Dezernentinnen und Dezernenten. Sie werden abgewählt, müssen ihren Platz räumen. Und da es nicht leicht ist, Abschied zu nehmen, fällt es auch schwer, Abschiedsgedanken in Worte zu fassen.

Bürgermeister und Kämmerer Uwe Becker (CDU) hat es jetzt versucht. Er hat einen Abschiedsbrief an die Stadtverordneten geschrieben. Er findet mahnende Worte in seinem Prozess des Loslassens. „Niemand sollte sein Hobby anderen aufzwingen, seine Sicht als die einzig richtige anderen aufgeben. Die Aufgabe des Staates und damit auch unserer städtischen Gremien ist es, einen Rahmen zu setzen, in dem die Menschen ihr Leben selbst frei gestalten können.“ Und es geht später weiter: „Es ist nicht die Aufgabe des Magistrats oder der Stadtverordnetenversammlung, das Leben der Menschen zu regeln, sie zu bevormunden oder zu gängeln. Lassen Sie den Frankfurterinnen und Frankfurtern ihre Freiheit!“ Das ist mal eine klare Ansage vom Bürgermeister.

Auch die anderen scheidenden Dezernentinnen und Dezernenten müssen natürlich noch Abschiedsbriefe schreiben. Wir wissen selbstverständlich schon ganz exklusiv, was darin stehen wird.

Baudezernent Jan Schneider (CDU): „Verehrte Politiker (Frauen sind mitgemeint), ich habe in meiner Amtszeit wirklich viel gebaut. Ganz tolle Holzhäuser sind entstanden. Und ich werde auch wieder viel bauen. Wenn ich 2024 zum Oberbürgermeister gewählt werde, dann teile ich im Magistrat die Verantwortungen alle neu auf und übernehme meine Ressorts wieder. Vielleicht auch noch andere. Damit Frankfurt vor dem Untergang bewahrt wird. PS: Ab jetzt ist WIRKLICH Sylvia Weber an allem schuld.“

Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU), dessen Amtszeit ausläuft: „Trilliardenmal konnte ich Ihnen sagen: Heute ist ein guter Tag für Frankfurt. Nun muss ich Ihnen mitteilen: Heute ist kein guter Tag für Frankfurt.“

Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU): „Mein besonderer Dank geht in diesen Tagen an den Oberbürgermeister. Danke, lieber Peter, dass Du in der AWO-Affäre alle Schuld auf Dich genommen hast.“

Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD): „Dass ich als einziger Sozialdemokrat abgewählt werde, ist ein bisschen fies. Zumal ich gerade erst meine Begeisterung fürs Radfahren entdeckt habe. Aber Sie wissen ja: Auf Stefan Majer ist in diesem Amt bisher immer Klaus Oesterling gefolgt. Also sehen wir uns bald wieder.“

Lennard Everwien (Volt): „Ich werde zwar nicht abgewählt, aber ich wollte nur mal sagen: Es wäre lustig geworden.“

Sandra Busch und Georg Leppert gehören zum Römer-Team der FR, das aus dem Frankfurter Rathaus berichtet. Frühere Römerbriefe gibt es unter: www.fr.de/roemerbriefe.

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