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Kritik an Plänen für neuen Busbetriebshof in Rödelheim

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Von: Sonja Thelen

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Der Busbetriebshof zieht vom Römerhof nach Rödelheim an die Lorscher Straße neben ein Gartencenter am Nordwest-Kreuz. Auf dem Areal befindet sich derzeit eine Baumschule.
Der Busbetriebshof zieht vom Römerhof nach Rödelheim an die Lorscher Straße neben ein Gartencenter am Nordwest-Kreuz. Auf dem Areal befindet sich derzeit eine Baumschule. © christoph boeckheler*

Ortsbeiräte und Anwohnende bemängeln bei einer Präsentation die Routen von und zur Lorscher Straße. Auch dass die Fläche der ehemaligen Baumschule bereits gerodet wurde, obwohl die Arbeiten erst 2023 beginnen, kam bei vielen nicht gut an.

Erste Pläne zur Ansiedlung des Busbetriebshofs an der Lorscher Straße wurden am Donnerstag in einer Online-Infoveranstaltung Bürger:innen und Mitgliedern des Ortsbeirats 7 vorgestellt. Vor allem die angedachten Routen des Busverkehrs bewerteten viele kritisch. Benötigt wird der Neubau, da der Standort am Römerhof einem neuen Wohnquartier weichen muss. Das erläuterte Frank Junker, Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft ABG Holding als Vorhabenträgerin. Für die bauliche Planung hatte die ABG „Albert Speer + Partner“ (ASP) beauftragt, für die Verkehrsuntersuchungen das Büro „Durth Roos“.

Der Busbetriebshof entsteht auf dem ehemaligen Gelände einer Baumschule zwischen A66 und Lorscher Straße. Direkt daneben befindet sich das Gartencenter Dehner. Im südlichen und westlichen Bereich des Geländes sind vier- bis fünfgeschossige Gebäude für Verwaltung und Sozialräume geplant sowie Bauten für Werkstatt und Wartung, so Katja von der Laden (ASP). Im Norden des Areals sind eine Waschanlage und Wasserstofftankstelle geplant. Ein Großteil des Grundstücks ist Bus-Stellplätzen vorbehalten. Eingefasst wird der Betriebshof in einen Grünstreifen. Für diesen müsse ein „vorhabenbezogener Bebauungsplan“ erstellt werden, sagte Alexander Breit vom Stadtplanungsamt. Dafür seien zahlreiche Untersuchungen nötig, etwa ein Gutachten zum Natur- und Artenschutz, das in diesem Frühjahr erstellt werde.

Auf Unverständnis stieß bei einigen Zuhörenden, warum die Fläche bereits im Herbst gerodet wurde. „Hierbei handelt es sich um eine frühere Baumschule, also um eine gewerbliche Nutzung und um keinen natürlichen Wald“, erklärte Birgit Rogge vom Stadtplanungsamt: Daher war das Abholzen erlaubt. Im Zuge der Umweltuntersuchung werde geprüft, wo für versiegelte Flächen Ausgleich entstehen kann. Erhebliche Kritik gab es von Zuhörenden auch für die Verkehrsanbindung und –erschließung.

Ulrike Hiller von Durth Roos rechnet mit einer „moderaten Verkehrszunahme“ von acht Prozent. Laut einer Zählung von 2016 waren auf der Lorscher Straße in diesem Abschnitt täglich durchschnittlich 17 000 Fahrzeuge unterwegs. Hiller rechnet mit einem Plus von 1500 Fahrten am Tag. Die Spitzenzeit werde zwischen 6 und 7 Uhr sein: mit 80 Einfahrten zum Busbetriebshof und 44 Ausfahrten. Um den Grundverkehr nicht zu beeinträchtigen, soll „die an der Stelle sehr breite Lorscher Straße“ in beide Richtungen jeweils zwei Spuren erhalten und jeweils eine Abbiegespur zur gemeinsamen Zufahrt von Betriebshof und Gartencenter.

Bauchschmerzen bereitete vielen Zuhörenden die Routen der Busse zu ihren Einsatzorten und auf ihrem Rückweg. Sie fahren nicht, wie im Vorfeld von Anwohnenden befürchtet durch Rödelheim, sondern nehmen einen kilometerlangen Weg über Am Seedamm, Westerbachstraße, A648 und A66 bis zum Anschluss Ludwig-Landmann-Straße. „Unsere Untersuchungen haben ergeben, dass die Aufnahmekapazitäten zu den entsprechenden Zeiten ausreichen“, sagte Planer Frederik Lux.

„Das sind chaotisch lange Wege“, meinte ein Zuhörer. Ein weitere kritisierte: „Bereits heute kommen Sie morgens um 5 Uhr an der Westerbachstraße nicht mehr raus.“ Mitglieder des Ortsbeirats und Bürger:innen bemängelten, dass bei den Berechnungen die Ansiedlung des neuen Gewerbeparks sowie des Schul-Campus auf dem Flint-Areal nicht einbezogen wurden und die Zahlen auf einer Untersuchung von 2016 beruhten, als das Postverteilzentrum an der Eschborner Landstraße noch nicht in Betrieb war.

Doch mit dem Bau eines zusätzlichen Autobahnanschlusses an das Nordwestkreuz ist in den nächsten Jahren nicht zu rechnen, so Lux. Zwar habe eine städtische Machbarkeitsstudie ergeben, dass ein Anschluss sinnvoll sei, doch letztendlich entscheide der Bund. Allerdings halte die Stadt die erforderlichen Flächen dafür frei. In 2023 soll der Aufstellungsbeschluss für den Betriebshof ergehen. Dann könnte im kommenden Jahr der Bau beginnen, so Stadtplaner Breit.

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