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Zu viel Verkehr wegen des Riederwaldtunnels

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Von: Fabian Böker

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Der Riederwaldtunnel steht von Anfang an in der Kritik.
Der Riederwaldtunnel steht von Anfang an in der Kritik. © Renate Hoyer

Die Bürgerinitiative Riederwald wirft der Stadt fehlende Informationspolitik vor. Ähnliche Kritik kommt auch von anderer Stelle.

Plus 30 Prozent Verkehr im Ratsweg, plus 31 Prozent auf der Friedberger Landstraße, plus 33 Prozent auf der Hanauer Landstraße. Das sind Zahlen, die die Bürgerinitiative (BI) Riederwald aus Grafiken herausliest, die sie von der für den Bau des Riederwaldtunnels zuständigen Autobahn GmbH erhalten hat. Die Zahlen beziehen sich auf den Verkehr westlich der A 661, der bisher selten im Fokus stand.

„Nachdem bisher nur die Rückgänge für Einfallsstraßen östlich der A 661 öffentlich thematisiert wurden, waren selbst wir über den durch den Tunnel ausgelösten massiven Mehrverkehr in Richtung Innenstadt überrascht“, teilt die BI am Mittwoch mit.

Sprecher Rainer Frey konkretisiert das. Die Grafiken, die der FR vorliegen, zeigen zweierlei: zum einen den prognostizierten Verkehr im Jahre 2030 ohne Tunnel, zum anderen den mit. Beispiel Ratsweg: Ohne Tunnel sollen dort nach den Berechnungen der Autobahn GmbH 19 600 Autos täglich stadteinwärts fahren, mit dem Tunnel 25 500.

Für Frey und die BI zeigt sich damit, „dass jede Straße und insbesondere jede Autobahn zu Mehrverkehr führt“. Man fordere „nun den Magistrat der Stadt auf, endlich alle Nachteile des Riederwaldtunnels den Frankfurter Bürgern offenzulegen und zusammen mit dem Land das Projekt abzulehnen“. Denn dass „die Auswirkungen auf die Frankfurter Innenstadt bis zum heutigen Tag nicht thematisiert wurden“, sei ein Skandal. Eine Stellungnahme des Verkehrsdezernats dazu lag bis Redaktionsschluss nicht vor.

Der Riederwaldtunnel ist Teil eines Projektes, das die Lücke zwischen der A 66 und der A 661 schließt. Die Hälfte der 2,2 Kilometer langen Neubaustrecke liegt im Tunnel, unterhalb der Straße Am Erlenbruch. Rund 108 900 Fahrzeuge sollen den Tunnel täglich passieren. Er soll 2031 fertig sein und rund eine halbe Milliarde Euro kosten.

Die Kritik an der fehlenden Kommuniaktion durch die Stadt deckt sich mit Kritik an anderer Stelle. In der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates 11 (Riederwald, Fechenheim, Seckbach) wurde Unmut über die aktuelle Situation der so genannten Resonanzgruppe laut. In der sitzen unter anderem Vertreter und Vertreterinnen von Hessen Mobil, vom Amt für Straßenbau und Erschließung, von der Pestalozzischule, vom Ortsbeirats 11 oder vom Quartiersmanagement, um sich auszutauschen. Doch das letzte Treffen fand im Dezember statt, der versprochene neue Termin im März ist, wie es die Autobahn GmbH bestätigt, noch nicht vereinbart. Auch auf das Protokoll aus dem Dezember warte man noch. Für Stefan Helming (SPD), einer von zwei Vertretern des Ortsbeirates in der Gruppe, ein Indiz dafür, „dass die Infopolitik seitens der Autobahn GmbH dürftig ist“.

Dazu passe es, dass die Homepage zum Tunnel seit August nicht mehr aktualisiert wurde. Der letzte Beitrag stammt vom 2. Februar und verweist darauf, dass die Seite derzeit überarbeitet werde. Parallel wird sogar auf Nachfrage auf eine andere Homepage verwiesen – die aber auch im August zuletzt bestückt wurde.

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