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Niddadüker muss erneut werden

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Von: Sonja Thelen

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Das Abwasserrohr führt unter der Niddabrücke entlang. Von den Erneuerungsarbeiten ist auch das Kiosk am Ende der Überführung an der Straße Auf der Insel betroffen.
Das Abwasserrohr führt unter der Niddabrücke entlang. Von den Erneuerungsarbeiten ist auch das Kiosk am Ende der Überführung an der Straße Auf der Insel betroffen. © Renate Hoyer

Der Niddadünker ist marode und muss erneuert werden. Die Arbeiten am Abwasserkanal in Alt-Rödelheim dauern 1,5 Jahre. Betroffen ist auch der Radverkehr.

Gut 100 Jahre ist er alt, der Niddadüker in Rödelheim. Das flach unter der Nidda im Flussbett verlegte Abwasser-Rohr verläuft unter der Nidda-Brücke, die die Reichsburgstraße mit der Niddainsel verbindet, und schließt ein Stück weiter südöstlich an den Haupt-Abwasserkanal an. Der Düker „hat seine Lebensendzeit erreicht“, sagt Ingenieur Clemens Katzenbach von der Stadtentwässerung. Das Rohr sei marode und müsse dringend erneuert werden. Die Arbeiten werden sich auf den Auto- und Radverkehr auswirken. Gemeinsam mit dem Leiter für das Sachgebiet Abwasserleitung, Planung und Bau, Bernd Voltz, erläuterte Katzenbach am Dienstagabend dem Ortsbeirat 7 (Hausen, Industriehof, Praunheim, Rödelheim, Westhausen) das Bauvorhaben in Alt-Rödelheim.

Der Niddadüker sei „der Flaschenhals der Kanalisation für das nördliche Rödelheim“, erklärte Bernd Voltz. Laut Katzenbach habe sich im Laufe der Jahrzehnte in dem gusseisernen Rohr massiv Fett abgelagert, das nur schwer zu reinigen sei: „Würde uns der Düker havarieren, wäre das gesamte Abwasser aus Rödelheim nicht wegzukriegen, ohne dass es in die Nidda fließt.“

Daher müsse der Düker erneuert werden. Die Arbeiten sollen Mitte 2023 beginnen und gut eineinhalb Jahre dauern. Geplant sei eine Tagesbaustelle. Weder nachts noch am Wochenende soll gearbeitet werden. Die Trasse des neuen Dükers wird wegen des denkmalgeschützten Brentanoparks, zum Schutze der Grünflächen und der Uferbereiche verlegt und in zehn Meter Tiefe unter der Brücke verlaufen. Im Vorfeld habe es ausführliche Abstimmungen mit dem Denkmal- und dem Grünflächenamt gegeben.

Zwei zentrale Baugruben soll es geben: die „Zielbaugrube“ nördlich der Nidda am Autohaus und die „Startbaugrube“ auf der anderen Uferseite am Kiosk Auf der Insel. „Dort werden wir einen Schacht errichten“, so Katzenbach. Das Baumaterial werde auf dem Gelände des Auguste-Oberwinter-Haus am Niddaufer gelagert.

Im Sommer 2024 soll der neue Düker an den zentralen Abwasserkanal angeschlossen werden. Dann müsse voraussichtlich eine Fahrspur der Straße Auf der Insel gesperrt und eventuell der Bus- sowie Schwerlastverkehr umgeleitet werden.

Während der Bauphase wird in Absprache mit dem Radfahrbüro der Nidda-Radweg über das Wehr und den Brentano- in den Solmspark umgeleitet. Das hat Auswirkungen auf den Kiosk an der Straße Auf der Insel, der bei Radfahrenden ein beliebter Treffpunkt für ein Päuschen ist. „Die Zugänglichkeit des Kiosks zu Fuß und mit dem Rad bleibt erhalten. Nur der Radweg selbst ist dort unterbrochen. Das Grünflächenamt wird anschließend die Oberfläche wieder herstellen, da dieser Radweg zu einem Hessischen Radfernweg ausgebaut werden soll“, erläuterte Katzenbach auf Nachfrage von Torben Zick (Farbechte/Die Linke).

Petra Häussler, die mit ihrem Mann Reza Atyabi den Kiosk vor gut vier Jahren gepachtet hat, sieht nach der Corona-Pandemie dennoch die nächste große Herausforderung auf sich zukommen. Sie blickt den Arbeiten skeptisch entgegen und befürchtet erhebliche Einbußen bei den Einnahmen: „Durch die Unterbrechung des Radwegs werden uns viele Kunden wegfallen. Dabei ist es uns gelungen, hier einen gemütlichen, sozialen Treffpunkt zu etablieren.“

Sie hofft, dass die Stadt ihrer – auch vom Ortsbeirat mitgetragenen – Forderung, am Kiosk wieder einen Ersatz für die vor Jahren abgerissene Toilette zu schaffen, wohlwollend gegenüber steht. Im Moment „bezahlen wir das Dixi-Klo und kümmern uns selbst darum, dass die Fläche um das Kiosk immer sauber ist“.

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