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Bis 2021 soll die Kirche Auf der Insel für rund 2,6 Millionen Euro umgebaut werden.

Rödelheim

Frankfurt-Rödelheim: Kapelle rückt in den Mittelpunkt

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Die Cyriakus-Kirche wird ab kommenden Herbst aufwendig umgebaut. Über einen Runden Tisch sollen Gemeindemitglieder eingebunden werden.

Die evangelische Cyriakus-Kirche wird umgebaut. An Himmelfahrt hat die Gemeinde ihren vorerst letzten Gottesdienst auf der Insel gefeiert. Mittlerweile ist der Interims-Standort im großen Saal im Gemeindezentrum in der Alexanderstraße schon mehrfach für Gottesdienste genutzt worden, sagt Nicole Lauterwald, Vorsitzende des Kirchenvorstands der Rödelheimer Gemeinde.

Um in der Alexanderstraße einen liturgischen Raum zu gestalten, wurde aus der Kapelle unter anderem der kleine Altar mitgenommen. „Die Resonanz ist bisher sehr positiv. Es ist sehr hell und die Gottesdienstteilnehmer nehmen sich anders wahr“, sagt Pfarrer Till Schümmer, der seit 1. Juni neben Silke Schromm zweiter Pfarrer in der Cyriakus-Gemeinde ist.

Die Arbeiten zum Umbau der Kirche sollen voraussichtlich im Herbst beginnen und bis zum Ökumenischen Kirchentag im Mai 2021 in Frankfurt abgeschlossen sein. Der Kirchenvorstand hat den entsprechenden Beschluss im vergangenen November gefasst. Der Bauantrag ist bei der Stadt eingereicht, so Lauterwald. Die Gemeinde soll über den weiteren Prozess regelmäßig informiert werden.

Denn die geplanten Arbeiten hatte in der Vergangenheit für Unmut in der Gemeinde gesorgt. „Der Umbau ist für viele Mitglieder schwer vorstellbar und durchaus schmerzhaft“, sagt Pfarrer Schümmer. Viele Mitglieder sind seit Langem mit ihrer Gemeinde verbunden, wurden dort getauft, konfirmiert, haben geheiratet oder sich von verstorbenen Angehörigen und Freunden verabschiedet. „Daher haben wir einen Runden Tisch etabliert, den ein Mediator begleitet, um die Mitglieder einzubinden und um im Gespräch miteinander zu bleiben“, erklärt Schümmer.

In der Kirche soll die mittelalterliche Kapelle mehr in den Mittelpunkt rücken

Anlass für den geplanten Umbau sind die zurückgehenden Mitgliederzahlen auf heute knapp 3000. Vor 43 Jahren waren es noch doppelt so viele, so Pfarrer Schümmer. Doch die Kosten für Kirche mit dem benachbarten Pfarrhaus, Gemeindezentrum und Dependance in Rödelheim-West mit der Kinder- und Jugendeinrichtung „Raum“ sind gleich geblieben. „Und der Regionalverband finanziert nur eine Versammlungsfläche entsprechend der Mitgliederzahl“, erklärt Lauterwald.

Lange Zeit habe die Gemeinde quasi über ihre Verhältnisse gelebt. Jetzt müsse sie ihre Fläche reduzieren. Daher soll nach dem Umbau das Gemeindezentrum an der Alexanderstraße aufgegeben werden. „Aber auch danach soll die Fläche von gesellschaftlichem und sozialem Nutzen sein“, unterstreicht die Kirchenvorstands-Vorsitzende.

In der Kirche soll die mittelalterliche Kapelle mehr in den Mittelpunkt rücken, und sie wird quasi um 90 Grad gedreht, sagt Schümmer. Der Innenraum soll durch Trennwände je nach Anlass flexibel teilbar sein. Zudem wird das Gotteshaus künftig zweistöckig sein. Im oberen Geschoss kommen zwei Räume für Gemeindegruppen unter. Auch die derzeit noch drei Wohnungen im angrenzenden Pfarrhaus werden umgebaut. Die vorherigen Mieter seien alle gut anderweitig untergekommen, der letzte im April, berichtet Lauterwald.

Künftig wird das Pfarrhaus im Erdgeschoss die Verwaltung, das Büro der Gemeindepädagogin sowie eine Pfarrwohnung über zwei Etagen beherbergen. Während der Bauphase dient das Gebäude als Lager für Gegenstände aus der Kirche. Die Kosten belaufen sich auf 2,6 Millionen Euro, der Anteil der Gemeinde beträgt 580 000 Euro zuzüglich des Verkaufserlöses aus dem Gebäude in der Alexanderstraße, so Lauterwald.

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