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Ruine in der Rümelinstraße weicht Neubau

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Von: Friedrich Reinhardt

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Die Ruine aus den 70er Jahren hat die Bis-Bau-Gruppe an der Rümelin- Ecke Raiffeisenstraße schon abreißen lassen.
Die Ruine aus den 70er Jahren hat die Bis-Bau-Gruppe an der Rümelin- Ecke Raiffeisenstraße schon abreißen lassen. © Friedrich Reinhardt

Frankfurter Projektentwickler will 27 Eigentumswohnungen bauen. Seit Jahren stand das Mehrfamilienhaus leer.

Nach Jahren des Stillstands ist nun endlich Bewegung auf das Grundstück Rümelinstraße 41 gekommen. Die Bis-Bau-Gesellschaft, ein Frankfurter Projektentwickler mit Sitz im Westend, errichtet dort ein Mehrfamilienhaus mit 27 Wohnungen. Bis zum ersten Quartal 2025 könnten die Bauarbeiten abgeschlossen sein, sagt Klaudija Kajner, Geschäftsführerin bei Bis-Bau.

Seit 2016 stand der 70er-Jahre-Funktionsbau leer und entkernt da. Bauzäune und Baken versperrten den schmalen Gehweg. Der kleine Backsteinanbau mit den großen Fenstern war 2018 abgerissen worden. In der Fassade klaffte seitdem ein gewaltiges Loch, das das Innere des Hauses freilegte. Und auf der Seite der Raiffeisenstraße war eine zwei Meter tiefe Baugrube so halbherzig mit einer Plane abgedeckt, dass sich manche Aktiven im Stadtteil darum sorgten, dass darin etwa Kinder und Tiere ertrinken könnten.

Das „freistehende und energieeffiziente Mehrfamilienhaus“, das Bis-Bau nun errichtet möchte, solle sich in die umliegende Bebauung einfügen, sagt Geschäftsführerin Kajner. Fassade und Dach orientiert sich an den sanierten Häusern des Volks-, Bau- und Sparvereins. Geplant seien etwa ein Satteldach und Zwerchgiebel. Zwei Treppenhäuser mit Aufzügen verbinden die Etagen bis in die Tiefgarage.

Die 27 Eigentumswohnungen sollen Zwei- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen werden und von ungefähr 37 Quadratmeter bis 125 Quadratmeter groß. „Alle Wohnungen verfügen über Balkone oder Terrassen und die Erdgeschosswohnungen zusätzlich über Privatgärten“, sagt Kajner. Sie spricht von einer „gehobenen Ausstattung“. Diese beinhalte unter anderem „Fußbodenheizung, dreifach verglaste Fenster mit Rollläden, hochwertige Bäder mit bodengleich gefliesten Duschen und Smart Home System“. Wie teuer die Wohnungen verkauft werden, könne Kajner nicht sagen. „Die Preise stehen noch nicht fest.“

Sorgen, dass die Arbeiten stocken könnten, macht sich Kajner trotz Inflation und gestörten Lieferketten keine. Sie verweist auf „langjährige Partner aller Baugewerke“, mit denen die Gruppe zusammenarbeite. Sie hätten die Möglichkeit, „um möglichen Lieferengpässen oder anderen Herausforderungen in der Baubranche entgegenzuwirken“.

Bis 2015 herrschte Leben an der Rümelinstraße 41. Ab 2009 hatte Familie Frey dort einen kleinen Einkaufsmarkt betrieben. Über dem Geschäft waren Wohnungen. Dann folgte 2015, was Stefan Klee, Fraktionsvorsitzender der Linken im Ortsbeirat 11 (Fechenheim, Riederwald, Seckbach) „eine Entmietung wie aus dem Bilderbuch“, nennt. Der Vermieter habe einzeln mit den Mieterinnen und Mietern eine Umzugspauschale ausgehandelt.

Einer arbeitslosen Mieterin etwa wäre die Ablösung von der Grundsicherung abgezogen worden und sie hätte nur schwer eine bezahlbare Wohnung auf dem Wohnungsmarkt gefunden. Sie blieb letztlich auf der Strecke, erinnert sich Klee.

Von da an wurde das Haus zu einer Ruine, an der viele Pläne nichts änderten. Einer der Eigentümer habe geplant, dort die „Villa Rieder“ zu bauen. Der nächste Eigentümer, der selbstständige Finanzberater Ludger Quante, hielt den Architekturentwurf für unbrauchbar, ließ neu planen, 20 Wohnungen sollten entstehen. Auch daraus wurde nichts.

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