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25 der 107 Kleingärten, befürchtet der KGV Mainwasen, müssten einem Schulbau zum Opfer fallen.
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25 der 107 Kleingärten, befürchtet der KGV Mainwasen, müssten einem Schulbau zum Opfer fallen.

Europäische Schule

Römer-Koalition: Zankapfel Mainwasen

  • Timur Tinç
    vonTimur Tinç
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CDU und Grüne wollen die Europäische Schule Frankfurt in Sachsenhausen neu bauen, die SPD nicht. Der SV Sachsenhausen und Germania 94 sind für einen Umzug offen, der KGV lehnt ihn ab.

Jan Schneider (CDU) steht unter Druck. Seit mehr als einem Jahrzehnt findet die Stadt Frankfurt keinen Standort für den Neubau der Europäische Schule Frankfurt (ESF), den sie dem Bund versprochen hat. Die Schule wurde 2002 für Kinder von Mitarbeiter:innen der Europäischen Zentralbank (EZB) und anderer europäischer Institutionen gegründet und ist in der Nordweststadt in unmittelbarer Nähe der Ernst-Reuter-Schule beheimatet. Allerdings platzt sie aus allen Nähten. 1600 Schüler:innen werden dort unterrichtet, bis zum Jahr 2025 sollen es rund 2200 sein.

Schneider, der als Liegenschaftsdezernent die Aufgabe von Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) übertragen bekommen hat, einen geeigneten Standort für einen ESF-Neubau zu finden, hat die Mainwasen auserkoren. Dafür müssten die Gerbermühlstraße verschwenkt, die Sportvereine umgesiedelt und Ersatz für die Kleingärten geschaffen werden. Dieser Plan findet auch die Unterstützung der Grünen. Ein Letter of Intent, die Absichtserklärung, das Projekt voranzutreiben, ist in Bearbeitung, aber noch nicht abgeschickt. Denn der dritte Koalitionspartner, die SPD, hält von den Plänen nichts. Sie sieht den Kaiserlei als besseren Standort an. Damit läge die ESF aber mitten im Gewerbegebiet. Die ESF halte die Mainwasen deswegen für den besseren Ort, sagt Schneider.

Den zwei Sportvereinen, Germania 94 und SV Sachsenhausen, die auf den Mainwasen angesiedelt sind, hat die Stadt derweil einen Neubau einer kompletten Anlage an der Offenbacher Landstraße in Aussicht gestellt. Sportdezernent Markus Frank (CDU) deutete kürzlich an, die EZB werde die Kosten dafür mittragen. „Uns wurde gezeigt, wie es aussehen könnte, und dann hat man sich zum Jahreswechsel getrennt“, sagt Bernd Nobis, Vorsitzender der Germania mit ihren rund 500 Mitgliedern. „Etwas Schriftliches, etwas Verbindliches gibt es noch nicht.“ Alexander Radomski, Vorsitzender des SV Sachsenhausen sagt: „Grundsätzlich sind wir offen und interessiert, wenn das so umgesetzt wird, wie wir uns das vorstellen.“

Von den Spielfeldern, einem Rasen-, einem Kunstrasen- und einem Hartplatz, fiele zwar einer weg. Dafür entstünden aber zwei neue Kunstrasenplätze, sodass im Winter nicht nur auf einem, sondern auf zwei Plätzen trainiert werden könnte. In den Neuplanungen sind Kleinspielfelder in Käfigen, wie es sie derzeit schon gibt, ein Kinderspielplatz, eine Grillhütte, Parkflächen, eine Multifunktionsgebäude und Tennisplätze vorgesehen.

Ausgleich für die Gärten

„Wir wollen uns nicht verschlechtern“, betont Nobis. Er würde eine neue Anlage begrüßen, denn das Gelände sei in die Jahre gekommen. Andernfalls, fordert er, müsste es umfassend saniert werden. Radomski wirft ein, dass es „mehr zu beachten gibt als auf einem freien Gelände“ wie den Mainwasen. Beispielsweise seien die Wohnhäuser nur 200 Meter entfernt. Allerdings könne man bei einer Neuplanung auch vieles besser umsetzen. Radomski könnte sich beispielsweise für die Inklusions- und Integrationsprojekte seines Vereins einen Konferenzraum vorstellen. Der Kleingartenverein (KGV) Mainwasen ist hingegen „grundsätzlich dagegen“, die Schule an diesem Standort zu bauen, sagt Vorsitzender Klaus J. Tippmann. 25 der 107 Kleingärten müssten nach seiner Rechnung weichen. „Wir haben hier gewachsene biologische Strukturen. Das alles würde durch eine Straßenverlegung zerstört, um neues, steriles Grün anzupflanzen“, kritisiert er.

Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) kann verstehen, dass für den KGV jede Parzelle wichtig ist. „Natürlich müssen wir einen entsprechenden Ausgleich finden und eine finanzielle Unterstützung leisten“, sagt sie. Allerdings: „Wir müssen unserer Verpflichtung gegenüber der Europäischen Kommission und der Bundesregierung nachkommen. Wir sind ein Versprechen eingegangen, das wir seit Jahren nicht eingelöst haben.“ tim

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