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Ortsvorsteherin Michaela Will auf der Baustelle an der Rödelheimer Landstraße, wo das umstrittene Schönhofviertel entsteht. Foto: Monika Müller
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Ortsvorsteherin Michaela Will auf der Baustelle an der Rödelheimer Landstraße, wo das umstrittene Schönhofviertel entsteht.

Das Jahr im Ortsbeirat 7

„ÖPNV muss attraktiver werden“

  • Sonja Thelen
    vonSonja Thelen
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Ortsvorsteherin Michaela Will spricht über Verkehrskonzepte und die Reaktivierung von Straßenbahnen nach Hausen und Praunheim. Das Stadtteilgremium müsse Fragen nach Grün- und Baumerhalt künftig stärker im Blick haben, sagt die Sozialdemokratin über das geplante Schönhofviertel.

Michaela Will (SPD) ist die Vorsteherin für den Ortsbeirat 7. Die 56-jährige Juristin lebt in Hausen.

Frau Will, ein schwieriges Jahr neigt sich dem Ende zu. Auch der Ortsbeirat 7 musste sich umstellen, bot Online-Sprechstunden an und lud ab Sommer wieder zu Präsenzsitzungen. Wie hat diese Zeit die inhaltliche Arbeit des Gremiums beeinflusst?

Die Arbeit wurde schon erschwert, da wir online nicht wie gewohnt miteinander kommunizieren und keine Beschlüsse fassen konnten. Daher war ich froh, als Präsenzsitzungen wieder möglich waren. Der Austausch ist ein anderer. Zudem waren die Ortstermine eingeschränkt. Einige Themen haben sich dadurch verzögert, da auch die Stadtverwaltung nur begrenzt arbeiten konnte.

Der Ortsbeirat beschäftigte sich viel mit dem Schönhofviertel und den genehmigten Baumfällungen. Für die Abbrucharbeiten wurden schon Bäume abgeholzt, bis zu 500 werden es am Ende „unnötigerweise“ sein, moniert die Bürgerinitiative. Eine Kritik, die der Ortsbeirat 7 am Anfang nicht hören wollte. Warum?

Wir als Gremium waren zunächst erleichtert, dass nach Jahren des Stillstands die Planungen für das ehemalige Siemens-Gelände endlich weitergingen und Wohnungsbau in diesem von Gewerbe geprägten Gebiet realisiert werden soll. Nach dieser Vorlaufzeit konnten wir uns wahrscheinlich gar nicht vorstellen, wie jemand Einwände haben könnte. Jetzt läuft hierzu eine Anfrage.

Im Laufe der Monate stellten einige Fraktionen die Fällungen in der Größenordnung in Frage. Welche Lehren ziehen Sie als Stadtteilgremium daraus – auch in Hinblick auf neue Baugebiete wie an der Praunheimer Landstraße / Im Vogelgesang in Hausen?

Ich denke, wir müssen Fragen nach Grün- und Baumerhalt künftig stärker im Blick haben und berücksichtigen. Auch die Planungen für das Quartier im Nordwesten zeigen, zu Recht, wie wichtig den Menschen Grün-, Frei- und Ackerflächen sind. Darauf gilt es zu achten, unter anderem auch bei der Planung für das Gebiet „Vogelgesang“.

Die Planungen für das neue Viertel im Nordwesten schreiten voran. Auf welche weiteren Themen muss der Ortsbeirat Einfluss nehmen?

Ganz wichtig ist eine vernünftige Verkehrsanbindung. Es muss gewährleistet sein, dass die künftigen Bewohner einen guten und nicht überlasteten Öffentlichen Nahverkehr nutzen können, was auch für die jetzigen Anwohner ein wichtiger Aspekt ist. Der Bau der Ortsumfahrung Praunheim ist zu berücksichtigen, damit es eine Entlastung des motorisierten Verkehrs auf der Heerstraße und in Alt-Praunheim gibt. Wichtig ist, sobald eines der ersten Quartiere realisiert werden sollte, darf es für die angrenzenden Stadtteile und insbesondere für Praunheim keine massiven Beeinträchtigungen geben.

