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Riederwaldtunnel: Keine Bilanz zu Emissionen

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Von: Florian Leclerc

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Friedhelm Ardelt-Theeck und weitere Aktivist:innen demonstrieren gegen den Autobahn-Ausbau. R. Oeser
Friedhelm Ardelt-Theeck und weitere Aktivist:innen demonstrieren gegen den Autobahn-Ausbau. R. Oeser © Rolf Oeser

Die Stadtverordneten diskutieren über den Riederwaldtunnel. Eine Klimabilanz soll es nicht geben.

Ursula Mayer-Eppelsheimer sitzt seit eineinhalb Wochen jeden Tag zwei Stunden lang vorm Rathaus Römer. „Heute war es etwas kalt, morgen ziehe ich mich wärmer an“, sagt die 80 Jahre alte Frau. Sie hat ein Schild mit dem Motto „Fecher bleibt“ dabei. „Ohne Bäume keine Menschen“, steht darauf. „Wir sägen uns buchstäblich den Ast ab, auf dem wir sitzen“, sagt sie.

Mit der Aktion demonstriert sie gegen die geplante Rodung von Teilen des Fechenheimer Waldes. Wie die FR berichtete, will die Autobahn-Gesellschaft von November an einen 70 bis 140 Meter breiten und 230 Meter langen Korridor roden. 2,7 Hektar insgesamt, für eine Baustraße.

Auf der sollen Lkw Material für den Ausbau der Autobahn 66 transportieren. Bis 2031 will die Autobahn-GmbH 2,2 Kilometer Betonpiste im Stadtteil Riederwald bauen, die Hälfte davon im Tunnel.

Neue Bäume kein Ersatz für alte Bäume

Vorm Römer trommeln und trillern am Donnerstag etwa 15 Gegnerinnen und Gegner des Autobahnausbaus. Im Plenarsaal diskutieren die Stadtverordneten zwei Fragen zum Riederwaldtunnel, welche die Linken-Fraktion und die Gartenpartei aufwerfen: Werden die Treibhausgas-Emissionen beim Riederwaldtunnel bilanziert?, fragt Daniela Mehler-Würzbach (Linke). Nein, die Stadt sei dafür nicht zuständig, antwortet Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne).

Ersetzt der angepflanzte Laubwald am Schwanheimer Ufer die etwa 1000 alten Bäume, die im Fechenheimer Wald gefällt werden sollen?, will Tilo Schwichtenberg (Gartenpartei) wissen. Die Pflanzung sei „sach- und fachgerecht“ durchgeführt worden, antwortet Majer. Die Kontrolle obliege Hessen Forst. Es sei aber klar, dass junge Bäume gefällte alte nicht sofort kompensierten. Warum würden nicht alte Bäume gepflanzt?, will Falko Görres (Die Partei) wissen. Die wurzelten nicht, wenn sie nicht ständig gegossen würden, so Majer.

Zuvor hatte der BUND Frankfurt die Obere und Untere Naturschutzbehörde, die Autobahn-Gesellschaft und das hessische Verkehrsministerium angeschrieben. Der BUND verwies auf den geschützten Käfer Eichenheldbock und die Bechsteinfledermaus. Sie kämen im Fechenheimer Wald vor und seien durch den Autobahn-Ausbau gefährdet. Die Untere Naturschutzbehörde antwortete auf Anfrage: Zuständig seien die Obere Naturschutzbehörde, das Regierungspräsidium Darmstadt und das hessische Verkehrsministerium als Planfeststellungsbehörde. Sie entschieden, ob naturschutzrechtliche Maßnahmen unzureichend umgesetzt seien. Eine Statement der Oberen Naturschutzbehörde stand aus.

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