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Ein trister Anblick: Die Rampen zur Unterführung am Rödelheimer Bahnhof.

Rödelheim

Unterführung am Bahnhof soll bunter werden

  • Sonja Thelen
    vonSonja Thelen
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Ein Graffiti-Künstler soll die Betonwände der Rampen am Rödelheimer Bahnhof mit lokalen Motiven gestalten. Das wünscht sich der Ortsbeirat - und gibt 17.000 Euro zum Projekt dazu.

Meterhohe graue Betonwände umgeben die gewundenen Rampen, die tagtäglich zahlreiche Passanten und Passantinnen zur Unterführung des Rödelheimer Bahnhofs leiten. Nur auf der Ostseite des Geländes lockern Pflanzen das eher triste Ambiente auf. Mit bunten Graffiti will der zuständige Ortsbeirat 7 jetzt etwas mehr Farbe in die Umgebung bringen.

17 000 Euro hat das Stadtteilgremium aus seinem Budget für das interfraktionelle Projekt bewilligt, damit die Stadt den Graffiti-Künstler Justus Becker beauftragt, die Mauern an den meterlangen Rampen zu gestalten. Denn Auf- und Zugänge zur Unterführung gehören der Stadt, der Tunnel ist im Besitz der Bahn.

Schon seit Jahren verfolgt der Ortsbeirat die Idee, die Rampen zur Unterführung, die die Ost- und Westseite Rödelheims zwischen Baruch-Baschwitz- und Arthur-Stern-Platz verbinden, optisch aufzuwerten. Lange Zeit war eine Wettbewerb im Gespräch. „Doch das ist ein ziemlich kompliziertes Unterfangen“, erläutert Hans-Jürgen Sasse, SPD-Fraktionsvorsitzender im Ortsbeirat.

Sasse knüpfte schließlich den Kontakt zum Sprayer-Atelier in der Naxos-Halle und brachte den bekannten Sprayer Justus „COR“ Becker ins Spiel. Der Graffiti-Künstler hat in Frankfurt bereits vergleichbare Projekte im öffentlichen Raum realisiert, beispielsweise an der U-Bahnstation Ginnheim. „Außerdem bietet sich jetzt eine gute Chance, die Gestaltung umzusetzen, da die Stadt an den Rampen arbeiten und die Flächen abschmirgeln musste“, erläutert Sasse.

Graffiti-Künstler Becker legt erste Ideen vor

Nach mehreren Treffen und Gesprächen mit Ortsbeiratsmitgliedern hat Graffiti-Künstler Becker erste Ideen vorgelegt. „Bei der Auswahl achten wir darauf, dass die Motive nicht zu exaltiert sind, sondern auf breiten Konsens stoßen“, erklärt Sasse.

Nach dem momentanen Stand der Überlegung könnten auf der Ostseite der Rampe lokale Motive wie der Rödelheimer Wasserturm, der Ebbelwei-Express und weitere bekannte Frankfurter Stadtansichten die Wände zieren, während auf der Westseite Portraits von Menschen das Bild prägen könnten. Wenn Wetter und Temperaturen mitspielen, könnte eine Seite noch in diesem Jahr gestaltet werden und die zweite im ersten Quartal 2021 folgen, hofft Hans-Jürgen Sasse.

Noch offen ist der mögliche Kostenpunkt eines „Reparaturfonds“, falls mutwillig etwas an der Wandgestaltung zerstört wird. Einen solchen Topf hatte die CDU-Fraktion in einem Antrag für die jüngste Ortsbeiratssitzung angeregt. Mit ihrem Vorstoß sorgte die CDU allerdings für Unmut in den Reihen des Stadtteilparlaments. Schließlich handele es sich bei der beschlossenen Wandgestaltung um eine gemeinsame Initiative des Ortsbeirats, bei der sich einzelne Fraktionen nicht profilieren sollen, monierten die Ortsbeiratsmitglieder.

Indes stieß die Idee, dass die Stadt einen Topf einrichten soll, aus dem mögliche Zerstörungen an den Spray-Gemälden finanziert werden sollen, auf Zustimmung im Ortsbeirat. Daher soll hierzu ein interfraktioneller Antrag für die kommende Sitzung Ende November vorbereitet werden.

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