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Werner Skrypalle am Johanna-Tesch-Platz, wo derzeit der Riederwaldtunnel gebaut wird.

Riederwald, Seckbach, Fechenheim

Bau des Riederwaldtunnels: „Der Schulweg ist nicht optimal“

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Vorsteher des Ortsbeirats 11, Werner Skrypalle, über Arbeiten am Riederwaldtunnel, einem Konzept für die Sanierung der Wilhelmshöher und den Mainkur-Bahnhof.

Herr Skrypalle, das Amt für Straßenbau und Erschließung hat dem Ortsbeirat ein Konzept zur lang ersehnten Sanierung der Wilhelmshöher Straße präsentiert. Sind sie zufrieden?

Zunächst sind wir froh, dass das endlich gemacht wird. Die Diskussion gibt es in Seckbach seit den 60er Jahren. Es geht ja nicht nur um eine glatte Oberfläche. Damit die Erschütterungen abnehmen, das betrifft vor allem die alten Fachwerkhäuser, muss die Straße von Grund auf erneuert werden. Nach einer europaweiten Ausschreibung wird damit hoffentlich im kommenden Herbst begonnen. Das Amt hat uns zugesagt, die finale Planung noch einmal vorzustellen bevor es losgeht. Was die Beeinträchtigung der Bürger angeht, müssen bis dahin noch ein paar Vorkehrungen getroffen werden.

Kritik äußerten die Bürger zur Parksituation in dieser Zeit. Dass die Busse einen Monat gar nicht und danach nur eingeschränkt fahren sollen, kommt auch nicht gut an.

Was die Parksituation angeht, muss der Ortsbeirat noch einmal nachhaken. Unproblematischer sehe ich es an der Wilhelmshöher Straße selbst, da gehe ich davon aus, dass man links und rechts der Baugrube parken kann. Gravierender ist es am Atzelberg, der ja eine Zeit von Privatpersonen gar nicht angefahren werden kann. Dort kann während der gesamten Bauzeit nicht auf der Atzelbergstraße geparkt werden. Ein Vorschlag von uns war, dass das Amt beim Supermarkt Lidl anfragt, ob für diese Zeit die Parkregelung gelockert werden könnte.

So weit der erste Bauabschnitt. Ist das der Auftakt dafür, dass die Wilhelmshöher zehn Jahre gesperrt wird?

Na ja, wenn oben 30 Monate und in einer zweiten Bauphase unten 30 Monate gearbeitet wird, sind das mindestens fünf Jahre. Aber das muss gemacht werden, da müssen wir wohl durch.

Die Verkehrssituation an der Wilhelmshöher Straße empfinden viele als untragbar, in der Riederwälder Straße „Am Erlenbruch“ ist 2019 der höchste Stickstoffwert Frankfurts gemessen worden. Kann der Ortsbeirat der Luftbelastung dort entgegenwirken?

Schon mehrmals haben wir als Ortsbeirat eine Messstation an dieser Stelle gefordert, dafür gab es von der Stadt aber nie positive Rückmeldung. Dort gibt es zwar einen Passivsammler, der misst aber nicht detailliert. Was die Verbesserung der Luft betrifft, können wir nicht mehr machen als die Bürgerinitiative zu unterstützen und Anträge zu stellen. Viele Forderungen der Bürgerinitiative, wie der öffentliche Nahverkehr gefördert und Pendlerzahlen minimiert werden können, haben wir in Anträgen formuliert. Es heißt, wenn in zehn Jahren der Riederwaldtunnel fertig ist, wird es besser. Bis dahin haben wir wohl diese Situation.

Das Projekt Riederwaldtunnel beschäftigt den Ortsbeirat lange, seit vergangenem Jahr wird dort gebaut. Dass eine ganze Generation Grundschüler der angrenzenden Pestalozzischule davon beeinträchtigt ist, war die Sorge vieler Eltern. Durch Proteste und Engagement des Ortsbeirats konnten Verbesserungen erzielt werden, sind jetzt alle Vorkehrungen getroffen?

Da sind wir auf einem guten Weg. Neulich wurde sogar zugesagt, dass wohlwollend untersucht wird, ob am denkmalgeschützten Gebäude nicht doch eine Be- und Entlüftungsanlage angebracht werden kann. Das ist seit Jahren der Wunsch und wurde zunächst nicht zugesagt. Die Schallschutzmauer nach Westen zu verlängern wurde im letzten Jahr bewilligt. Aber was die Schulwegsicherung angeht, das ist noch nicht optimal. Ein Zebrastreifen über die Gustav-Behringer-Straße wurde uns abgelehnt. Da wollen wir noch Verbesserungen haben.

