+
Die Pestalozzischule im Riederwald, von 1926 bis 1928 unter Leitung von Martin Elsaesser errichtet.

Verkehr

Riederwaldtunnel: Mehr Lärmschutz für Pestalozzischule in Frankfurt

  • schließen

Die Bürgerinitiative fordert die Stadt dazu auf, sich für mehr Lärmschutz an der Grundschule einzusetzen. Es gebe keinen Ort, wo Kinder und Eltern lärmgeschützt warten könnten.

In einem offenen Brief an Baudezernent Jan Schneider (CDU) fordert die Bürgerinitiative Riederwald mehr Schutz für die Pestalozzischule beim Bau des Riederwaldtunnels von Ende 2021 bis Ende 2029.

Die Grundschule werde 28 Monate lang dem Baulärm ausgesetzt, stellte Rainer Frey, Sprecher der Bürgerinitiative, fest. Er begrüßte, dass die denkmalgeschützte Schule, die im Zeichen des „Neuen Frankfurt“ in den 1920er Jahren gebaut wurde, eine Lüftungsanlage und Lärmschutzfenster erhalte.

Dies hatte die Stadt Frankfurt in einer Stellungnahme an die hessische Straßenverwaltung Hessen Mobil gefordert. Für den zusätzlichen Lärmschutz hatte sich auch der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) ausgesprochen.

Zum Schutz des Außenbereichs von Schule, Hort und Kindergarten schlage Hessen Mobil nun eine 2,25 Meter hohe Lärmschutzwand in der Haenischstraße vor. Diese reicht aus Sicht der Bürgerinitiative nicht aus.

Um den Schulhof zu schützen, brauche es „die 260 Meter lange Verlängerung der Lärmschutzwand in Richtung Westen über die Haenischstraße hinaus“ sowie „eine relativ günstige kleine Lärmschutzwand in unmittelbarer Nähe zum Torbogen, der in den Schulhof führt“, sagte Frey. Außerdem sollte es „einen Bereich vor der Schule geben, der vor Baulärm geschützt ist, wo Kinder auf ihre Eltern warten können und die Eltern sich austauschen können“.

Das Projekt

Als Riederwaldtunnelwird der sechsspurige Lückenschluss zwischen den Autobahnen 66 und 661 im Frankfurter Osten bezeichnet. Der Abschnitt ist 2,2 Kilometer lang, die Hälfte davon liegt im Tunnel. Am Tag werden rund 109 000 Fahrzeuge erwartet.

Die Bauzeitdauert laut „Hessen Mobil“ von Ende 2021 bis Ende 2029. Die Kosten liegen bei 477 Millionen Euro. Ab 2021 übernimmt die Autobahn GmbH des Bundes den Bau. 

Dass dies möglich sei, zeigten die Arbeiten der Stadtentwässerung SEF, die derzeit ein Abwasserrohr vor der Schule verlege und dafür eine sechs Meter hohe Lärmschutzwand errichtet habe.

„Deshalb gilt es jetzt für die Stadt, sich sofort mit Hessen Mobil zusammenzusetzen und die offenen Bereiche zu klären“, sagte Frey. Er forderte Baudezernent Schneider auf, sich bis Ostern mit der Bürgerinitiative zu treffen, um Vorschläge für die Straßenverwaltung zu erarbeiten.

Doch das könnte schwierig werden. Zum einen ist die Stadtverwaltung in Coronazeiten angewiesen, keine öffentliche Termine anzubieten. Zum anderen sei das Baudezernat nur in Teilen mit dem Lärmschutz für die Schule befasst, sagte Günter Murr, Sprecher von Stadtrat Schneider. Dies betreffe die Lüftungsanlage und die Lärmschutzfenster, die es für die Schule geben soll. Für Lärmschutzwände sei das Verkehrsdezernat zuständig.

Dort hält Stadtrat Klaus Oesterling (SPD) die Stellung. „In dieser Notsituation fallen zahlreiche Routinen der Verwaltung aus“, sagte er.

Der Planfeststellungsbeschluss werde nun geprüft. „Die Stadt wird eine Meinung dazu entwickeln“, sagte er und verwies auf den aktuellen Magistratsbericht, der weitere Lärmschutzmaßnahmen für die Pestalozzischule vorgesehen hatte.

Und zwar die Verlängerung der Lärmschutzwand über die Haenischstraße hinaus, „um auch die Außengelände von Schule, Kindertagesstätte und Hort zu schützen“ sowie die Lüftungsanlage in der denkmalgeschützten Pestalozzischule.

„Trotz Coronavirus laufen die rechtlichen Fristen weiter“, sagte Frey. In den kommenden Wochen sei eine Entscheidung nötig.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare