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Zum Abschluss der „Lesezauber“-Aktion wurde in der Rödelheimer Stadtteilbibliothek gefeiert.

Rödelheim

Rödelheim: Abtauchen ins Land der Drachen und Ritter

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Die „LeseZauber“-Aktion von Stadt und Sparkasse geht zu Ende. Mehr als 3000 Kinder begeisterten sich bei zahlreichen Lesungen für Geschichten von Drachen, Rittern und Dinosauriern. Ziel der Veranstaltungsreihe ist es, für das Vorlesen in der Familie zu werben.

Vorlesen sei kein Muss, sondern mache vor allem sehr viel Spaß. Denn beim gemeinsamen Eintauchen und Entdecken von Geschichten werde phantasiert, zusammen gestaunt und viel Neues gelernt. Um das Vorlesen wieder verstärkt in die Familie zu tragen, veranstalteten die Frankfurter Stadtteilbibliotheken und die Stiftung der Frankfurter Sparkasse schon zum 32. Mal die beliebte „LeseZauber“-Aktion, die in den nächsten Tagen mit diversen Abschlussfesten endet.

„Kinder sind so neugierig und begeisterungsfähig“, sagt Anja Thabor. Es sei erstaunlich, wie gut sie sich auf Geschichten einlassen könnten, Mitgefühl entwickelten und die Geschichten im Kopf weiterspielten, erklärt die Leiterin der Stadtbibliothek Rödelheim, wo am Dienstagvormittag das erste Abschlussfest stattfand.

Unter dem Motto „Wir reisen durch die Zeit“ haben die 3130 teilnehmenden Kinder zwischen vier und acht Jahren drei Monate lang in 17 verschiedenen Bibliotheken gelesen, gelauscht, gespielt und gebastelt – und dabei aktiv vergangene Epochen erkundet. Besonders gefragt seien Drachen, Dinosaurier und Ritter gewesen. Unter den ausgewählten Aktionsbüchern war aber auch ein Buch über Frauen als Wikingerinnen, die selbst Abenteuer erleben und auf diese Weise die üblichen Rollenmuster umkehren. Für die Aktion wird intensiv mit Kitas, Kindergärten und Schulen zusammengearbeitet, sodass auch Kinder integriert werden, in deren Familien das Vorlesen sonst nicht auf der Tagesordnung stünde, erklärt Sabine Prasch, die Sprecherin der Bibliotheken. 

Texte kreativ interpretieren

Die spielerischen Buchaktionen luden dazu ein, Texte kreativ zu interpretieren, förderten die Sprachkompetenz, weckten Neugier und Phantasie. Außerdem komme der Lesekompetenz auch im digitalen Zeitalter eine Schlüsselfunktion zu. Carolyn Rauke aus der Rödelheimer Bibliothek erzählt, wie einige Kinder zu Beginn gefragt hätten, wo denn der Fernseher sei. Sie habe geantwortet: „Heute bin ich euer Fernseher!“

Stolz präsentiert Thabor, die auch in Rödelheim mit den Kindern gearbeitet hat, das kleine Buch „Vorgeschichte“, das ein sechsjähriger Junge gebastelt hat, um mit seinen Bildern eigene Dinosaurier-Geschichten zu erzählen. Außerdem sind viele kleine Drachen oder gebastelte Cowboys zu sehen, die die Kinder nach den Abschlussfesten endlich mit nach Hause nehmen durften.

Bis dahin seien viele mit ihren Eltern gekommen, um ihre Kunstwerke zu präsentieren – und so wurden gleich einige neue Bibliotheksausweise ausgestellt. Es sei sehr wichtig, dass Kultur nicht nur im Stadtzentrum stattfinde, sondern auch bei den Menschen vor Ort in den Stadtteilen, sagt Thabor.

In der Stadtteilbibliothek Rödelheim, wo mehr als 400 Kinder am „LeseZauber“ teilnahmen, zeigte das Marionettentheater „Tearticolo“ zum Auftakt ein lustiges Stück über „Utz, den Unglücksritter.“ Die 80 Kinder aus den teilnehmenden Kitas und Grundschulen fieberten begeistert mit, wie der schläfrige Pechvogel Utz mit musikalischen Einlagen versucht, ein erfolgreicher Ritter zu werden – also endlich auch mal einen Schatz zu finden, einen Drachen zu besiegen und eine Prinzessin zu retten. Am Ende stellt er fest, dass Glück auch Ansichtssache ist und er in seiner Jammerei gar nicht sehen konnte, dass er eigentlich schon mitten im Happy End steckt – weil es eben ganz anders kam als geplant.

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