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Per Knopfdruck gibt es Pizza: Die beiden Jungeunternehmer Marc Ahlmann und Steven Kern (v.l.) mit ihrem Automaten. Walter
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Per Knopfdruck gibt es Pizza: Die beiden Jungeunternehmer Marc Ahlmann und Steven Kern (v.l.) mit ihrem Automaten. Walter

Rödelheim

Frische Pizza aus dem Automaten

  • VonJulian Dorn
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Jungunternehmer setzen auf Pilotprojekt am Wasserturm. Auch Getränke und Fahrradschläuche im Angebot.

Er ist groß, rot, duftet herrlich und ist ziemlich einzigartig. Denn von dem Pizza-Automaten, der seit kurzem am Wasserturm im Seegewann 19 steht, gibt es bundesweit nur drei Exemplare. Der in Rödelheim ist ein Pilotprojekt. Angeschoben haben es Marc Ahlmann und sein Kompagnon Steven Kern. Die beiden Jungunternehmer sehen sich als Problemlöser und beschäftigten sich schon lange mit der Frage: Was tun, wenn nachts der kleine oder große Hunger kommt, der Kühlschrank aber leer ist oder jemand in einem Provinznest wohnt, in dem es keine Geschäfte mehr gibt? Die Antwort der beiden: ein modulares Automatenkonzept, das alles bereithält: Hygieneartikel, Getränke – und sogar Pizza.

Also eine Aufwärmstation für Tiefkühlpizza? Bei dieser Frage muss Ahlmann lachen. Das sei immer die erste Reaktion, wenn er von dem Pizza-Automaten erzählt, den die beiden Nachwuchs-Entrepreneure mit ihrer Firma „24Always“ betreiben. „Keineswegs“, entgegnet er. „Der Automat liefert nur frischgebackene Pizza, die vor den Augen des Käufers mit frischen Zutaten belegt wird.“ Klingt wie kulinarische Science-Fiction. Und ist doch Realität, wie das italienische Fabrikat beweist, das in Rödelheim steht, sonst nur noch in Bad Süderode im Harz und in Oldenburg. Das Gerät in Rödelheim ist das Pilotprojekt der beiden Gründer.

Wie kommt nun eine frische, duftende Pizza aus dem Metallgehäuse? „Hinter der Plexiglasscheibe verbindet sich Mehl mit Wasser zu einem Teig“, erklärt Kern. „Zwischen zwei vorgeheizten Platten wird er ganz flach gepresst.“ Auf dem Display kann der Kunde über eine eingebaute Kamera zusehen, wie Tomatensoße auf dem Fladen verteilt wird. Ahlmann ergänzt: „Aus der Kühlung gleiten dann Salami und Käse auf die schon auf dem Teig verteilte Soße.“ Schon nach drei Minuten steigt ein würziger Duft auf – die Pizza ist fertig.

Vier verschiedene Sorten sind im Angebot, die klassische Pizza Margherita mit Tomatensoße etwa kostet 5, die anderen Sorten 6 Euro. 250 Pizzen könnte der Automat zubereiten. „Jeden Morgen wird die Maschine gründlich gereinigt und frisch befüllt“, sagt Ahlmann. Die Vorzüge des Automaten liegen für die beiden Betreiber auf der Hand: kein Mindestumsatz wie beim Lieferdienst, und der Kunde bekommt seine Pizza rund um die Uhr. Bezahlt wird in bar, per Karte oder App.

Obwohl es den Automaten noch nicht lange gibt, sei er gut ausgelastet, sagen sie. Bei Facebook finden sich wohlwollende Kommentare über den elektronischen Pizzabäcker: Der Geschmack wird gelobt, ebenso der Duft, den der Apparat bei der Zubereitung verströme.

Kern (25) und Ahlmann (27) betonen, dass sie bei den Produkten auf Nachhaltigkeit achten. Sie versuchen, lokale Partner zu gewinnen. Apfelwein von Possmann gehört zum Sortiment. An der Station in Rödelheim gibt es auch Fahrradschläuche und Ladekabel. Schließlich führt ein gut frequentierter Fahrradweg an ihrem Automaten vorbei.

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