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Zehn Prozent der Beschäftigten trinken zu viel Alkohol.

Arbeitswelt

So suchtkrank ist Frankfurt – Riskantes Trinken weit verbreitet

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Der DAK-Gesundheitsreport befasst sich mit Suchtproblemen im Betrieb. Frankfurter sind gesünder als ihre Landsleute.

Eine repräsentative Befragung für den am Mittwoch vorgestellten DAK-Gesundheitsreport hat ergeben, dass Suchtprobleme in den Betrieben weit verbreitet sind. 326 000 von rund 3,5 Millionen Erwerbstätigen in Hessen würden zu viel Alkohol trinken, erklärte der Chef der DAK in Frankfurt, Gregor Reitz. Als „riskant“ wird bei Männern eine Menge von täglich mehr als zwei Gläsern Bier zu 0,3 Litern definiert, Frauen dürfen nicht mehr als ein Glas trinken. An zwei Tagen in der Woche sollte kein Alkohol getrunken werden.

Frankfurt: Trinken ist „zentrales Problem in Hessen“

Das riskante Trinken sei ein „zentrales Problem in Hessen“, das auch gravierende Folgen für die Arbeitswelt habe, sagte Reitz. Die DAK wolle eine breite und offene Debatte anstoßen und das betriebliche Gesundheitsmanagement fördern. Auch fehlten in Hessen flächendeckende und wirksame Angebote zur Alkoholprävention. Die DAK biete online ein Selbsthilfeprogramm an.

Die am meisten verbreitete Sucht ist dem Report zufolge das Rauchen. Wie beim riskanten Alkoholkonsum ist fast jeder zehnte Beschäftigte zigarettenabhängig. Generell gilt, dass Arbeitnehmer mit einer Suchtproblematik deutlich häufiger krank sind.

Frankfurt: Computerspieler mit „auffälligem Nutzungsverhalten“

Erstmals griff der Gesundheitsreport auch das Thema Computerspiele auf. Demnach spielen 60 Prozent der Erwerbstätigen solche Spiele. Rund 290.000 Beschäftigte zeigen ein „auffälliges Nutzungsverhalten“, das heißt, sie sind wegen des Spielens abgelenkt oder unkonzentriert bei der Arbeit.

Generell gilt, dass der Krankenstand in Frankfurt im vergangenen Jahr gestiegen ist. Dennoch weist die Stadt mit 3,7 Prozent den niedrigsten Krankenstand in Hessen auf. Landesweit liegt der Krankenstand bei 4,3 Prozent. Das bedeutet, dass an jedem Tag des Jahres von 1000 Arbeitnehmern 43 krankgeschrieben waren. Im Jahr 2017 hatte der Krankenstand in Frankfurt noch bei 3,4 Prozent gelegen.

Warum die Frankfurter offenbar gesünder sind als ihre Landsleute in Hessen, ist schwer zu sagen. DAK-Sprecher Claus Uebel vermutet, „die Gesamtzufriedenheit“ spiele eine große Rolle. Diese entstehe durch gute Arbeitsbedingungen und eine gute Bezahlung. Als Gründe für eine Krankschreibung wurden vor allem Rückenschmerzen und andere Beeinträchtigungen des Muskel-Skelett-Apparates genannt. Aber auch Atemwegserkrankungen und psychische Erkrankungen führen oft dazu, dass sich ein Arbeitnehmer krankschreiben lässt.

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