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Nao kann schon Fußball spielen und soll bald auch Besucher durch die Stadtbücherei führen.

Humanoid in Frankfurt

Ein Roboter führt durch die Stadtbücherei

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Ab 2019 wird "Nao", ein humanoider Roborter, die Besucher in der Stadtbibliothek in Frankfurt begrüßen.

Die Stadtbücherei Frankfurt bekommt einen humanoiden Roboter, der Besucher begrüßt, Fragen beantwortet, auf Angebote hinweist. Das sagte Elfriede Ludwig, die Leiterin der Digitalen Dienste bei der Stadtbücherei Frankfurt, bei einer Veranstaltung auf der Frankfurter Buchmesse.

„Eigentlich soll Nao, ein kleiner humanoider Roboter, den Vortrag halten, aber er ist noch nicht so weit.“ Kleiner Scherz.

Nao, hergestellt von der französischen Firma Aldebaran Robotics, ist noch nicht einmal geliefert. Es werde wohl bis 2019 dauern, bis der Roboter die Nutzer in der Hasengasse 4 begrüßen wird. Das Projekt wird von der Stadtbücherei gemeinsam mit der Stabsstelle Digitalisierung umgesetzt. Ein Nao kostet laut Hersteller rund 5000 Euro.

Vorbilder seien die Zentralbibliothek in Köln, wo ebenfalls ein Nao herumläuft, oder die Stadtbibliothek Wildau in Brandenburg. Dort empfängt Pepper, der große Bruder von Nao, die Besucher. Wobei Pepper statt der Herstellerbezeichnung einen neuen Namen bekommen hat - und ein neues Geschlecht: Sie heißt Wilma.

Wilma wird vom Fachbereich Telematik der Technischen Hochschule Wildau programmiert. Wilma selbst gestikuliert wie ein Mensch und sagt über sich in einem Youtube-Video: „Ich verstehe mich als Assistenzsystem und helfe den Mitarbeiter*innen der Bibliothek, wo ich kann und ihnen Entlastung bringe. Ich bin ein Lern-und Forschungsroboter. Ich unterstütze zum Beispiel, indem ich kleine Bibliotheksführungen gebe oder Zuhörern zum Entspannen Witze erzähle, mit - vor allem jungem Nachwuchs - Schere-Stein-Papier spiele oder für ein Selfie zur Verfügung stehe.“

Dann sagt sie noch mit ihrer Computerstimme: „Ab dem kommenden Wintersemester soll ich helfen, das Fehlen von Fachpersonal in den Morgen- und Abendstunden zu kompensieren.“ In der Frankfurter Stadtbücherei soll Nao unter anderem bei der Inventur helfen.

Auch bei der Pflege spielen Roboter eine Rolle. Vorreiter ist Japan, wo Pflegeroboter im Altenheim helfen. In Dreieich-Sprendlingen wird derzeit im Seniorenzentrum Haus Ulmenhof ein Pflegeroboter getestet.

„Wir wollen das Thema Roboter in der Gesellschaft aufgreifen und kritisch diskutieren“, sagte Elfriede Ludwig. So soll es Veranstaltungen geben, bei denen gezeigt werde, was Roboter könnten und was nicht. Außerdem wolle die Stadtbücherei künftig Programmierkurse anbieten, eine Indoor-Navigation bereitstellen, den Internetauftritt erneuern, die Ausleihe per App ermöglichen und den Veranstaltungskalender überarbeiten.

„Die Stadtbücherei wandelt sich. Sie ist schon lange keine reine Ausleihstelle mehr“, sagte Elfriede Ludwig - die Stadtbücherei sei vielmehr ein niederschwelliger Ort, um sich zu treffen, Zeitung zu lesen, zu lernen.

Bald werden die Besucher von Nao begrüßt - der dann einen eigenen Namen bekommen soll. Möglicherweise einen weiblichen.

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