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Ein Stadtteil gegen Rassismus

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Das erste Schild steht am Ortsbeingang von Rödelheim, am Hausener Weg.
Das erste Schild steht am Ortsbeingang von Rödelheim, am Hausener Weg. © christoph boeckheler*

Vor zehn Jahren, Ende Februar 2012, setzten die Menschen in Rödelheim ein sichtbares Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit. Sie stellten das erste Hinweisschild „Rödelheim - Stadtteil gegen Rassismus“ am Hausener Weg auf. Weitere Schilder folgten. Daran erinnern nun eine Kundgebung und eine Broschüre.

Rödelheim – Stadtteil gegen Rassismus“ steht schwarz auf gelben Grund zu lesen. Vor zehn Jahren wurde das Schild am Hausener Weg montiert. Ein Ereignis, an das heute, 1. März, eine kleine Kundgebung erinnern und die Aussage bekräftigen soll.

Als vor zehn Jahren die Mordserie des NSU bekannt wurde, waren viele Menschen fassungslos. Sie forderten, sichtbare Zeichen zu setzen. Auch der Ortsbeirat 7 (Rödelheim, Hausen, Praunheim, Westhausen, Industriehof) fasste einen entsprechenden Beschluss.

Damit der Beschluss nicht zwischen Aktendeckeln im Archiv verschwand, tat ein Bündnis von Rödelheimer Bürgerinnen und Bürgern namens „Courage gegen Rassismus“ genau das, was der Ortsbeirat beschlossen hatte. Die Gruppe montierte ein sichtbares Zeichen – nicht ohne Diskussionen und Polemik.

Als Ende 2015 drei weitere Schilder an Hauptstraßen von Rödelheim aufgehängt wurden, beteiligte sich auch die Michael-Ende-Schule mit einem Aktionstag. Dieser fiel zufällig mit dem Fest zur Begrüßung der ersten 120 Flüchtlinge in Rödelheim zusammen.

Die Hinweisschild seien für Tausende von Pendlerinnen und Pendlern, die dort täglich vorbei kommen, weiterhin Anlass nachzudenken, teilt Helga Dieter von der Initiative mit. Für viele Rödelheimer:innen seien sie eine Art Wahrzeichen geworden.

Als der neu gestaltete Ort der zerstörten Rödelheimer Synagoge im November 2016 geschändet wurde, hätten sich in kurzer Zeit 20 Initiativen, von den autonomen Antifa bis zum Heimat- und Geschichtsverein, sowie 600 Bürger:innen auf einem großen Plakat vor dem Bahnhof namentlich und öffentlich dazu bekannt: „Gemeinsam gegen Nazis“.

Mit der Kundgebung am heutigen Dienstag solle auch darauf hingewiesen werden, wie wichtig es sei, Stellung zu beziehen: gegen Rassismus, Antisemitismus und neonazistische Hetze. Sie wurde von damaligen Initiatorinnen und Initiatoren angeregt. Das sei kein Zeichen von Nostalgie, sondern sei der Beständigkeit und anhaltenden Sorge über die sich zuspitzenden rassistischen Angriffe bis hin zur Mordserie in Hanau und die Vereinnahmung von Bürgerprotesten durch rechtsradikale Ideologen geschuldet, erläutert Dieter.

Für eine Ausstellung im Historischen Museum hat eine Rödelheimer Gruppe eine Broschüre entwickelt: ‚Von der antifaschistischen Heimatkunde zum Stadtteil gegen Rassismus‘. Die Broschüre liegt im Stadtteil aus, unter anderem in der Bücherei und im Hessen-Shop. dit

Die Kundgebung am heutigen Dienstag, 1. März, beginnt um 17 Uhr am Orts-Schild Rödelheim, das am Hausener Weg steht. Am Rednerpult angekündigt haben sich unter anderem Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), die Vorsitzende der Linken Janine Wissler, die Rödelheimer Landtagsabgeordnete der Grünen Miriam Dahlke und der Rektor der Michael-Ende-Schule, Stefan Franz.

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