Alt-Rödelheim

Frankfurt Rödelheim: Ganze Häuserzeile wird abgerissen

  • Sonja Thelen
    vonSonja Thelen
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Vor den Häusern Alt-Rödelheim 14-20 stehen Absperrgitter. Wie die Stadt bestätigt, soll die Zeile abgerissen werden. Was die Eigentümer auf dem Areal planen, ist noch offen. Der Ortsbeirat pocht auf die Erhaltungssatzung.

Weiße Absperrgitter stehen vor der Gebäudezeile Alt-Rödelheim 14–20. Sie riegeln die Parkplätze vor den zweigeschossigen fünf Häusern ab und markieren einen provisorischen Gehweg. Die Wohnungen stehen offenbar leer, auch einige Läden im Erdgeschoss. Die Häuserzeile ist prägend im alten Ortskern. Angesichts der Absperrungen machen sich Bürger und der zuständige Ortsbeirat 7 Gedanken über die Zukunft des Areals.

Tatsächlich hat die Stadt jetzt für das Grundstück, das die Häuser Alt-Rödelheim 14, 16, 18, 20 und Assenheimer Straße 1 umfasst, für „fünf Wohnungen mit Geschäftshäusern und Nebenanlagen“ eine Abbruchgenehmigung erteilt, sagt Mark Gellert, Sprecher von Planungsdezernent Mike Josef (SPD). Die Genehmigung sei für drei Jahre gültig. Was die Eigentümer an diesem Standort planen, weiß Gellert nicht. Bislang läge weder eine Bauvoranfrage noch ein Bauantrag vor.

2016 diskutierten Anwohner in einer Ideenwerkstatt über das Areal zwischen Assenheimer Straße und der Sackgasse von Alt-Rödelheim am Elektrofachgeschäft EP Kelety. Sie überlegten Gestaltungsmöglichkeiten, übten Kritik an dem teilweise heruntergekommenen Erscheinungsbild. Sie machten Vorschläge, wie man die Straße optisch aufwerten könne, wie man den Verkehr beruhigen, einen Platz oder eine Quartiersgarage einrichten könne.

Ideen, auf die der Ortsbeirat aufgrund der Absperrung nun hinweist. Ebenso auf die Beachtung der Erhaltungssatzung Rödelheim, die für den Straßenzug Alt-Rödelheim gilt, sobald eine Bauvoranfrage oder ein Bauantrag für das Areal gestellt werde.

„Der Charakter des Ortskerns, auch mit den Traufhöhen der Gebäude, muss erhalten bleiben“, betonte CDU-Fraktionsvorsitzender Alexander Zollmann. Auch die SPD-Fraktion im Ortsbeirat hofft, „dass der Schandfleck im Ortskern endlich verschwindet“, über den sich viele Bürger seit Jahren empören. Die SPD setzt auf einen baldigen Abriss und eine „bestandsorientierende Neubebauung“, so Fraktionschef Hans-Jürgen Sasse.

Bei einer Erhaltungssatzung, die rechtlich eine Stufe unter dem Denkmalschutz steht, „ist nicht unbedingt ein Gebäude, sondern das Erscheinungsbild, der optische Eindruck erhaltenswert. Dazu kann etwa die Traufhöhe zählen“, so der Sprecher des Planungsdezernenten. Beim Bearbeiten eines Bauantrags werde darauf geachtet, dass dies berücksichtigt werde.

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