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Ortsvorsteherin Michaela Will ist generell zufrieden mit der Gestaltung des Rödelheimer Bahnhofs.

Rödelheim

"Ein schöner Platz für Rödelheim"

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Ortsvorsteherin Michaela Will (SPD) spricht im FR-Interview über Bauprojekte im Ortsbezirk 7 und blickt auf das Jahr 2018.

Michaela Will (SPD) ist seit 2016 Vorsteherin für den Ortsbeirat 7 und zuständig für die Stadtteile Hausen, Industriehof, Praunheim, Rödelheim, Westhausen. Die 54-Jährige ist von Beruf Juristin. Ihr Stellvertreter ist Veljko Vuksanovic (CDU), der bis 2016 Ortsvorsteher war.

Frau Will, seit den Kommunalwahlen 2016 ist die Beschlussfassung im Ortsbeirat 7 von wechselnden Mehrheiten geprägt. Doch in letzten Monaten zeichnet sich bei größeren Projekten bei SPD, Grüne und FDP eine gemeinsame Linie. Entsteht hier eine Kooperation?
Tatsächlich hat es bei zwei Anträgen zum neuen Stadtteil und zur Umsetzung der „Visionen für den Ortskern Rödelheim“, die in den vergangenen Sitzungen auf der Tagesordnung standen, sich so ergeben, dass SPD, Grüne und FDP zusammen auf einen Nenner kamen. In langer Arbeit sind daher gemeinsame Anträge entstanden. Dennoch bleibt es dabei: Im Ortsbeirat 7 gibt es keine feste Koalitionen, sondern punktuelle Zusammenarbeit, wo es themenbezogen Mehrheiten gibt.

Das beherrschende Thema in der zweiten Jahreshälfte war der geplante Stadtteil im Frankfurter Nordwesten. Doch zwischen Befürwortern und Gegnern klafft im 7er ein großer Graben. Wie wollen Sie als Ortsvorsteherin hier agieren?
Ich kann verstehen, dass es für die Bürger vor Ort, und da sind wir Ortsbeiräte auch betroffen, eine große Veränderung darstellt, wenn in unmittelbarer Nähe ein neuer Stadtteil entstehen soll. Das ist nicht etwas, was einen freudig stimmt. Da sind wir alle einer Meinung. Aber wir müssen uns der Tatsache stellen, dass Frankfurt wächst und Wohnraum braucht. Der Pfingstberg, der auch im Gespräch war, hat keine politische Mehrheit gefunden. Daher musste man nach anderen Flächen suchen. Jetzt gibt es eben dieses Gebiet im Frankfurter Nordwesten.

Und wie positioniert sich der Ortsbeirat 7?
Nach mehrheitlich beschlossenem Antrag gilt im 7er die Ansicht, wenn dieser Stadtteil realisiert werden soll, dann müssen wir mitgestalten, unsere Interessen vertreten, Forderungen früh benennen und versuchen durchzusetzen. Insbesondere die Infrastrukturmaßnahmen müssen zuvor umgesetzt werden, um die Auswirkungen für die umliegenden Stadtteile so niedrig wie möglich zu halten. Man kann sich der Realität nicht einfach verschließen. Nach etwa zwei Jahren, wenn die Untersuchungsergebnisse vorliegen, müssen wir die Ergebnisse bewerten und entscheiden, ob das Projekt realisierbar ist oder ob es zu große Hindernisse gibt.

Nach vielen Jahren nähert sich jetzt im Januar das Ende der Arbeiten rund um den Rödelheimer Bahnhof. Was sagen Sie zu dem Ergebnis?
Im Moment ist der Platz noch etwas verbaut. Wir hoffen auf die Fertigstellung im Laufe des Monats. Von Bürgern gibt es noch Punkte, die wir uns ansehen müssen. So wird die Rampe auf dem Baruch-Baschwitz-Platz häufig von Radfahrern genutzt, dadurch fühlen sich Fußgänger gefährdet. Grundsätzlich denke ich, ist für Rödelheim ein schöner Platz entstanden.

Der Ortsbeirat 7 hat im November aufgrund der Ergebnisse der Planungswerkstatt seine „Visionen“ für den Ortskern Rödelheim verabschiedet. Was erwarten Sie von der Stadt?
Es wird sicherlich noch ein paar Jahren dauern, bis etwas passiert. Ich denke aber, dass die Gestaltungsanregungen für Rödelheim konkret genug sind, um sie umsetzen zu können. Wir haben jedenfalls seitens des Ortsbeirats Vorgaben gemacht.

Der Sanierungsstau an Frankfurts Schulen hat den 7er erreicht. Vertreter von Liebig-, Michael-Ende- und Kerschensteinerschule waren im Ortsbeirat, um auf die Zustände aufmerksam zu machen. Wo sehen Sie akuten Handlungsbedarf?
Das Thema treibt mich wirklich um, das gilt für mehrere Schulen im Ortsbezirk. Ich persönlich bin im Arbeitskreis Hausen aktiv und bekomme deshalb die Probleme der Kerschensteinerschule seit Jahren hautnah mit. Viele Jahre ist nichts passiert. Für Verzögerung sorgen derzeit auch die Umstrukturierung in der Verwaltung und die Frage, welches Amt oder Dezernat jetzt zuständig ist. Ich möchte hierzu Aufklärung von Seiten der Stadt und bemühe mich um eine entsprechende Information in einer Ortsbeiratssitzung.

In der Siedlung Westhausen baut die Vonovia am Westring. Sorgen machen sich Anwohner unter anderem wegen der prekären Verkehrssituation in der sowieso schon morgens überlasteten Kollwitzstraße. Was wird der 7er unternehmen?
Als Ortsbeirat ist unser Einfluss begrenzt, da es sich um ein privates Bauvorhaben handelt. Die Vonovia war bisher sehr kooperativ und hat uns das Projekt frühzeitig vorgestellt. Tatsächlich müssen wir jetzt schauen, wie die Verkehrssituation während der Bauphase gestaltet werden kann. Hierzu wurde ein entsprechender Antrag bereits in der letzten Sitzung verabschiedet.

Welche Themen werden den 7er aus Ihrer Sicht 2018 beschäftigen?
Ein Thema in 2018 wird sicherlich die weitere Entwicklung des Areals an der Gaugrafenstraße sein. Als Ortsbeirat sehen wir die Verkehrsprobleme als noch nicht gelöst an und warten nun auf Pläne, die uns die Stadt vorlegen wird. Das müssen wir im Auge behalten. Aber meist kommen auf einmal Themen auf, an die man vorher nicht gedacht hat.

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