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Geschichtsverein schockiert

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Von: Sonja Thelen

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Die Mauer, die das Modell des Rödelheimer Schlosses umgibt, ist mit Graffiti beschmiert worden. Sie steht im Solmspark, unterhalb der Straße Auf der Insel.
Die Mauer, die das Modell des Rödelheimer Schlosses umgibt, ist mit Graffiti beschmiert worden. Sie steht im Solmspark, unterhalb der Straße Auf der Insel. © ROLF OESER

Unbekannte haben die Natursteinmauer, die das Rödelheimer Schloss im Solmspark umgibt, mit Graffiti beschmiert. Der Heimat- und Geschichtsverein ist schockiert.

An das einst prächtige Rödelheimer Schloss auf der Niddainsel im Solmspark, das 1944 bei Bombenangriffen zerstört wurden, erinnern heute graue Pflastersteine, die die Umrisse nachzeichnen, sowie ein gusseisernes Modell. Eine Natursteinmauer umgibt das Rondell. Es ist eine Stelle im Park, die zum Verweilen aber auch zum Informieren und Innehalten einlädt. Viele Menschen verloren bei den Bombenangriffen ihr Leben, viele Gebäude wurden zerstört.

Umso geschockter zeigt sich Armin Kroneisen vom Heimat- und Geschichtsverein Rödelheim von Schmierereien, die er jetzt entdeckt hat: Ein buntes Graffito wurde auf die Mauer gesprüht, auf die Rückseite der Infotafel ein Antifa-Zeichen. Zudem wurde aus der Mauer ein Stein gebrochen. „Das ist das erste Mal in den 14 Jahren seit diese Stelle fertig gestellt wurde“, berichtet Kroneisen: „Das ist respektlos.“

Zwischen 2002 und 2008 hatte der Verein das Projekt „Das Rödelheimer Schloss sichtbar machen“ realisiert. Ziel war es, dem Stadtteil ein Stück seiner historischen Identität zurückzugeben. Rund 60 000 Euro kostete das Vorhaben, das auch nur dank vieler Spenden aus Rödelheim finanziert werden konnte. Ortsbeirat und die damalige Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) steuerten rund ein Viertel bei. „Manche Rentnerin zwackte sich 10 oder 20 Euro von ihrem schmalen Monatseinkommen dafür ab. Andere griffen tiefer in die Tasche, um die Verwirklichung dieses Projekts zu unterstützen“, so Kroneisen: Durch die Beschmierung, die für alle Unterstützenden „ein Schlag ins Gesicht“ sei, werde der Ort „mit Füßen getreten“, ärgert er sich.

An die Adresse der unbekannten Sprayenden gewandt sagt er: „Meine Achtung könnten diese ‚Künstler‘ damit verdienen, wenn sie ihr Graffiti und Signet wieder selbst entfernen.“

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