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Zur Musik des Blues- und Countrybarden Kevin Henderson tanzen Frauen in einer Linie eine perfekt synchrone Choreographie.

Rödelheim

Line-Dance auf Straßenfest in Rödelheim

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Die Beliebtheit des Rödelheimer Straßenfestes ist bei Besuchern auch im 40. Jahr ungebrochen. Die Bereitschaft unter den Vereinen, mit einem Stand zugegen zu sein, ist dagegen zurückgegangen.

Die Burgfriedenstraße ist am Nachmittag Kinderparadies. Das Kettenkarussell ist voll besetzt. Ungeduldig zappeln die Kleinen mit den Beinen, bis es endlich losgeht. Gegenüber am Stand des Kleintierzüchtervereins Volkswohl Rödelheim bestaunen Eltern mit ihren Kindern die ausgestellten Rassehühner und Zuchtkaninchen. Der Vereinsring bietet Luftballonbastelaktionen an. Über allem ist die Melodie einer Drehorgel zu hören, es duftet nach Essen.

Die Rödelheimer feiern dieses Jahr ein Doppeljubiläum: 40 Jahre Straßenfest und das 50-jährige Bestehen des Vereinsrings 1969, der nicht nur das Fest organisiert, sondern auch unterm Jahr viele Aktivitäten im eigenen Domizil anbietet. „Wir haben eine gesellschaftliche Aufgabe im Stadtteil“, sagt die Vorsitzende des Vereinsrings, Barbara Neif. Weshalb sie und ihr Stellvertreter Reinhard Pietsch – inzwischen nur noch alle zwei Jahre – immer wieder die Organisation stemmen. „Am Anfang haben wir das Fest veranstaltet und den Gewinn für soziale Zwecke gespendet“, sagt Neif. Inzwischen bleibt unterm Strich nichts mehr übrig. Auch die Teilnehmer werden weniger. So sind bis auf Die Linke keine andere politische Partei mehr vertreten. Die Bereitschaft einen ganzen Tag Dienst zu tun sei nicht nur ein Problem der Parteien, sondern auch der Vereine, resümiert Neif.

Gleich zwei Geburtstage feierten die Besucher am Samstag: die 40. Ausgabe des Rödelheimer Straßenfestes, und den 50. des Vereinsrings.

Die Beliebtheit bei den Gästen ist dagegen ungebrochen. Der Charme des Festes im alten Ortskern lockt bereits nachmittags viele Besucher. Jugendliche messen ihre Kräfte beim „Hau den Lukas“. Ein Hauch von Jahrmarkt kommt auf. Auf der Hauptbühne spielt der Blues- und Countrybarde Kevin Henderson. Davor tanzen in einer Linie vier Damen eine perfekt synchrone Choreographie. „Ich bin begeistert vom Line-Dance,“ sagt die 72jährige Rödelheimerin Gisela Heimann und lässt sich die Gelegenheit „direkt vor der Haustüre“ nicht entgehen. Zumal Henderson in Line-Dance-Kreisen eine bekannter Musiker ist.

Das Straßenfest präsentiert sich auch politisch. An einer Hauswand hängt ein großes Banner „Rödelheim gegen Rassismus“. Passend dazu sind die Essensstände interkulturell aufgestellt. Zur Auswahl stehen thailändische, äthiopische, türkische, ugandische oder eben hessische Spezialitäten. Dieses Jahr gibt es zum ersten Mal die Handkäs-Bratwurst.

„Der Besuch des Straßenfestes ist ein Muss“ sagt Anni Reuter, die vor 60 Jahren von der Innenstadt nach Rödelheimer gezogen ist. Traditionell startet sie am Stand des Karnevalsvereins „Die Schnauzer“, denen sie auch unterm Jahr verbunden ist. Sie schätzt die Gemütlichkeit und dass sie hier viele Bekannte trifft. Mit denen will sie später noch über das Fest ziehen und am Abend, wenn der Ortskern zur Partymeile wird, im Vereinsheim einkehren. Nicht wegen des Trubels, der stört sie nicht, aber „da sitzt man bequemer“.

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