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Rödelheim: Kindern mehr Raum geben

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Von: Judith Dietermann

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Ute Gröbner trat die Nachfolge von Heiko Lüßmann an, der zuvor die Kinder- und Jugendeinrichtung Raum der Cyriakusgemeinde in Rödelheim leitete.
Ute Gröbner trat die Nachfolge von Heiko Lüßmann an, der zuvor die Kinder- und Jugendeinrichtung Raum der Cyriakusgemeinde in Rödelheim leitete. © sauda

Laut Einrichtungleiterin Ute Gröbner erfordert die Pandemie neue Beschäftigungsformate für die Kinder- und Jugendarbeit, die finanziell abgesichert sein müssen

Ute Gröbner sitzt in dem kleinen Büro in der Kinder- und Jugendeinrichtung Raum in der Wolf-Heidenheim-Straße. Auf dem Platz, wo zuvor Heiko Lüßmann saß. „Es ist noch immer ein komisches Gefühl, hier zu sitzen“, sagt sie. Für die Cyriakusgemeinde, Träger der Einrichtung, war es ein Glücksfall, dass sie mit Lüßmann und Gröbner gleich zwei Menschen mit Führungsqualitäten hatte. So fiel die Entscheidung nicht schwer, nach Lüßmanns Gang in den Ruhestand das Ruder für den Raum ganz in die Hände von Gröbner zu legen.

„Hier habe ich Wurzeln geschlagen“, sagt sie und blickt auf den Aktenberg, den sie als Leiterin der Einrichtung nach und nach abarbeiten muss. „Da steckt neben der vielen Verwaltungsarbeit mehr betriebswirtschaftliches Denken und Handeln drin, als ich dachte.“ Immer wieder geht es darum, die grundlegende finanzielle Ausstattung der Einrichtung abzusichern, da die städtische Förderung bereits seit Jahren hinter den realen Personalkosten zurückbleibe.

„Zur Absicherung der offenen Kinder- und Jugendarbeit braucht es endlich eine verantwortungsvolle und verlässliche politische Entscheidung“, sagt sie. So müsse die Cyriakusmeinde seit vielen Jahren einen Großteil der Personalkosten über Spenden und Eigenmittel selbst aufbringen, um den Bedarfen im Stadtteil gerecht zu werden. Was seit Beginn der Corona-Pandemie wichtiger sei denn je.

„Die Politik kann nicht über schwerwiegende Pandemie-Folgen für Kinder und Jugendliche sprechen und gleichzeitig die Mittel für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zurückfahren“, so Gröbner. Nichts anderes passiere aber, wenn die Förderungen nicht den Kosten entsprächen. So müssten über kurz oder lang immer mehr Einrichtungen aufgeben. Die Nachfragen nach Beratung, Hilfe und Unterstützung seien aktuell so groß wie nie. Vor allem schulische Hilfen seien nach den Herausforderungen des Homeschoolings enorm gefragt. „Es gibt eine lange Warteliste“, sagt Gröbner.

Begegnung ist wichtig – und deshalb war der Raum auch nie wirklich geschlossen. „Wir sind hinausgegangen, auf die Spielplätze und an die Orte, an denen sich Familien treffen. Das werden wir beibehalten“, sagt die Leiterin.

Dementsprechend viel sei zu tun. Die Pandemie fordere neue Beschäftigungsformate, die es ermöglichen, die reale und digitale Welt der Kinder zu verbinden. „Die Kinder und Jugendlichen laufen etwa in den prämierten Filmprojekten oder beim virtuellen Kochkurs zu Höchstformen auf“, sagt Gröbner, die an ihrem Job vor allem die kreativen Freiheiten liebt. In einer kleinen Einrichtung mit Familiencharakter. Deswegen, sagt sie, sei sie wohl auch schon so lange dabei.

Mehr Informationen gibt es unter www.raum-roedelheim.de

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