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Mehr Präsenz in den Stadtteilen

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Von: Sonja Thelen

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Das Bockenheimer Sozialrathaus hat Feste und Aktivitäten gefördert.
Das Bockenheimer Sozialrathaus hat Feste und Aktivitäten gefördert. © peter-juelich.com

Bockenheimer Sozialrathaus fördert mit Modellprojekt Feste und Fortbildungen. Geplant ist auch, bürgerschaftliches Engagement zu stärken, Migrationschancen mehr zu nutzen und die Netzwerkarbeit auszubauen.

Mehr Präsenz in den Stadtteilen, um näher an den Menschen zu sein, ihre Bedarfe zu erkennen und passende Angebote zu entwickeln: Das ist ein zentrales Anliegen des Sozialrathauses Bockenheim (SRH) bei der künftig ganzheitlich ausgerichteten Sozialplanung. Für das SRH waren diese Überlegungen entscheidend, sich am Ende 2021 gestarteten Bundesmodellprojekt „Zukunftswerkstatt Kommunen – Attraktiv im Wandel“ (ZWK) zu beteiligen.

Da zum Zuständigkeitsbereich des Sozialrathauses Praunheim, Westhausen, Hausen und Rödelheim gehören und Auswirkungen des Modellprojekts sich auch dort niederschlagen sollen, haben SRH-Leiter Bernhard Bernardo und seine Stellvertreterin Andrea Peers, in der Bürgerfragestunde des Ortsbeirats 7 erste Erkenntnisse vorgestellt.

Die ZWK möchte die 40 beteiligten Kommunen dabei unterstützen, in ihren Städten den demografischen Wandel zu gestalten, die Teilhabe aller in einer alternden Gesellschaft zu stärken und die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund sowie das gesellschaftliche Miteinander zu fördern.

Daher will die Einrichtung unter anderem bürgerschaftliches Engagement stärken, Migrationschancen mehr nutzen, Befragungen durchführen und die Netzwerkarbeit ausbauen. Gezielt sollen die Menschen einbezogen und beteiligt werden, so Bernardo: „Daher sind wir verstärkt raus aus unserem Haus, haben uns mehr geöffnet, um zu zeigen, was wir machen, und um uns mehr zu vernetzen.“

Seit Projektbeginn hat das Sozialrathaus gerade im Ortsbezirk 7 mehr Aktivitäten gefördert wie ein Frühlingsfest im AWO-Jugendtreff Hausen, ein Nachbarschaftsfest mit dem Quartiersmanagement der Caritas in Praunheim, eine Fortbildung für Pädagog:innen für einen sensibleren Umgang mit Sinti und Roma oder ein integratives Fußballfest in Hausen, zählt Bernardo als Beispiele auf: „Unser Plan war von Anfang an, hier im 7er einen Schwerpunkt zu setzen.“

Vor allem wegen der gut vernetzten Quartiersmanager:innen in Praunheim und Rödelheim sowie dem bereits vorhandenen, breiten ehrenamtlichen Engagement in der Heinrich-Lübke-Siedlung und der Siedlung Westhausen konzentrierte sich das Sozialrathaus bislang sehr auf diese Stadtteile.

Welche Themen die Menschen vor Ort bewegen und wo strukturelle Probleme bestehen, stand im Mittelpunkt einer Befragung, die das Praunheimer Quartiersmanagement mit dem SRH im Frühsommer durchführte. Die detaillierten Ergebnisse will Bernardo in 2023 vorstellen, umriss aber in der Sitzung „kurze Blitzlichter“ aus der Umfrage.

Mehr als 300 Haushalte hätten sich an dieser beteiligt, viele aus Westhausen. „Das ist hoch für so eine Befragung“, so der Sozialrathaus-Leiter: „Themen, mit denen wir in der Schärfe nicht gerecht haben, waren Ausländerfeindlichkeit und Diskriminierung.“ Daher soll das Thema Migration verstärkt in den Blick genommen werden. Daneben beklagten viele fehlende Angebote für Kinder und Jugendliche sowie Begegnungsmöglichkeiten. „Das sind die Punkte, die uns die nächsten Jahre beschäftigen werden“, betonte der SRH-Leiter und lobte zugleich das vorbildliche Engagement vieler Westhausener:innen, den „Nebenan“-Treff im Westring zu gründen und sich für einen Nachbarschaftstreff im ehemaligen evangelischen Gemeindezentrum in der Kollwitzstraße einzusetzen.

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