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Trauer um alte Pappeln und Eichen

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Seit Montagwurden die Bäume rund um die ehemaligen Gebäude der Spedition Fermont an der Rödelheimer Landstraße gefällt.
Seit Montagwurden die Bäume rund um die ehemaligen Gebäude der Spedition Fermont an der Rödelheimer Landstraße gefällt. © Privat

Bürgerinitiative kritisiert Fällarbeiten am Neubaugebiet Schönhof-Viertel. Der Projektentwickler Instone hat die Bäume an der Rödelheimer Landstraße umsägen lassen, damit das Gebäude der Spedition Fermont abgerissen werden kann.

Eigentlich war es Isabelle Grycz de Porras klar, dass die Bäume rings um die ehemaligen Gebäude der Spedition Fermont an der Rödelheimer Landstraße nicht bleiben werden. Doch als am Montagabend dann die ersten beiden großen Pappeln gefällt wurden, habe ihr das Herz wehgetan. Zwei Eichen, Birken, ein Apfelbaum und weitere Bäume folgten am Dienstagvormittag. Am schlimmsten sei das Gejohle der Arbeiter gewesen, wenn die Baumkronen fielen, sagt Grycz de Porras, die auf der anderen Straßenseite wohnt.

Die Männer haben nur ihren Auftrag von Instone Real Estate ausgeführt. Denn das Areal gehört zum Schönhof-Viertel, die der Projektentwickler zusammen mit der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte / Wohnstadt (NHW) in den kommenden Jahren entwickelt. Ein neues Quartier mit rund 2500 Wohnungen – davon rund 750 geförderte – ist auf dem ehemals gewerblichen Areal geplant. Eine Grundschule, sieben Kindertagesstätten, Einzelhandel und Restaurants. In der Mitte des Viertels soll auf 28 000 Quadratmetern ein Park entstehen.

Das war Grycz de Porras, die sich in der Bürgerinitiative Grüne Rödelheimer Landstraße engagiert, bewusst. Dennoch habe sie die Hoffnung gehabt, dass die Bäume am Rand des Baugebiets gerettet werden können. Schon bevor der Bebauungsplan „Südlich Rödelheimer Landstraße“ beschlossen worden ist, hatten sie und ihre Mitstreiter:innen sich dafür ausgesprochen, dass möglichst viele der mehr als 530 Bäume erhalten werden, sagt Tobias Jörgens von der Initiative.

Vor allem um die zum Teil großen und alten Bäume entlang der Rödelheimer Landstraße sei es schade, sagt Jörgens. Die BI hatte deshalb gefordert, die Bebauung um zwei bis drei Meter von der Straße weg zu verschieben, „dann hätten die Bäume erhalten werden können“. Denn von den Bäumen, die noch auf dem Areal stehen, werde nichts übrigbleiben, da werde „tabula rasa“ gemacht. Und Neupflanzungen seien kein Ersatz für jahrzehntealte Bäume.

Die Stadt hatte argumentiert, dass das Areal bislang weitgehend versiegelt sei. Durch den geplanten Park werde das Viertel grüner als bisher. Auch werden 500 neue Bäume gepflanzt, die sich besser entwickeln könnten als dies im Gewerbegebiet der Fall war. Dass entlang der Rödelheimer Landstraße und der Ludwig-Landmann-Straße insgesamt 17 Bäume gefällt werden dürfen, hatte die Stadtverordnetenversammlung 2021 beschlossen. Die Fällungen seien zur Erschließung des Gebiets nötig.

Instone hat die Bäume jetzt fällen lassen, da eine Abbruchgenehmigung für die Gebäude der Spedition Fermont vorliege, teilt das Unternehmen auf Anfrage mit. Der Abriss sei für März geplant.

Im März sollen auch die Gebäude weichen, eine Abbruchgenehmigung liege bereits vor.
Im März sollen auch die Gebäude weichen, eine Abbruchgenehmigung liege bereits vor. © Privat

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