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Heiko Lüßmann setzt sich für die Kinder in Rödelheim und für die Familie Arthur Stern ein, nach der ein Platz am Rödelheimer Bahnhof benannt wurde.
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Heiko Lüßmann setzt sich für die Kinder in Rödelheim und für die Familie Arthur Stern ein, nach der ein Platz am Rödelheimer Bahnhof benannt wurde.

Rödelheim

„Der Raum war für mich eine zweite Heimat“

  • VonJudith Dietermann
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Heiko Lüßmann, Leiter der Kinder- und Jugendeinrichtung „Raum“ in der Cyriakusgemeinde, hört nach knapp 40 Jahren auf. Der Abschied fällt dem 66-jährigen Sozialpädagogen schwer.

Mit 66 Jahren ist noch lange nicht Schluss“, sang einst Udo Jürgens. Das mag wohl stimmen, auf Heiko Lüßmann trifft die Zeile des Schlagerhits von 1977 allerdings nicht zu. Zumindest nicht in Gänze. Denn der 66-jährige Leiter des Raums, der Einrichtung für Kinder und Teenies der Cyriakusgemeinde, hat dort am 30. Juli seinen letzten Arbeitstag. Nach 39 Jahren. „Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass es mir leichtfällt. Das tut es nicht. Auch wenn ich mich lange genug darauf vorbereiten konnte. Denn der Raum ist in den vergangenen Jahren für mich eine zweite Heimat geworden“, sagt der Diplom-Sozialpädagoge, der den Begegnungsort seit 2006 leitet.

Bereits seit einigen Wochen schon verabschiede er sich nach und nach von den Menschen, Vereinen und Institutionen, mit denen er zusammengearbeitet hat. Und das sind nicht wenige. „So langsam müssten es alle wissen. Es war ja auch nicht allzu überraschend, dass ich irgendwann aufhöre“, sagt Lüßmann. Erst vor kurzem verabschiedete er sich auch von den Mitgliedern des Ortsbeirates 7 (Hausen, Industriehof, Praunheim, Rödelheim, Westhausen). „Wir verlieren mit Ihnen jemanden, der sich stets für die Kinder und Jugendlichen im Stadtteil eingesetzt hat“, sprach Inge Pauls (Farbechte/Linke) nicht nur für sich, sondern für alle Stadtteilpolitiker. Und Heiko Lüßmann wäre nicht Heiko Lüßmann, wenn er dies nicht auch in der jüngsten Sitzung wieder einmal getan hätte. Weil er stets die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen vor seine eigenen stellte, weil er sich stets zurücknahm und im Hintergrund die Fäden zog. Schlichtweg, weil Lüßmann kein Mensch ist, der das Rampenlicht braucht, um zu helfen.

Dass dieser Wunsch beim Ortsbeirat gut aufgehoben sei, hätten die vergangenen Jahre gezeigt, in denen zahlreiche Projekte umgesetzt wurden. Wie das einst von Jugendlichen, die längst erwachsen sind, organisierte Rödelheimer Parkfest, das Bolzplatzprojekt, die Verlegung von Stolpersteinen oder auch die Aktion Rödelheim als „Stadtteil gegen Rassismus“. „Der Ortsbeirat ist für Kinder und Jugendliche ein wichtiger Ansprechpartner. Und das sollte er auch bleiben“, bat Lüßmann.

Für ihn heißt es jetzt loszulassen. Wohlwissend, dass er den Raum, seinen Raum in gute Hände engagierter Kolleginnen und Kollegen übergibt. Ute Gröbner wird seine Nachfolge antreten, Lüßmann wird ihr ein Jahr beratend zur Seite stehen. „Der Raum soll und wird weiterhin ein Ort der Begegnung und Kommunikation sein. Kinder und Jugendliche entwickeln sich hier, sie werden selbstbewusst und selbstständig“, sagte Lüßmann.

Eine Sache macht ihn allerdings ein wenig traurig. Ein Quartierzentrum, der Raum und das Quartiersmanagement unter einem Dach sollten geschaffen werden. Es gab bereits konkrete Pläne, es hätte auch Bundesmittel gegeben. Doch dann kam die Pandemie, der Topf sei eingestellt worden, „Es wäre toll, wenn dieses wichtige Projekt noch umgesetzt werden könnte.“ Wie auch die auskömmliche Finanzierung der Kinder- und Jugendarbeit in Frankfurt.

Heiko Lüßmann nahm übrigens nicht alleine Abschied vom Ortsbeirat. Sebastian Papke (FDP) wird sein Mandat niederlegen. „Ich werde mich auf die Stadtverordnetenversammlung konzentrieren“, sagte er. Seinen Sitz im Stadtteilgremium wird Rolf Würz übernehmen.

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