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Wunsch nach mehr Informationen zum Riederwaldtunnel

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Von: Fabian Böker

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Die Arbeiten am Riederwald-Tunnel werden noch Jahre dauern.
Die Arbeiten am Riederwald-Tunnel werden noch Jahre dauern. © christoph boeckheler*

Die Autobahn GmbH bezieht Stellung zum Riederwaldtunnel im Ortsbeirat 11. Nicht alle sind damit zufrieden.

Das Thema Riederwald-Tunnel beschäftigt die Menschen vor Ort und den Ortsbeirat 11 (Riederwald, Seckbach, Fechenheim) schon seit Jahren. Vor einiger Zeit kam daher die Idee im Gremium auf, Vertreter oder Vertreterinnen der Autobahn GmbH zu einer Sitzung einzuladen, um Fragen des Ortsbeirates zu beantworten. Am Montagabend war es nun soweit.

Ein Punkt war die Wegeführung während der Bauarbeiten. Steffen Rütenfrans von der Autobahn GmbH zeigte eine Grafik vom Baustellenbereich. Autos, Fahrräder und Fußgänger:innen sollen südlich der Bautrasse entlang der Straße Am Erlenbruch in östliche Richtung geleitet werden, nördlich nach Westen. Querungsmöglichkeiten bestehen demnach an der Schäfflestraße und an der Borsigallee.

Begonnen werden soll mit den konkreten Tunnelarbeiten im kommenden Jahr. Dann wird täglich außer sonntags von 7 bis 20 Uhr gearbeitet. Dabei soll, so Rütenfrans, die prinzipiell nicht zu verhindernde Lärmbelästigung minimiert werden, durch – mittlerweile höher geplante – Schallschutzwände und ein begleitendes Monitoring.

Auch um zu fällende Bäume, die temporäre Verlegung der U-Bahn-Gleise nach Norden oder die Ausschreibungen ging es in der Sitzung des Stadtteilgremiums. Am Ende waren die meisten Fraktionen mit den Ausführungen einverstanden, auch wenn es wenig Neues gab. Benjamin Wiewiorra von der CDU beispielsweise fand es „informativ und gut“, für Stefan Helming von der SPD wurden „alle Fragen faktisch beantwortet, das war in Ordnung“.

Klimabilanz

Der Riederwald-Tunnel war auch Thema eines Antrags der Grünen.

Demnach soll eine Klimabilanz zur Planfeststellung des Tunnels erstellt werden. Diese soll vor dem Hintergrund bewertet werden, dass die Politik in Frankfurt bis 2035 klimaneutral sein soll. Ein Beirat soll die Erstellung begleiten.

Der Antrag wurde mit neun zu acht Stimmen denkbar knapp angenommen. bö

Während die Fraktionen also zufrieden mit dem Auftritt waren, gibt es auch Kritik. Eine Besucherin der Sitzung monierte, dass die Resonanzgruppe, in der Vertreter und Vertreterinnen verschiedener Organisationen sitzen, um sich auszutauschen, derzeit inaktiv ist. Schärfer fällt die Kritik der der Bürgerinitiave (BI) Riederwald aus. Rainer Frey bemängelt, dass es „keine öffentliche Infoveranstaltung der Autobahn GmbH“ gewesen sei. „Passend war am Schluss keine Zeit mehr für Fragen der Bürger.“ Ortsvorsteher Werner Skrypalle (SPD) stimmt dem zu, aber aus anderen Gründen. Denn der Besuch sei genau so geplant gewesen. „Das sollte keine Informationsveranstaltung für die Bürger werden.“

Auf eine solche hofft er aber noch. Wie Stefan Rütenfrans am Montag bestätigte, ist sie für das erste Halbjahr geplant. Dann aber nicht als Frontalveranstaltung, auf der nacheinander Fragen abgearbeitet werden, sondern eher als „Marktplatz“, auf dem an verschiedenen Stellen informiert werden. So hatte es sich der Ortsbeirat gewünscht.

Stefan Klee (Linke) präzisiert das. „Veranstaltungen in Form eines Plenums verlieren sich oft in Grundsatzdebatten, manche Stimmen kommen dann nicht zu Wort. Bei einem Marktplatz können auch Partikularinteressen berücksichtigt werden.“

Ganz anders sieht das wiederum Rainer Frey von der BI. Ein Marktplatz überfordere die Bürger:innen: „Die Idee, eine Veranstaltung ohne zentrale Präsentation mit kritischen Rückfragen biete ausreichend relevante Informationen, ist schlicht naiv und vor allem bequem für die Veranstalter.“

Das Thema Riederwald-Tunnel: Es wird die Menschen vor Ort also wohl noch länger beschäftigen.

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