Ortsbeirat

Im Ortsbeirat 7 ist t die SPD mit fünf Sitzen stärkste Fraktion, gefolgt von CDU (4), Bündnis 90/Die Grünen (3), FDP (2), Farbechte/Die Linke (2) sowie drei Fraktionslose. Zum Ortsbezirk gehören Rödelheim, Praunheim, Hausen, Westhausen und Industriehof.

Die nächste Sitzung des Ortsbeirats 7 ist am Dienstag, 19. Januar, 19.30 Uhr, im Bürgerhaus Nordweststadt (Walter-Möller-Platz, Saalbau Titus Forum).

Die FR blickt mit allen 16 Ortsvorsteherinnen und Ortsvorstehern in Frankfurt zurück auf das Jahr 2020. Die Serie erscheint in loser Folge. the

Der Ortsbeirat hat öfters über den Ausbau des ÖPNV, etwa Reaktivierung von Tramlinien nach Hausen, Praunheim oder über die Ludwig-Landmann-Straße und Verkehrskonzepte diskutiert, die den Radverkehr mehr berücksichtigen. Wo sehen Sie Handlungsbedarf?

Es passiert bereits einiges im Öffentlichen Nahverkehr. Ich denke, vor allem die Attraktivität muss in vielfacher Hinsicht erhöht werden, wie z.B. durch die Wiederbelebung der Straßenbahnverbindung vom Hauptbahnhof über die Schloßstraße in Richtung Industriehof. Der Autoverkehr kann nur reduziert werden, wenn Anreize geschaffen werden für diejenigen, die aufs Auto verzichten und stattdessen attraktive, barrierefreie Bus- und Bahn-Angebote nutzen wollen. Dann könnte es auch verträgliche Lösungen für mehr Radverkehr geben.

Ein anderes Verkehrsthema, mit dem sich der 7er abmüht, ist der geforderte Autobahnanschluss der Gaugrafenstraße und von Continental sowie die Entlastung der Westerbachstraße. Wie geht der Ortsbeirat hier weiter vor?

Aus unserer Sicht kann nur ein zusätzlicher Autobahnanschluss die notwendige Erleichterung bringen, wenn das Gebiet so massiv ausgebaut werden soll. Allerdings wird in dieser Wahlperiode dazu nichts mehr passieren. Daher wird sich der nächste Ortsbeirat damit weiter beschäftigen müssen.

Schauen wir ins neue Jahr: Für das Rebstockbad ist der Abrissantrag gestellt, der Rückbau soll im Frühjahr beginnen. Was heißt das für die Nutzer des Freibads Hausen?

Während des Abrisses und des Neubaus müssen wir im Ortsbezirk akzeptieren, dass Schwimmschulunterricht und Vereinsschwimmen weiter möglich sein müssen und dafür das ‚Hausener‘ zur Verfügung steht. Die Bäder-Betriebe haben sich viel Mühe für eine gute Übergangslösung gegeben. Dank der Traglufthalle wird das Bad ganzjährig nutzbar. Neben dem positiven Aspekt wird es aber sicherlich Kapazitätseinschränkungen für die Nutzer geben, wenn morgens Schwimmunterricht und abends Vereine das Bad nutzen. Belegungspläne und frei zu haltende Bahnen sollen da Abhilfe schaffen. Wir sind ja froh, dass es das Freibad Hausen überhaupt noch gibt. Sein Erhalt stand vor Jahren in Frage.

In Westhausen steht die Erweiterung des Gymnasiums Nord an. In einigen Jahren zieht die Schule nach Bonames. Was passiert dann mit dem Bau?

Dieses „Provisorium“ ist so solide gebaut, dass ich mir kaum vorstellen kann, dass es nicht weiter als Schule genutzt werden wird. Es gibt ja den Bedarf. Allerdings müssen wir als Ortsbeirat, auch im Hinblick auf die Bewohner Westhausens, den Schulbusverkehr im Blick haben. Als Ortsbeirat hatten wir vor Baubeginn einige Anregungen zur verkehrlichen Regelung eingebracht, die aber von der Stadt nicht berücksichtigt wurden. Vielleicht sollten wir die wieder ins Gespräch bringen.

Interview: Sonja Thelen

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