Wie steht es um die Sporthalle der Seckbacher Friedrich-Ebert-Schule, sie galt als undicht und marode und sollte schon vor Jahren saniert werden?

Das ist eine unendliche Geschichte. Erst sollte sie kleinteilig saniert werden, dann wurde das Konzept wieder über den Haufen geworfen, jetzt soll eine große Sanierung gemacht werden. Und das wird dauern, da haben wir keine konkreten Zusagen.

Aber es wurden immer wieder Kleinigkeiten gemacht.

Ja, man hat die Decke gemacht und den Gymnastikraum, um den Spielbetrieb zu erhalten. Aber die Schule wird wachsen und soll sechszügig werden, dann ändert sich auch der Raumbedarf wieder. Wir als Ortsbeirat wünschen uns, dass im Baugebiet Nördlich-Friedrich-Ebert-Schule gleich eine multifunktionale Drei-Felder-Halle mitgeplant wird, um die Situation zu entspannen.

Zur Person

Werner Skrypalle, 71 Jahre, ist seit 1972 Mitglied der SPD. 2001 wurde er in den Ortsbeirat 11 gewählt und kleidet dort seit 2011 das Amt des Ortsvorstehers. Der Rentner wurde in Bayreuth geboren, lebt in Seckbach. Er ist verheiratet und Vater einer Tochter.

Der Ortsbezirk 11besteht aus den Stadtteilen Fechenheim, Riederwald und Seckbach. Gut 30 000 Menschen leben dort. Der Ortsbeirat hat 19 Sitze. Sechs davon hält die SPD, fünf die CDU. Dazu gesellen sich zwei Grüne, zwei Linke, zwei BFF, zwei FDP.

Die nächste Sitzungist am 20. Januar, im Pfarrheim der Heilig-Geist-Kirche im Riederwald, Schäfflestraße 19.

Die Turnhalle an der Fechenheimer Schule am Mainbogen soll schon länger saniert werden...

Auch hier ist nicht sicher, ob die Halle abgerissen oder saniert wird. Das Schulgebäude ist sanierungsbedürftig, angeblich sogar mit Asbest belastet. Endgültig entschieden ist noch nichts.

Nicht nur die Schule und Turnhalle auch einige Fechenheimer Spielplätze sind nicht im besten Zustand. Für die Kinder im Norden des Stadtteils wird der Spielplatz an der Wächtersbacher Straße umfangreich aufgewertet, der Baustart wurde für Ende 2019 in Aussicht gestellt.

Richtig begonnen hat man noch nicht, bisher wurde nur ein Zaun aufgestellt. Am Linneplatz plant die Stadt durch das Programm Aktive Nachbarschaft ein Kultureck. Dabei soll auch der Spielplatz größer werden und besser einsehbar sein. Es gab Änderungswünsche. Anfang des Jahres soll die Planung neu vorgestellt werden. Beantragt ist außerdem der ehemalige Bolzplatz an der Bodenseestraße, aber das ist Zukunftsmusik.

Gute Nachrichten gibt es von der Turn- und Sport Gemeinschaft Fechenheim und ihrer Sporthalle, die von der Saalbau betrieben wird. Ein Folgevertrag wäre fast nicht Zustande gekommen, zum Leidwesen der Fechenheimer Vereine.

Das Gebäude ist sanierungsbedürftig. Die TSG wollte ohne Zusage einer Sanierung den Vertrag nicht verlängern, die Saalbau wollte nur mit unterschriebenem Vertrag über eine Sanierung reden. Sie haben sich geeinigt, die TSG hat den Vertrag unterschrieben.

Dass der Mainkur-Bahnhof in einem schlechten Zustand und nicht barrierefrei ist, ist für viele ein Ärgernis. Müssen Bürger sich gedulden bis in zehn Jahren die nordmainische S-Bahn einen neuen Bahnhof bringt?

Außer ein paar Eimer Farbe zur Verfügung zu stellen macht die Bahn an dem Bahnhof nichts mehr. Sie verweist auf die nordmainische S-Bahn, ja. Dann soll auf Höhe der Cassellastraße eine neue Haltestelle gebaut werden.

Die Cassellabrücke ist wegen Einsturzgefahr gesperrt. Sie soll neu gebaut werden und später an die Haltestelle anknüpfen.

Dass die Cassellabrücke einsturzgefährdet ist, kam im letzten Jahr sehr überraschend. Man darf sie nicht betreten. Von der Stadt heißt es, es gibt keine Möglichkeit sie weiter zu stützen, dem muss man Glauben schenken. Deshalb wird es leider keine Übergangslösung geben. Aber, dass es den Plan gibt, sie bis 2024 neu zu bauen, ist sehr erfreulich.

Interview: Sophie Vorgrimler

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