+
Die Kirche St. Raphael wurde vor rund 60 Jahren gebaut.

Rödelheim

Kirche Sankt Raphael macht Platz für neues Gymnasium

  • schließen

Die Vorplanung für die katholische Schule St. Raphael auf dem Gelände der gleichnamigen Pfarrei am Industriehof ist einen entscheidenden Schritt vorangekommen.  

Die Baugrunduntersuchung und Vorplanung für die katholische Schule St. Raphael auf dem Gelände der gleichnamigen früheren Pfarrei am Industriehof sind einen entscheidenden Schritt vorangekommen: „Wir werden im Spätsommer den Bauantrag stellen und hoffen, dass er zum Jahreswechsel 2020/21 genehmigt wird“, sagt Andreas Krebs, Vorsitzender der Freunde und Förderer der St.-Raphael-Schule.

Bereits am 5. Juli wird Weihbischof Thomas Löhr die Kirche St. Raphael in einem feierlichen Gottesdienst profanieren. So wird der Weg frei für den Abriss der Kirche sowie der Nachbargebäude des in der Großpfarrei St. Marien aufgegangenen Gemeindezentrums St. Raphael. Die dort noch beheimateten Gemeinden der ungarischen und ukrainischen Katholiken suchen mit Hilfe der katholischen Stadtkirche nach neuen Räumen.

Katholische Schulen

Die Tradition katholischer Schulen in Frankfurt reicht zurück bis ins Jahr 852 zur Gründung des Salvatorstifts durch Ludwig den Deutschen.

Ab 1255 benennt sich die Stiftsschule in „Sankt Bartholomäus-Stiftsschule“ um, 1790 in „Collegium Fredericianum“ und 1814 in „Selektenschule“. Diese Schule zog 1814 an den Liebfrauenberg um, 1907 in die Nähe der Kirche St. Bernhard. Unter den Nationalsozialisten wurde die Selektenschule 1941 ebenso geschlossen wie die 1451 zurückgehende „Höhere Mädchenschule für Englische Fräulein“ und die im Dotationsvertrag von 1830 bedachte Domschule. „Die Schule Sankt Raphael nimmt diese lange Tradition wieder auf“, betont Krebs. got

„Die frühere Gemeinde St. Raphael wird in der Schulgemeinde St. Raphael weiterleben“, betont Krebs. St. Marien wird als Eigentümerin das rund 5000 Quadratmeter große Grundstück in Erbpacht vergeben: Die St. Raphael Stiftung als Bauherr und die Malteser Werke gGmbH als Träger werden die neue katholische Schule, die auch Kindern anderer Glaubensrichtungen offenstehen wird, als dreizügiges G9-Gymnasium für 800 Schüler aufbauen.

Die Eröffnung mit der Jahrgangsstufe 5 ist für den 4. September 2023 vorgesehen, der Vollbetrieb soll aufwachsend bis zum Schuljahr 2031/32 aufgenommen werden. „Bei den längeren Voruntersuchungen hat sich gezeigt, dass der schadstoffbelastete Boden leider bis zu einer Höhe von drei Metern nicht wiederverwendbar ist“, bedauert Krebs. Die vor allem mit Öl und Teer belasteten Rückstände im Boden an vielen Stellen des Industriehofgeländes müssten fachgerecht entsorgt werden.

Dadurch hat sich die Bausumme von 42 Millionen auf etwa 45 Millionen Euro verteuert. Davon übernehmen die Malteser Werke 1,5 Millionen Euro. Die Stadt investiert 16 Millionen Euro, das Bistum Limburg 7,5 Millionen Euro. Somit ergibt sich ein Finanzierungsbedarf von rund 25 Millionen Euro.

Das Architekturbüro plus+bauplanung wird die neue L-förmige Schule geöffnet zur Ludwig-Landmann-Straße entlang der Lötzener und der Hohensteiner Straße anstelle des aus wirtschaftlich-bautechnischen Gründen nicht sanierungsfähigen Gemeindezentrums errichten. An der rückwärtigen Seite der Hohensteiner Straße/Ecke Lötzener Straße wird eine Kapelle mit ausgebauten Fenstern und Altar aus der St.-Raphael-Kirche in den Gebäudekomplex integriert, ebenso soll der erst vor wenigen Jahren neu gebaute Kindergarten St. Raphael auf dem Nachbargrundstück in den erweiterten Schulcampus. Vorgesehen sind auch eine unterirdische Dreifeld-Sporthalle und eine Tiefgarage mit Zufahrt von der Rossittener Straße.

Kinder und Eltern der Schule sollten für ein christliches Welt- und Erziehungsbild aufgeschlossen sein. „Passend dazu wird St. Raphael den Schwerpunkt auf Gemeinschaft und soziales Engagement legen und für die Schüler einen Schulsanitätsdienst, das Engagement bei Nachbarschaftsprojekten und berufsvorbereitende Praktika bei den Maltesern anbieten“, erklärt Krebs.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare