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Michael Radowski von der SG Riederwald zeigt den geöffneten Fußboden im Lagerraum mit den maroden Holzbalken.

Sportgemeinschaft Riederwald

Sportgemeinschaft kämpft um Vereinsheim

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Die SG Riederwald will um das Heinz-Ziemer-Haus kämpfen, das wegen Baufälligkeit derzeit gesperrt ist. Wenn die Stadt Frankfurt kein Geld gibt, hofft der Verein auf Hilfe aus dem Viertel.

Schon am Eingang des Heinz-Ziemer-Hauses riecht es leicht modrig. Der Boden der bunt bemalten Holzhütte gibt bei jedem Schritt nach. „Wo die schweren Sachen stehen, ist es am schlimmsten“, sagt Michael Radowski. Dass es um das Vereinsheim der Sportgemeinschaft (SG) Riederwald nicht gut bestellt ist, habe er schon länger geahnt. Um sich ein Bild vom Zustand des Fundaments zu machen, entfernte der Leiter der Abteilung Sport und Spiel mit anderen Vereinsmitgliedern den Boden des Geräteraums.

Das war vor sechs Wochen. Jetzt klafft dort, wo einst Leitern, Besen und Handwerkszeug standen, ein riesiges Loch. Radowski zeigt auf die brüchigen Holzbalken, auf denen die gesamte Hütte ruht. „Im Prinzip gehen wir davon aus, dass es ringsum genauso aussieht“, sagt der 62-Jährige. Die Entscheidung, das Vereinsheim erst einmal dichtzumachen, fiel nicht schwer: „Das Risiko wollten wir nicht eingehen.“

Vor gut 55 Jahren wurde die 110 Quadratmeter große Holzhütte gebaut. Ursprünglich diente sie der Pestalozzischule als Klassenzimmer – auch damals herrschte Raumnot. Seit dem Jahr 1983 ist die Hütte in Vereinshand. Saniert wurde sie nie. Über die Jahre haben sich Kälte, Nässe und Dreck in das Holz gefressen.

Zuletzt nutzte vor allem Radowskis Abteilung die Hütte sowie das angrenzende Gelände, auf dem sich auch der Boule-Platz des Vereins befindet. Außerdem vermietete die SG Riederwald das Heinz-Ziemer-Haus für gerade einmal 65 Euro pro Tag an Anwohner. So diente die Hütte den Riederwäldern auch als Raum für Geburtstagsfeste oder Familienfeiern.

Jeden Sonntag trafen sich Anwohner hier außerdem zum Stadtteilcafé der „Initiative Stadtteiltreff“. Das morsche Fundament bedeutet auch das vorzeitige Aus für das Café.

Sportgemeinschaft Riederwald feiert 2019 100-jähriges Bestehen

Radowski, der in seiner Kindheit selbst die Schulbank im Heinz-Ziemer-Haus drückte, hängt an der alten Hütte. „Man könnte hier tolle Sachen entwickeln“, sagt er, während er den Blick über das angrenzende Gelände schweifen lässt. Ein Baumhaus in einer der drei Platanen würde ihm gefallen. „Aber das ist Träumerei.“ Die Realität sieht so aus: Materialkosten, Handwerkerrechnungen und eine Vereinskasse, die das eigentlich nicht hergibt.

Letztes Wochenende hat sich ein Zimmermann die Balken angeschaut. Alleine für das Material müsste man wahrscheinlich 20 000 Euro ausgeben. Ein genauer Kostenvoranschlag steht noch aus. „Als Verein können wir das nicht stemmen“, sagt Radowski. Die Rücklagen reichten nur für kleinere Anschaffungen.

Aufgeben kommt trotzdem nicht in Frage: „Wir wollen das Gebäude auf jeden Fall erhalten.“ Und dann sprudeln die Ideen aus ihm heraus: Über den Ortsbeirat könne man es probieren oder über die Sportförderung der Stadt. Der ehemalige CDU-Planungsdezernent Edwin Schwarz sitzt im Ältestenrat des Vereins. „Vielleicht geht über den was.“

Wenn die Stadt kein Geld lockermacht, hofft Radowski auf Hilfe aus dem Viertel. „Hier gibt es bestimmt Leute mit Fachkenntnissen.“ Im kommenden Jahr feiert der Verein sein 100-jähriges Bestehen. „Da wäre es schön, wenn wir Unterstützung bekommen.“

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